momag 394 | SEPTEMBER 2021

Mehr als flüssi das Volk eine junge Königin möchte, werden die ausge- wählten Maden nur noch mit Gelée Royal gefüttert. Diese Entscheidung obliegt dem Volk. Daraus entstehen dann neue, junge Königinnen. Die stärkere Königin sticht dann die anderen Königinnen ab und übernimmt damit das Regiment. Der Königinnenfuttersaft oder Weiselsaft ist ein Sekret der Schlunddrüsen, das die Arbeitsbienen absondern. Es ist die einzige Nahrung für die Bienenkönigin während ihres Lebens. In der Naturheil- kunde gilt es als Stärkungs- mittel für den Menschen. Das hochwertige Eiweiß verdirbt irrsinnig schnell und ist sehr zeitaufwändig in der Gewin- nung. Gelée Royal wird luft- getrocknet und steht dann der Pharma- oder Kosmeti- kindustrie zur Verfügung. Es auch im Rahmen einer Füh- rung. Die Leidenschaft für die Imkerei wurde Roland Heinzle von seinem Vater weitervererbt. Das ist in der Familie Heinzle schon in der vierten Generation so. Gelée Royal und Infotainment Aus Funden weiß man, dass es Bienen schon seit der Zeit der Dinosaurier gibt. Letzte- re sind ausgestorben, aber Bienen gibt es nach wie vor, und dies weitgehend un- verändert. Indem die Köni- gin Eier legt, und zwar rund 2.700 pro Tag, vermehren sich die Bienen. Die Droh- nen begatten die Königin. Wenn das Volk nicht mehr zufrieden ist mit der Köni- gin, weil sie etwa zu alt ist, wird diese verjagt. Ein Volk ohne Königin gibt es nicht, dieses würde sterben. Sobald  Walter Kammerhofer, Roland Heinzle und Michie König beim Verkosten der hochwertigen Produkte. fotos: christina fally mostviertorial Anti-Urass- Economy peter brandstetter | Petzenkirchen peter@momag.at W er das schon ein wenig in die Jahre gekommene Wort „uras- sen“ verwendet, meint damit sowas wie „verschwenden“. Urassen ist ein gefühl- und gedankenloses Übrig- lassen und Wegschmeißen, ein re- spektloses Vergammeln lassen von wertvollen Ressourcen; das Gegenteil dessen, was ein achtsamer Kaufmann oder ein umsichtiger Bauer im Sinn haben. Heute, wo die Verfügbarkeit von Gütern und knappe Ressourcen maßgebliche Faktoren des Alltags geworden sind, ist Urassen das Ge- genteil dessen, was vorausschauend und g’scheit ist. Wegwerfen ist zu einer zentralen Eigenschaft unserer Gesellschaft ge- worden. Wurden früher Dinge repa- riert, haben ein halbes Leben lang gehalten oder wurden gar vererbt, so landet heute Vieles nach kurzer Zeit im Müll. Dabei handelt es sich eigentlich um „Wertstoffe“: Mate- rialien, die Preis und Wert haben. Glücklicherweise nimmt eine wirt- schaftlich und ökologisch optima- lere Strategie massiv Fahrt auf: Die Kreislaufwirtschaft wird bei uns von vielen Unternehmen und Kommunen vorangetrieben. Neben Reparatur, Re-Use, Upcycling, Cradle-to-Cradle gehört auch die sorgsame Trennung des Mülls und der Reststoffe dazu. Aufklärung der Bevölkerung, neu- gierige Forscher und aktive Unter- nehmer schaffen neues Wissen und attraktive Produkte. Wenn Kreativi- tät, Erfinder- und Unternehmergeist zusammenspielen, wird nicht mehr geurasst, sondern es entstehen läs- sige Produkte und spannende Ar- beitsplätze. Mehr als zusätzliche 200.000 Jobs schätzte man schon 2017 für Europa nur durch gutes Recycling; da sind Ingenieure, Pädagogen, Forscher und Unternehmer noch nicht mitge- rechnet. Kreislaufwirtschaft ist das kommende Ökonomie-Modell! Nix ist wertlos, alles hat eine Zukunft. Die Mostviertler Bezirke Melk und Scheibbs mit ihren Umweltverbänden wollen Modellregion für Bio-Ökono- mie und Kreislaufwirtschaft werden. Eine gute Idee und ein ambitionierter Plan. Wer jetzt ein Ticket löst, ist da- bei – im Zug in eine lebenswerte und erfolgreiche Zukunft. £ D ie Vögel zwitschern, und die Sonne scheint. Wir befinden uns am Donaurad- weg in Klein-Pöchlarn, wo vor etwa zehn Jahren eine wun- derschöne Idee verwirklicht wurde: ein Park für die und rund um die Bienen. Denn das Bienensterben betrifft nicht nur Honigbienen, son- dern auch Wildbienen. Letzt- endlich wirkt es sich aber auf unser gesamtes Ökosystem aus. Wie wichtig die Bie- nen für unsere Agrar- und Naturflächen sind, wissen wir längst. In diesem öffentlich zu- gängl ichen Park f inden f leißige Bienchen üppige Weiden, die nur ein Mal im Jahr gemäht werden. Wir Menschen dürfen die hohen Blumenwiesen genießen, zur Ruhe kommen und uns einiges an Wissen über die Biene aneignen. Wer möchte, momag 394 | september 2021 4 | mostvier tel magazin

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