momag 388 | FEBRUAR 2021

Gemeinschaft Problematisch wird es aber, wenn die Spielzeit ein über- triebenes Ausmaß annimmt oder sich das (soziale) Verhal- ten des Kindes oder jungen Menschen verändert. Auswir- kungen auf das Sehvermögen, mögliche Kopfschmerzen, Haltungsprobleme, Konse- quenzen für Motorik oder Übergewicht aufgrund des Bewegungsmangels sind ebenfalls Aspekte, die es zu S pielkonsolen und Gaming PCs sind seit langem für viele Jugendliche eine sehr begehrte Möglichkeit der Freizeitgestaltung. Zocken ist bequem, unterhaltsam und lässt sich im virtuellen Rah- men auch interaktiv erleben. Durch die Internetverbindung können Spielerinnen auch ohne echten persönlichen Kontakt vermeintliche Ge- meinschaft erlangen. »Am Ende geht einer doch immer dahin, wohin es ihn zieht.« Antoine de Saint-Exupéry von michie könig gerhard auer 16 Geo-Caching Lunz am See. Ein Themenweg für die ganze Familie, der kurzweilig über den Wasserkreislauf informiert. 20 Schulen als Gemeinschaften. In Zeiten der Distanz stehen Bildungseinrichtungen vor vielen Herausforderungen. 24 Wenn die Kleinen trauern. Häufig brauchen Kinder und Jugendliche hochwertige Begleitung von Erwachsenen. 30 Frauenwohnheim. Unter dem Motto „Brot und Rosen“ erhalten obdachlose Frauen einen sicheren Platz zum Wohnen. 34 Krisengeprüft. Rudolf Papesch aus Mank sitzt im Rollstuhl und meistert sein Leben mit bewunderswerter Zuversicht. 38 Menschenkenntnis. Martin Matheo im Gespräch mit der deutschen Schauspielerin Jo Kern.t mostviertel panorama editorial Recht haben michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at I rgendwie kann es niemand mehr hören. Vom Kindergartenkind bis zur Pensionistin – alle hat es uns erfolgreich zermürbt, dieses kleine Virus, das seit sagen wir einem Jahr „sein Unwesen treibt“. Durch Fami- lien, Freundeskreise, berufliche Teams, Nachbarschaften, durch alle Gemein- schaften zieht sich diese Spaltung, die wir ohnehin alle spüren. Wer hat nun Recht? Sind die Maß- nahmen verhältnismäßig? Müssen wir nun für immer FFP2-Masken tragen? Sogar im Freien, wenn wir durch den Tierpark spazieren? Wird es je wie- der Gastronomie geben? Ein Nacht- leben? Lebensfreude beim Tanzen? Ein herzliches Händeschütteln zur Begrüßung? Ein Bier mit Arbeits- kollegen nach einer anstrengenden Schicht? Urlaub? Oder führt uns die globale Angst vor Ansteckung hin zu einer permanenten Testpflicht? Oder Impfpflicht? Wie sieht es mit der Psyche der Be- völkerung aus? Wir sind alle soziale Wesen. Einsamkeit tut keinem gut. Dann höre ich von Geschäftstrei- benden, die Kunden mit Maskenbe- freiung nicht mehr bedienen möch- ten. Für mich ist das diskriminierend, aber wahrscheinlich fürchten sie sich? Vor der Ansteckung? Vor der Strafe? Die Tests an den Schulen, vor dem Frisörbesuch... Was ist mit den falsch positiven Ergebnissen? Wie fühlt es sich für die Sechsjährigen an, positiv getestet und separiert zu werden? Was ist mit dem Aufwand, der damit entsteht, für Eltern, für Lehrende, für Geschäftstreibende? Für alle? Ist das verhältnismäßig? Und wer hat Recht? Wir haben nicht mehr dasselbe Recht wie noch vor einem Jahr, und nicht mehr dieselben Rechte. Ist das gerechtfertigt? Ist das okay? Sogar Kritik an der Regierung scheint nicht mehr rechtens zu sein. Lässt sich das mit einem Virus rechtfertigen? Und wieso sollen plötzlich alle rechts sein, die nicht mit den Entscheidungen einverstanden sind? Die vielen Lock- downs haben uns alle zumindest an unsere Belastungsgrenze geführt, wenn nicht sogar darüber hinaus. Fällt es uns vielleicht deshalb leich- ter, die Tests und Masken zu akzep- tieren? Für ein bisschen mehr Frei- heit? Es tut doch gar nicht weh...? Mir ehrlich gesagt schon. £ momag 388 | februar 2021 2 | mostvier tel magazin

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