20.07.2014 0 Kommentare

Fischproduktion neu entdeckt: Eisenstraße möchte dicken Fisch an Land ziehen.

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Den dicken Fisch an Land ziehen möchte die Region Kulturpark Eisenstraße mit dem Projekt „Wasser.Fisch.Mensch“: Sabine Griesmann (i.V. Projektbetreuer Manuel Filzwieser, Kulturpark Eisenstraße) und Landesrat Stephan Pernkopf. Fotos: www.eisenstrasse.info

Eisenstraße | Dass das LEADER-Projekt „Wasser.Fisch.Mensch“ auf derart großes Interesse stößt, hätten selbst die Projektverantwortlichen nicht erwartet. Zahlreiche Land- und Teichwirte vermelden Interesse an der Initiative.

Die seit Anfang 2014 laufende Initiative zur Bewusstseinsbildung und Förderung der Fischproduktion im alpinen Mostviertel löste einen regelrechten Boom bei interessierten Land- und Teichwirten aus. Am vergangenen Donnerstag besuchte Landesrat Stephan Pernkopf für einen Lokalaugenschein die neu übernommene Anlage der frisch gegründeten Neubruck Fisch GmbH in der Nähe von St. Anton/Jeßnitz.

Dieses neu entfachte Interesse nun zu bündeln, ein professionelles, regionales Produktions- und Vermarktungsmanagement zu etablieren und die permanente Versorgung mit regionalem Fisch zu gewährleisten sind die langfristigen Ziele des Projektes „Wasser.Fisch.Mensch“.

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Lokalaugenschein bei der Teichanlage Saggraben in St. Anton/Jeßnitz: Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Krenn (Neubruck Fisch GmbH), Bundesrat Andreas Pum (Obmann, Regionaler Entwicklungsverband NÖ-West), Bürgermeisterin Christine Dünwald (Schriftführerin, Kulturpark Eisenstraße) und Landesrat Stephan Pernkopf (v.l.).

Kurse ausgebucht

Die drei bis dato abgehaltenen Grundkurse zu den Themen Aquakulturen und Fisch in der Ernährung waren bis auf den letzten Platz ausgebucht. 46 Interessierte konnten sich auf diesem Weg seit dem Frühling 2014 gemeinsam fortbilden. Bereits 14 LandwirtInnen haben sich zudem bereits für betriebliche Basisberatungen angemeldet. Hierbei werden bestehende aber aktuell ruhende bzw. in Planung befindliche Teichanlagen vor Ort von Experten genau unter die Lupe genommen, bei Bedarf einreichfähige, wasserrechtliche Konzepte erstellt bzw. Hilfestellung bei Fragen der Teichplanung und Fördereinreichung angeboten.

Einen Blick über den Tellerrand ermöglicht eine Exkursion am 19. September zu Best Practice Betrieben in Oberösterreich. Dass die Region Kulturpark Eisenstraße für regionale Fischzucht sehr gut geeignet ist, zeigt neben der nachweislich vorhandenen Topwasserqualität auch die vom Ziviltechnikerbüro Schuster erarbeitete Bestandsanalyse von potentiellen Zucht- und Produktionsgewässern in der Region. So gibt es in den 24 Mitgliedsgemeinden der Eisenstraße sage und schreibe 180 Teiche. Jene, die für die Salmonidenzucht (Anm.: die Familie der Salmoniden oder Forellenfische umfasst zahlreiche Gattungen und Arten beliebter Speisefische, wie Lachse, Forellen, Saibling, Huchen, Renken, Äschen) geeignet sind, werden aktuell genauer vermessen und näher bestimmt, um das regionale Zuchtpotential besser bestimmen bzw. um zukünftig eine Kommunikationsplattform für Pächter und Verpächter von Fischgewässern aufbauen zu können.

Grundkurs in der Forellenzucht im Herbst

Aufgrund des großen regionalen Interesses wurde auch ein Grundkurs in der Forellenzucht mit den Fischzuchtexperten Hannes Hager und Heinz Heistinger ausgearbeitet. Starten soll dieser ebenfalls im Herbst dieses Jahres. „Noch sind Plätze frei, Betonung liegt auf noch“, berichtet Projektbetreuer Manuel Filzwieser vom Kulturpark Eisenstraße und freut sich über den Erfolg.

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Acht Familien bilden die Neubruck Fisch GmbH: Bezirksbauernkammerobmann Anton Krenn, Heidi Henikl, Stefanie und Regina Schagerl, Bundesrat Andreas Pum, Landesrat Stephan Pernkopf, Vizebürgermeister Franz Aigner, Andreas Streimelweger, Franz Jagesberger, Bürgermeisterin Christine Dünwald und Monika Karner (hinten, v.l.) sowie Leopold Schagerl, Carolin und Daniel Jagesberger, Ing. Hannes Hager und Michael Karner (vorne, v.l.).

Mit dem erneuten Schulbeginn sollen auch anschauliche Unterrichtsmaterialien für die regionalen Volksschulen zur Verfügung stehen. Diese sollen fächerübergreifend eingesetzt werden und bereits bei der Jugend das Interesse für heimischen Fisch als g’schmackige und gesunde Kost aber auch als interessanten Erwerbszweig wecken.

„Regionale Fischzucht und -vermarktung sind ein absolutes Zukunftsthema und eine große Chance, ein weiteres Standbein für unsere Landwirtschaft aufzubauen. Mit ‚Wasser.Fisch.Mensch‘ übernimmt das alpine Mostviertel eine Vorreiterrolle in der Forellenzucht“, betonte Landesrat Stephan Pernkopf beim Lokalaugenschein.

Die Neubruck Fisch GmbH setzt sich aus acht Familien der Gemeinden Scheibbs und St. Anton/Jeßnitz zusammen und hat im April 2014 zwölf Teiche nahe Neubruck erworben. Bach- und Regenbogenforellen sowie Bachsaiblinge tummeln sich in den Gewässern. „Das reichlich vorhandene, frische, kühle und reine Quellwasser ist die beste Grundlage für eine erfolgreiche Zuchtanlage an diesem Standort“, berichtet Anton Krenn, Obmann der Bezirksbauernkammer Scheibbs. „Aktuell kaufen wir unsere Setzlinge zwar noch aus Oberösterreich zu, das langfristige Ziel ist jedoch auch hier wieder selbst zu züchten.“

Info | Projektbetreuer Manuel Filzwieser, fisch@eisenstrasse.info
oder 0650/20 29 555 , www.eisenstrasse.info/fisch

Rubrik:: Mostviertel

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