momag 394 | SEPTEMBER 2021

jedes Kleidungsstücks klar ersichtlich. Zirkuläre Modeindustrie als Ziel Das Cradle-2-Cradle-Prinzip von Ikonity in Wieselburg er- möglicht es Kundinnen und Kunden, eigene Kleidung ein- zusenden und so zum Start eines Kreislaufs beizutragen. Ikonity arbeitet mit Upcy- cling-Designern zusammen, welche mit bereits zuvor exi- stierenden Kleidungsstücken und Stoffen arbeiten, um neue, einzigartige Stücke zu kreieren. Damit wird der Le- benszyklus eines Kleidungs- stücks maximal verlängert. „Wir wollen Schritt für Schritt daran arbeiten, dass wir Sa- chen wiederverwerten und gleichzeitig unsere Designer animieren, schon beim Pro- duktentwurf auf dieses zir- kuläre System zu achten“, so Max. Dies bedeutet, Produkte so zu entwerfen, dass sie spä- ter wieder einfach auseinan- dergenommen und wieder- verwertet werden können. Wichtig bei nachhaltiger Mode ist also die Retouren- quote. Dies ist auch bei Valle ō Valle ein Grundprinzip, weshalb der Fokus auf wal- lende, angenehme Kleidung ohne genaue Passform ge- legt wurde. Für Norah sind aber vor allem die Kunden wichtig: „Ich habe es für die Menschen gemacht, dass sie sich wohlfühlen. Weil es so schön ist, wenn man in et- was passt oder es passend machen kann. Ich mache Mode für den Körper.“ Dass keine unnötigen Über- bleibsel erzeugt werden, da- rum kümmert sich auch der Weltladen Steyr. Geschäfts- führerin Kristin Bürbaumer ordert immer ein Jahr im Voraus und legt dabei Wert darauf, nicht im Überfluss zu  Das Kernstück von Valle ō Valle – der Kimonorah – ist nicht nur nachhaltig und fair produziert, sondern stellt sich auch gegen das aktuell gängige Größensystem. niko havranek barbara amon bestellen. Kundenmüssen sich darauf einstellen, dass nicht immer alles in jeder Größe verfügbar ist. Verkauft sich dennoch nicht alles aus der Kollektion, werden betref- fende Stücke nicht wegge- worfen, sondern bleiben zu einem niedrigeren Preis im Laden erhältlich. Fast Fashion Unfug Warum sollten Konsumenten diese Umstellung wagen? „Es ist wichtig im Hinblick auf die Zukunft, auf den Umgang mit unseren Ressourcen zu achten. Der Planet ist end- lich, mit Ressourcen müssen wir haushalten“, so Matthias von Ikonity. Die Textilindu- strie und wie mit Mode um- gegangen wird, spielt auch eine Rolle. „Fast Fashion“ im Sinne von Kleidung, die nur für kurze Zeit getragen und dann entsorgt wird, stellt ein riesiges Problem dar. Wichtig sind zirkuläre Prozesse, die dafür sorgen, dass Ressour- cen für die nächste Genera- tion bleiben. Faire Mode unterstützt nicht nur Produktionsbe-  Ansprechpartner: Valle ō Valle | Pop-Up-Shop bis 30.9. in 1070 Wien, Lerchenfelder Str. 85–89, valleovalle.com Ikonity | Pop-Up-Shop in Mödling: 25.10.–21.11., www.ikonity.at Weltladen Steyr | Am Grünmarkt 16, www.weltladen-steyr.com ...bei Rosa König , Inhaberin der Fundgrube in Hausmening Nachgefragt... Es steckt zwar einiges an Aufwand dahinter, alle Waren anzunehmen, zu sichten und zu etikettie- ren, aber am Ende des Tages ist es immer ein gutes Gefühl, Nachhaltigkeit zu unterstützen. Es macht richtige Freude, wenn die Leute mir erzählen, dass sie etwas schon so lange suchen, und bei uns sind sie fündig geworden. Das Dekorieren der Ausla- gen, das Arrangieren unserer Deko-Artikel und der Spielsachen ist auch eine kreative Aufgabe, die mir gut gefällt. Die Sachen, die gespendet wer- den, stehen bei uns in einer besonderen Ecke, in der ich Spenden für ein soziales Projekt sammle. Ich freue mich schon sehr auf den Moment, wenn ich die Summe übergeben darf. £ Was schätzen Sie an Second Hand? michie könig 1 Jahr = € 33 = 10 Ausgaben + muntamocha-Häferl gratis Info und Bestellung: eMail abo@momag.at oder WhatsApp / SMS an: 0650 5510 222 AB »Wir haben über die letzten 20 Jahre gelernt, dass ein Stück Stoff, das sogar genäht und konfektioniert ist, nichts wert ist.« momag 394 | september 2021 34 | mostvier tel magazin

RkJQdWJsaXNoZXIy NjM5MzY=