momag 399 | März 2022

Strom-autark Stollen und rund 100 Aquä- dukte – heute alle denkmal- geschützt – wurden gebaut. Neben den notwendigen Versorgungs- und Trans- portwegen entstand auch ein provisorisches Kraftwerk im Steinbachtal bei Göstling an der Ybbs. Schon damals gab es Über- legungen, einWasserkraftwerk zu errichten, um die Stadt Wien auch mit ausreichend Strom zu versorgen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war die Energiegewinnung aus Kohlekraftwerken nicht mehr ausreichend und man suchte konkret nach einem geeigneten Standort für ein Wasserkraftwerk in der Nähe der vorhandenen Hochquell- Wasserleitung. In Opponitz, 170 Kilometer südwestlich von Wien gelegen, wurden die beauftragten Ingenieure B egonnen hat ’s mit der Errichtung der Hoch- quell-Wasserleitung II, de- ren Grundsteinlegung im steirischen Wildalpen bereits im Jahre 1900 durch Kaiser Franz Joseph I. erfolgte. Der Plan, die Stadt Wien mit be- stem Quellwasser aus dem Hochschwabgebiet in der Nordsteiermark zu versor- gen, konnte innerhalb von nur zehn Jahren Bauzeit um- gesetzt werden. Zahlreiche werner fally Beinahe zwei Drittel der heimischen Stromerzeugung erledigen Wasserkraftwerke.  wien energie | fotostudio-wurst.at K napp über 50 Cent lag noch 2005 der Preis für einen Liter Heizöl. Aktuell ist die 1,20 Euro-Marke über- schritten. Der Preis hat sich also in weniger als 20 Jahren mehr als ver- doppelt. Dasselbe gilt für Pellets. Mit einem Einbruch der Heizkosten ist in naher Zukunft jedenfalls nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Mitte des Jahres kommt die CO2-Steuer – für jede produzierte Tonne werden 30 Euro fällig und dieser Betrag soll in den kommenden Jahren noch ver- doppelt werden. Womit sich für alle Hausbesitzer die Frage nach der Leist- barkeit von warmen Räumen stellt. Ob nachwachsende oder fossile Brennstoffe: Die Kosten können Haus- besitzer nicht beeinflussen. Sehr wohl aber haben sie Einfluss auf die Menge der benötigten Brennstoffe. Sowohl bei Sanierungen als auch bei Neu- bauten heißt das Zauberwort Wär- medämmung. Die benötigte Energie für Wärme im Gebäude soll dadurch auf ein Minimum reduziert werden – im Passivhaus sogar auf Null. Altbestände haben mit den einge- setzten Baumaterialien ihre Haltbarkeit bereits über Jahrzehnte mehr oder weniger gut bewiesen. Aber auch bei der Wärmedämmung kommen immer neuere Techniken zum Einsatz, wel- che ebenfalls über die kommenden Jahrzehnte zuverlässig funktionieren sollen. Die Wahl der richtigen Mate- rialien ist dabei ebenso wichtig wie die korrekte Bauausführung. Liegt der „Taupunkt“ zu weit im Innenbereich der Mauer, kann es durch die entste- hende Feuchtigkeit zu Setzungen der Dämmung kommen. Sicherheit haben Auftraggeber durch die in der ÖNORM geregelte Haftung der ausführenden Unternehmen: Diese haften 30 Jahre lang für versteckte Mängel. Zudem gibt es jetzt für je- den Neubau – genauso wie für jedes Elektrogerät – einen „Typenschein“, den Energieausweis. Aufschluss über die Wärmedäm- mung eines Gebäudes bietet auch ein Test mit einer Wärmebildkame- ra sowie ein „Blower Door Test“, bei dem die Luftdichtigkeit gemessen wird. Mit entsprechender Dämmung sichern Sie sich übrigens nicht nur gegen steigende Energiepreise ab. Sie sichern auch den Wert Ihrer Im- mobilie! £ johann koch | Melk Prof i für energieef f izientes Bauen of f ice@oc-block.com, 02752 500 90 heimelig Heizung als Kostenfalle »Von den mittlerweile etwa 3.000 Wasserkraftwerken Österreichs sind nur wenige so alt und noch funktionsfähig.« 26 | mostvier tel magazin

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