momag 385 | OKTOBER 2020

men werden. Durch bunte Gewichte wird der tatsäch- liche CO 2 -Verbrauch unserer alltäglichen Aktivitäten ver- anschaulicht. Beim Verlassen dieser Station hat man also schon eine ziemlich gute Vorstellung davon. Was man sich genau unter dem Klimawandel vorstellen kann, wird im nächsten Teil erklärt. Weniger interaktiv, dafür eindeutig informativ wird hier alles Wissen zur Entstehung des Klimawan- dels präsentiert. Fragen zur Temperatur der Erde im Ver- lauf der Jahre, zum natür- lichen Treibhauseffekt, zur Photosynthese und vielem mehr werden beantwortet. Weil Klimawandel und Not- wendigkeit von Klimaschutz durchaus kontroverse Themen sind, werden an dieser Stelle auch Gegenmeinungen prä- sentiert, vor allem um zum Dialog anzuregen – denn W ie der Klimawandel selbst, ist auch der Be- ginn der Ausstellung kaum zu übersehen. Sofort beim Betreten des Hauses für Natur springt einem eine riesengroße, rote Kugel ins Auge. Mitten im Raum be- findet sich dieser Ball und repräsentiert das schockie- rende Volumen der 30 Kilo- gramm CO 2 , die täglich pro Person in Niederösterreich ausgestoßen werden. Ihre Ideen zum Klimaschutz kön- nen die Besucherinnen und Besucher auf vorbereitete, grüne Kärtchen schreiben, um den glühend roten Ball, der gleichzeitig auch für die Erde steht, wieder zu einem grünen Planeten zu machen. Wem das Konzept dennoch zu abstrakt erscheint, wird an der nächsten Station zu Klarheit verholfen. Hier kann das CO 2 nun buchstäblich selbst in die Hand genom- »Auf spielerische Art und Weise wird der eigene Alltag analysiert und vielleicht sogar ein wenig entlarvt.«  fotos: marlene scheuch Die Natürlichkeit des Lebens zu uns zurückholen Buchvorstellung. Der Roman über die „stille Sehnsucht der Menschheit“ ist in seiner vierten Neuauflage aktueller denn je W as wäre, wenn es kein Geld mehr gibt und die Menschen nur mehr so viel neh- men, wie sie geben? Was wäre, wenn es ein Schulsystem gibt, wo wir lernen nach Interesse und nicht nach Vorgaben und Regeln? Was wäre, wenn es das herkömm- liche Gesund- heitssystem nicht mehr gibt und wir nicht unsere Eigenverant- wortung beim Arzt und im Spital abge- ben, sondern die Selbstheilungsprozesse im Körper wirken? Was wäre, wenn wir unsere Erde nicht mehr ausbeuten und zerstö- ren, sondern respektvoll mit ihr umgehen? Wie konnte es so weit kom- men, das Macht, Gier, Geld und einige mächtige Männer uns beherrschen können und warum spielen alle mit? Wieso werden Frauen seit Jahrhun- derten schon unterdrückt und demMann untergeordnet? Wa- rum zerstören wir unsere Erde und dadurch auch uns? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Das Buch beschreibt auf nüchterne, aber sehr klare Art und Weise, wie wir uns und unsere Erde zerstören. Die Autorin wertet nicht, son- dern stellt einfach nur fest. Und wenn man die Wahrheit so offen dargelegt bekommt, bleibt einem sprichwörtlich die Sprache weg. Die Geschichte stellt gegenüber: eine Welt wie wir sie kennen und eine Welt, die wieder lebenswert ist, wie sie sein könnte. Machtlosigkeit und auch Uneinsichtigkeit der Menschen werden erklärt. Die Autorin zeigt auch auf, warum es zu einem Ungleichgewicht gekommen ist und wie am Ende Gleichgewicht wieder herge- stellt werden kann. Ein Muss für alle, die genug haben von der momentanen Machtsituation, in der wir le- ben und für alle, die Verände- rung möchten, aber nicht wis- sen wie – und sich machtlos fühlen. Ein Buch, um endlich munter zu werden, aus unserem Dornröschenschlaf aufzuwa- chen und zu realisieren, was gerade passiert – und das ak- tiv und nicht passiv, denn wir sind nicht nur für uns und un- sere Erde verantwortlich, auch unsere Nachfahren sollten ein lebenswertes Leben füh- ren können. Diese Geschichte besitzt besondere Aktualität und motiviert zu den ersten Schritten in Richtung positive Veränderungen. £ mary glaser roman | Die Rückkehr des weiblichen Prinzips – Die stille Sehnsucht der Menschheit Autorin: Inaqiawa; LebensGut Verlag ISBN 978-3-948885-01-4 Erhältlich im Buchhandel und im Zentrum zum Wohle des Ganzen, Kruppstraße, Amstetten www.zumwohledesganzen.at (0676 66 86 155) Zentrum Zum Wohle des Ganzen . von marlene scheuch mostviertel magazin | 29

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=