momag 394 | SEPTEMBER 2021

gien und nicht zuletzt durch die Maßnahmen im Zusam- menhang mit dem SARS-CoV- 2-Virus. All dies beeinflusst nicht nur Erwachsene, son- dern natürlich auch Kinder. Es stellt sich die Frage, ob der lehrerzentrierte Unter- richt die selbstständige Aus- einandersetzung mit Themen fördert, die im Grunde aber gefordert wird. Es stellt sich auch die Frage, ob eine Klas- se, die bis zu 25 junge Men- schen umfassen kann, als homogene Lerngruppe ge- sehen werden kann, die sich neues Wissen in gleicher Art und in gleichem Tempo und in den gleichen Büchern und in gleichem Maße aneignet. D ie Schnelllebigkeit und die raschen Veränderungen in der gegenwärtigen Zeit verlangen ein permanentes Anpassen und Umlernen. Abakus und Atlas sind out. Es lebe Google. Oder doch das eigene Gedächtnis? Die eigene Verantwortung für Entscheidungen, die eige- ne Initiative? Denn selbst ist der Mann, die Frau, das Kind. Individualisiertes Lernen Unsere Gesellschaft ist ge- prägt durch eine Plurali- sierung der Lebensformen, die kulturelle Vielfalt, unter- schiedliche Erziehungs- und Lernformen, neue Technolo- Eigen | ständigkeit initiative verantwortung Lehren lernen D er Montessori Pädagogik Verein Niederösterreich bietet in Kooperation mit der Kirchlich Pädagogischen Hochschu- le (KPH) Krems Diplomkurse für Montessori-Pädagogik. Diese richten sich an Pädagogen und Pädagoginnen in Kindergarten, Volksschule, Sonderschule und Schulen im Sekundarbereich. Es können auch interessierte Eltern an der Ausbildung teilnehmen. Im Oktober startet wieder ein Ausbildungskurs, der an ausge- wählten Wochenenden stattfindet und 4 Semester dauert. £ web | www.montessori-noe.at fotos: marie bleier rat & tat Häuslicher Unterricht I n Niederösterreich sind per August 40% mehr Schüler und Schülerinnen von der Schule abgemeldet worden, als im Schuljahr 2019/2020 und wer- den ab September von ihren Eltern zuhause unterrichtet. Maskenpflicht, Abstandsregeln und kontinuierliches Testen haben Eltern zu dieser Ent- scheidung bewogen. Die Angst vieler Kinder, in der Schule ein positives Testergebnis zu bekom- men und dann abgesondert zu wer- den, ist für diese besonders schlimm. Die Abstandsregeln und auch die Maskenpflicht machen soziale Inter- aktion oft sehr schwierig. Die Lehrer und Lehrerinnen in unseren Schulen geben mit Sicherheit ihr Bestes, um den Kindern eine möglichst ange- nehme und lehrreiche Schulzeit zu bescheren. Aber viele Kinder sind in der Schule unsicher und womöglich auch mit der ganzen Situation über- fordert. Gerade die Kinder der ersten Klasse haben es besonders schwer – alles ist neu und ungewohnt. Durch die Maskenpflicht ist nonver- bale Kommunikation stark erschwert, da Mimik kaum noch sichtbar ist. Die Kinder der zweiten Klasse haben im ersten Schuljahr viel Zeit im Homesch- ooling verbracht und wenig Kontakt zu ihren Klassenkameraden – auch für sie ist vieles neu. Mit Maske neue Freunde zu finden und sich in die Gemeinschaft zu integrieren, ist für viele Kinder schwierig bis unmöglich. Viele Eltern haben aufgrund der Lock- downs und dem damit verbundenen Homeschooling schon viel Erfahrung mit dem Zuhause unterrichten. Ich bin mir sicher, dass jede Mutter und jeder Vater sich die Entscheidung für den häuslichen Unterricht nicht leicht gemacht hat und diese reiflich überlegt ist. Ich wünsche allen Eltern viel Er- folg beim Unterrichten ihrer Kinder und den Kindern wünsche ich in ih- rer Freizeit viele schöne Momente ohne Angst – und Freundschaften ohne Maske und Abstandsregeln! Und egal, ob sich Eltern für den häuslichen Unterricht oder den Schulbesuch ih- rer Kinder entscheiden, wünsche ich mir eine gegenseitige Akzeptanz al- ler Eltern, Großeltern und auch der Kinderlosen. £ elke rösen | Seitenstetten Dipl. Lebens- und Sozialberaterin elke@momag.at , 0650 7609016 www.die-lebensberaterin.net momag 394 | september 2021 20 | mostvier tel magazin

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