momag 390 | APRIL 2021

7 UrGut-Seminare. Bäuerliches Küchenwissen, oft schon halb vergessen, vermittelt auch Jenny Gruber aus Pöchlarn. 12 Bakterien. Elisabeth Pachucki über das einzigartige Ökosystem in unserem Darm. 16 Rollstuhlsport. Ein Verein in Euratsfeld motiviert dazu, Hürden zu überwinden und gemeinsam aktiv zu sein. editorial Frühlingsgefühle michie könig | Ulmerfeld Chefredakteurin, michie@momag.at D er April ist da, und alles und je- der freut sich auf ein paar aus- giebige Outdoor-Monate. Das spürt man – nicht nur an den ersten wär- menden Sonnenstrahlen auf der Haut, sondern auch darunter. Das hört man – nicht nur an den Rasen- mähergeräuschen, auch an den wun- derschönen Liedern der Vogerl. Das sieht man – nicht nur an den ersten Blumen, die ein Zeichen der Freiheit und der Kraft alles Lebendigen unter Beweis stellen, sondern auch an den zunehmend lächelnden Gesichtern rundherum. Das riecht man – nicht nur am typischen Aroma der „Mist- suppe“, sondern auch an der herr- lichen frischen Luft. Unser Mostviertel ist so eine wun- derschöne Region, dass wir uns wirk- lich permanent alle zehn Finger ab- schlecken können. (Bitte nicht wirk- lich machen, das würde ein noch eigenartigeres Bild ergeben in der Öffentlichkeit, als die vielen FFP2- Masken.) Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass es pures Glück ist, dass wir hier sein dürfen. Ich für meinen Teil würde dieses Glück gerne auch einigen der Kinder schenken, die in den Flüchtlingslagern auf Lesbos von Ratten angeknabbert werden, anstatt viel Steuergeld in Corona- tests zu „investieren“ oder korrupten Regierungsmitgliedern viel zu hohe Monatsgehälter zu bezahlen. Das nächste Bild, das mich per- sönlich irritiert, sind die vielen Pa- kete vor den diversen Haustüren. Seit der kontaktlosen Übergabe (ich frage mich, wie viele Sachen da ver- schwinden), fällt es wirklich auf, wie viel die Leute online bestellen, von „A“ bis „Z“ – bestimmt versteht ihr, welche Anbieter ich meine – ist das der sichere Tod für unsere regionalen Betriebe. Wollt ihr das wirklich? Ich nämlich überhaupt nicht. Es ist au- ßerdem gar nicht immer billiger, und selbst wenn, ist es mir lieber, wir behalten uns die Chance regionaler Jobs, Infrastruktur und wirtschaftli- chen Wachstums, indem wir da alle an einem Strang ziehen. Vielleicht geben ja die berühmten Frühlings- gefühle dem einen oder anderen die Kraft, dahingehend umzudenken. Kommt gut in den Frühling, ver- liert nicht den Mut und genießt die Lektüre unserer April-Ausgabe! £  thema: LEBENSmittel tatjana tupy Na, Mahlzeit! duzieren, aber wenn die Pro- dukte dann mehr kosten (und auch wert sind!) als das Stück Fleisch aus Übersee, dann ... wird schon niemand, der mich kennt, sehen, was ich in den Einkaufswagen lege. Wertigkeit, Hochwertigkeit, Preiswertigkeit Die strengsten Richtlinien in der Landwirtschaft sind jene, die den Bioanbau betreffen. Obst und Gemüse schnei- den hier bei Rückstandsun- tersuchungen auch besser ab. Aber was bedeutet das? Grundsätzlich dürfen nämlich Bio-Lebensmittel nicht mit Pestiziden behandelt wer- den. Auch für die Haltung von Tieren gibt es hier besondere Auflagen. „Bio“ gutzuheißen in Österreich der Anteil der ernährungsbedingten kar- diovaskulären Todesfälle an allen Sterbefällen zwischen 18 und 23 Prozent. Trendig beworbenes Fast Food, die Einstellung „Geiz ist geil“, der f inanzielle Druck, die Globalisierung und auch Zeitmangel bedingen eine Marktsituation, die uns mit- unter zu Konsumentinnen und Konsumenten macht, die nur noch auf das Preis- schild schauen. Gleichzeitig tragen wir als Gesellschaft auch dafür die Verantwor- tung, wie das Image jener aussieht, die unser Essen herstellen. Landwirte sol- len einerseits immer alles in der maximalen Qualität und unter Einhaltung sämtlicher verfügbaren Richtlinien pro- N ahrungsmüll zu gün- stigen Preisen stapelt sich in den Supermärkten. Dabei wissen wir doch, dass uns gewisse Inhaltsstoffe, ein gewisses Essverhalten schlichtweg krank machen. Keine Eilmeldung sondern eher eine allseits bekannte Tatsache: unsere Gesellschaft ernährt sich schlecht. Und zwar wissentlich. Infarkte und Schlaganfälle sind die Folgen und belasten unser Gesundheitssystem. Was die Lebenserwartung deutlich verlängern könnte, ist in al- lererster Linie eine gesunde Ernährung, gepaart mit einem „artgerechten“ Bewegungs- verhalten. Laut der Global Burden of Disease Study der WHO aus dem Jahr 2019 beträgt 2 | mostvier tel magazin 20 Paranormale Phänomene. Die Schallaburg wird als Ort, „an dem es spukt“ unter die Lupe genommen. 28 Great Reset. Ein Blick auf den Plan des Weltwirtschaftsforums, die Gesellschaft neu zu gestalten. 34 Pilgern für den guten Zweck. Gemeinsam mit seinem Hund zieht Sándor Buz zu Fuß los und sammelt Spenden für Streuner.

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