momag 395 | OKTOBER 2021

I m Herzen von Amstetten steht eine der besterhaltenen Lok-Remisen Niederö- sterreichs. Sie gilt neben dem Bahnhof als Symbol für die Stadtwerdung Am- stettens. Die riesigen Hallen sind nicht nur historisch bedeutend, sondern auch ein architektonisches Baujuwel. In den vergangenen Jahren wurde daraus eine Event-Location, die ihres- gleichen sucht: ein Schmuckstück, das Urbanität versprüht und den Stellen- wert der „Hauptstadt des Mostviertels“ – Amstetten – mit viel historischem Flair unterstreicht. Viele Menschen verschiedener Altersgruppen hat sie von weit und breit angezogen und be- geistert. Nun soll sie einem Bürokomplex in U-Form weichen. Ein kleiner Teil da- von soll für Gastronomie zur Verfü- gung stehen. Doch das Areal bietet genug Platz für Bürobauten, für Grün- flächen, für Wohnungen, und vieles mehr. Warum muss dieses historische Denkmal abgerissen werden? Warum dieses Ensemble aus Remise und Was- serturm zerstören? Urbanes Feeling lässt sich nicht mit hohen Büroblöcken erzeugen. Facebook: Rettet die Remise Instagram: @rettetdieremise www.rettetdieremise.at Der Zug ist noch nicht abgefahren Noch steht sie, die riesige Veranstal- tungshalle mit zauberhaftem Charme und bester Verkehrsanbindung in gran- dioser Innenstadtlage, um die Amstetten von anderen Großstädten beneidet wird. Unendlich sind ihre Nutzungsmöglich- keiten: der ideale Raum für Konzerte, Vernissagen, Lesungen, Festivals, Fir- men- und After-Work-Events, Public Viewing, Contests, Workshops, Messen, Märkte, Kongresse,... Die Revitalisierung der ehemaligen Lok-Remise als pulsierendes Eventzen- trum rechnet sich möglicherweise nicht unmittelbar. Auf lange Sicht jedoch kann sie als Herzstück eines topmodernen Quartiers der Stadt ein Alleinstellungs- merkmal verschaffen – und eine Strahl- kraft mit Turboeffekt. Helmut Wurzer und Ulli Kühhaas ha- ben die gemeinnützige und unpartei- liche Initiative „Rettet die Remise“ ins Leben gerufen. Damit gibt es eine Mög- lichkeit, die Stimme für deren Erhalt zu erheben. £ michie könig Der Amstettner Lok-Schuppen ist ein historisches Denkmal mit Strahlkraft.  stefan sapper t Darf es nur um Gewinn­ maximierung und Prof it gehen? Meiner Wahrneh- mung nach ist der Großteil der Amstettnerinnen und Amstettner ge- gen einen Komplett-Abriss und möch- te, dass denkmalerhaltend saniert und restauriert wird. Wir brauchen mehr ur- banes Flair in Amstetten. Warum nicht auf bereits vorhandene geschichtliche Kostbarkeiten setzen? Gleiches gilt für mich für den Wasserturm nebenan. £ katharina taudt Stefanie Ebner-Hopf Sozialpädagogin, Verein SAUM Bei den zahlreichen Presse- terminen, die in der Remise abgehalten wurden, betonten alle, wie einzigartig diese Loca- tion ist – vom führenden Politiker bis hin zu den geladenen Gästen. Es ist ein Ob- jekt mit Lokalkolorit. Viele andere Städte haben schön erhaltene, alte Stadtkerne, Amstetten leider nicht. Linz hat die Ta- bakfabrik, Wien St.Marx. Wieso sollten wir nun dieses einzigartige Stück Historie einfach abtragen? £ hannes bittner Michie König Chefredakteurin momag Es ist eine super Location mit einer entspannten Atmosphä- re. Es ist wirklich schön, dass es so etwas mitten in Amstetten gibt. Wir würden gerne unsere künftigen Mitar- beiterfeste wieder dort feiern. £ lebenshilfe nö David Habichler Regionalleitung Lebenshilfe Mostviertel fotos: mostropolis.at  urban 12 | mostvier tel magazin

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