momag 385 | OKTOBER 2020

Desinfizieren. Richtige Hygiene zur Erkältungszeit christina fally Klinisch rein? »Zu viel Desinfektionsmittel zerstört die Hautflora.«  Das Hände waschen gehört zur normalen Hygiene dazu.  lebe deine schönheit eingeschleusten Wirk- stoffen übrigens besonders, da ihre Haut durch die per- manente Nikotinzufuhr sehr beeinträchtigt ist. Nach der abschließenden Massage wird eine kühlende Maske aufgetragen. „Eine Wellness- behandlung ist Microneedling nicht“, erklärt Bodocian. Die Haut darf erst am nächsten Tag wieder geschminkt wer- den und Hygiene ist während der Microneedling-Behand- lung absolut wichtig. Alleine deshalb rät Bianca – ebenso wie viele Dermatologinnen – absolut davon ab, mit Na- delwalzen für den Hausge- brauch das Microneedling selbst durchzuführen. „Mein Team und ich haben spezi-  quellen | konsultiert am 28.09.2020 www.swr.de/swraktuell/desinfektion-104.html www.tagesspiegel.de/gesellschaft/gefahr-durch-giftige-inhaltsstoffe-experten-warnen-vor-zu-grosszuegigem-desinfektionsmittel-gebrauch/25778382.html oe1.orf.at/player/20200924/612405 www.bfr.bund.de/cm/343/sars-cov2-pandemie-einsatz-von-desinfektionsmitteln-im-privathaushalt-in-der-lebensmittelproduktion-und-im-lebensmitteleinzelhandel.pdf von barbara pletzer und michie könig sige Hände sind die Folge, und es entsteht „bester Nährboden“ für Krankheitserreger, ist der deutsche Umweltmediziner Michael Braungart in einem zu Beginn der Corona- Problematik durchgeführten Interview mit dem SWR überzeugt. Auch das Hamburger Umweltinstitut warnt vor Gesundheitsge- fahren durch Desinfektionsmittel: krebserre- gend, allergieauslösend, lungen-, leber- und nervenschädigend, so die Einschätzung laut einem Artikel im Tagesspiegel aus dem April T üren öffnen, Einkaufswagerl schieben, den Bankomat-Code eintippen. Im Lau- fe des Tages entstehen viele Situationen, in denen man Dinge in der Öffentlichkeit angreift. In Zeiten vor Corona hat man sich dabei vielleicht gar nichts gedacht, mitt- lerweile hat sich bei vielen der anschlie- ßende Griff zum Desinfektions-Fläschchen schon fast automatisiert. Dabei sei die Oberfläche als Überträger für eine Infektion von SARS-CoV-2 nicht nachgewiesen, erklärt Petra Apfalter, Lei- terin des Institutes für Hygiene, Mikrobi- ologie und Tropenmedizin des Ordens- klinikums Elisabethinen Linz und Leite- rin des nationalen Referenzzentrums für antimikrobielle Resistenzen im Auftrag des Gesundheitsministeriums in einem Ö1-Gespräch mit Manfred Götz und Mar- tin Sprenger von der Med-Uni Graz. Beide Experten äußern sich kritisch, vor allem im Hinblick auf die Testungen und verzerrten Dashboard-Darstellungen. Auch zur Hän- dehygiene kann Apfalter fundierte Ant- worten geben. So sieht sie diese im All- gemeinen „wesentlich und wichtig“, be- tont jedoch, dass im nichtmedizinischen Bereich das Händewaschen ausreichend ist. Aktuell sehe man in der Dermatologie „exorbitante Hand-Ekzeme“, weil manche es sehr genau nehmen, die Hände zu oft waschen oder mit Mitteln desinfizieren, denen die rückfettenden Substanzen feh- len. Sie spricht von „ganz grauslichen Ne- benerscheinungen“. Bedenkliche Auswirkungen Desinfektionsmittel zerstören nämlich nicht nur schädliche Organismen, son- dern auch die Hautflora. Spröde und ris- diesen Jahres, in dem von einer Verwendung in Kindergärten, Arbeitsstätten oder gar zu Hause dringend abgeraten wird. Aufgrund der enthaltenen organischen Lösungsmittel könnten sie auch die Atemwege schädigen und bei Menschen, die etwa Asthma haben, zusätzliche Schäden verursachen. „Händewaschen für etwa 30 Sekunden mit ph-neutraler Seife sollte der Desinfektion vorgezogen werden. Man sollte gründlich sein und auch Fingerzwischenräume, Fin- gerspitzen und Daumen säubern“, so Micha- el Wadsak von der Apotheke zum Heiligen Leopold in Scheibbs. Grundsätzlich ist Hygiene gerade zur Er- kältungszeit wichtig. Allerdings sollte man es dann auch korrekt machen, und keines- falls zu oft. Dann kommt man vielleicht so- gar ganz ohne lästigen Schnupfen, Grippe oder eben Corona, und ohne etwaige Hy- giene-Nebenerscheinungen durch Herbst und Winter. £ elle mehrtägige Schulungen absolviert, um zielgerichtet und korrekt zu arbeiten, auch habe ich große Bedenken, ob zu Hause die hohen Hygie- neansprüche erfüllt werden können.“ Von Kopf bis Fuß Die Haut auf den Sohlen unserer Füße ist besonders beansprucht und muss so einiges leisten, tragen uns die Füße doch im Laufe un- seres Lebens so viele Kilo- meter, dass wir vermutlich insgesamt mehrmals den ganzen Kontinent umkreist haben. Zu enges Schuhwerk, zu viel synthetisches Mate- rial im direkten Kontakt, zu lange Sitz- oder Stehphasen, momag 385 | oktober 2020 20 | mostviertel magazin

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