momag 390 | APRIL 2021

SÁndor streunt jedoch streunenden Hunden und deren Betreuung. „Wir Menschen sind zum Teil so fixiert und gelenkt von außen, dass viele überhaupt vergessen, was rund um uns passiert. Ich möchte mit „wal- king4animals“ ein Zeichen setzen und aufzeigen, dass es auch Lebewesen gibt, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, wie sie es verdie- nen würden“, erzählt Sándor. Fußmarsch über 1.300 Kilometer Wie ein Streuner geht er seit dem vierten April 2021 ohne Geld zu Fuß von einem Land zum anderen. Für dieses Pro- jekt nimmt er auch einen liebenswürdigen treuen Be- gleiter aus dem Tierheim mit – den Hund Gyango. Die He- rausforderung besteht darin, S ein Ziel liegt in Sieben- bürgen, es ist die Stadt Reghin und das dortige Hun- deheim. Im März 2020 haben wir bereits über Sándor Buz, den Glasbläser, Beatbo- xer und Umweltak- tivisten berichtet. Diesmal gibt es zu seiner Wan- derung – sei- nem „Streu- nen“, wie er es bezeich- net – einen Aufruf. Denn wer will, kann Sándor beglei- ten. Die erste Etap- pe führt von St.Pölten nach Mariazell, dann geht es westwärts Richtung Un- garn. Sándor beherrscht die Sprache unserer Nachbarn und ist guten Mutes, sich auch in Rumänien verstän- digen zu können. Geld hat er keines dabei, jedoch will er Spenden einsammeln. Einen geringen Teil davon wird er für die pflanzliche Nahrung verwenden, die er selbst zu sich nimmt. Der Großteil gilt Spendenkonto Tierschutzverein Robin Hood AT63 2025 6000 0094 9875 Spendenzweck: walking4animals fotos: sándor buz web | www.robinhood-tierschutz.at/projekte/rumaenien-tierheim/ www.walking4animals.online tierisch Typgerechte Auslastung elisabeth sommerfeld-pelikan | Winklarn Tiertraining und Verhaltensberatung, elisabeth.sommerfeld@gmail.com www.einfachtierisch.at M it dem Einzug eines hündischen Familienmitglieds geht nicht nur Freude einher – sondern auch große Verantwortung. Im Laufe der Dome- stizierung haben sich unter dem Ein- fluss des Menschen hochspezialisierte Rassen entwickelt. Ein Border Collie ist in der Lage, zu erkennen, ob von 80 Schafen ein Tier fehlt. Er kann Signale des Hirten über weite Distanzen hören und entspre- chend reagieren. Ein Bloodhound be- sitzt über 300 Millionen Riechzellen (ein Schäferhund hat im Vergleich „nur“ 127), was ihn zu einem unü- bertroffenen Spürhund macht. Vor allem Rassehunde und Mischlinge von Arbeitsrassen brauchen Aufga- ben, Auslastung und Förderung ge- mäß ihrer Veranlagung. Fehlt dies, können Verhaltensauf fälligkeiten, physische und psychische Erkran- kungen, aber auch für uns unange- brachtes und gefährliches Ausleben ihrer Veranlagung – zum Beispiel Ja- gen oder Hüten von PKWs – die Fol- ge sein. Es gibt eine Vielzahl von Be- schäftigungsmöglichkeiten, die den Hundetypen gerecht werden. Besonders für jagdlich motivierte Hunde sind Dummytraining und Na- senarbeit eine abwechslungsreiche und spannende Tätigkeit, wie Verlo- rensuche, Fährtentraining, Mantrai- ling (die Suche nach einer vermiss- ten Person), Geruchsidentifizierung oder Geruchsmemory. Die jagdliche Veranlagung wird befriedigt und die Zusammenarbeit verbessert. Dabei trainiert der Hund seine jagdliche Reizschwelle, was vor allem beim „Jagdkontrolltraining“ sehr hilfreich ist. Varianten der Dummy- und Nasen- arbeit können dem Hund im eigenen Heim oder während des täglichen Spaziergangs angeboten werden. Hütehunde, aber auch andere Ras- sen, können zum Beispiel Treibball er- lernen. Dabei werden große Gymna- stikbälle in Zusammenarbeit mit dem Hundeführer oder der Hundeführerin mittels Hüteaufgaben bewegt. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind so vielseitig und abwechslungsreich, dass sich für jedes Mensch-Hund-Team eine typgerechte Auslastung finden lässt, die Spaß macht und zur Gesund- erhaltung beitragen kann. £ momag 390 | april 2021 34 | mostvier tel magazin

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