14.04.2016 0 Kommentare

Vorhang auf für 63 Kunst- und Kulturprojekte beim „Viertelfestival NÖ – Mostviertel 2016“

Unter dem Motto „Fliehkraft“ bietet das Viertelfestival NÖ vom 5. Mai bis 7. August insgesamt 63 Kunstprojekten eine Bühne „vor der Haustür“.

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„Fliehkraft“ ist das Motto des „Viertelfestival NÖ – Mostviertel 2016“, welches das Kreativpotenzial einer Region gebündelt auf die Bühne hebt. Von 5. Mai bis 7. August werden die Besonderheiten des Mostviertels künstlerisch ins Zentrum gerückt. Aus 151 Einreichungen wurden 63 Projekte (davon 15 Schulprojekte) durch eine Jury ausgewählt. Die Projekte beeindrucken durchwegs durch Originalität und Experimentierfreude ebenso wie durch ihre regionale Verankerung.
Dazu Landeshauptmann Erwin Pröll: „Das Viertelfestival ist ein traditioneller Fixpunkt des Kulturangebotes in Niederösterreich. Es hat sich mittlerweile als eine Plattform für Vielfalt und Qualität vor Ort etabliert und garantiert damit Kultur vor der Haustür. Viele Projekte und Initiativen im Zuge eines Viertelfestivals verankern sich dauerhaft in der Region und sind somit ein nachhaltiger Impuls für das Kulturgeschehen. Diese Auseinandersetzung mit der Kultur ist ein wesentlicher Faktor, der die Identifikation des Einzelnen mit seiner unmittelbaren Heimat ermöglicht. Gerade in der heutigen Zeit ist die regionale Kulturarbeit als identitätsstiftender Faktor unverzichtbar”, so Pröll.

Fliehkraft zwischen Peripherie und Ballungsräumen

Unter dem diesjährigen Festival-Motto „Fliehkraft“ setzen sich die Mitwirkenden mit dem Lebensraum Mostviertel auseinander: Weltweit zieht es die Menschen in die Städte. Die konkreten Gründe dafür sind individuell höchst verschieden. Immer sind sie verknüpft mit der Hoffnung, dass „es“, das Leben, woanders besser ist. Es gibt aber auch gegensätzliche Trends. Stadtflucht. Viele entdecken (wieder) die Qualitäten des Lebens auf dem Lande. Das Motto „Fliehkraft“ stellt die Frage nach den Kräften, die zwischen der Peripherie und den Ballungsräumen wirksam sind. Dabei spielen für das Mostviertel Zentren von ganz unterschiedlicher Größe eine Rolle: Die europäischen Trend-Citys, die Bundeshauptstadt und die Landeshauptstädte, aber auch regionale Zentren, Kleinstädte, Dörfer. Sogar Ortsteile entwickeln Anziehungskräfte.  Demgemäß befassen sich viele Kunstschaffende mit dem Thema „Migration“ einst und jetzt, global und lokal; mit Menschen, die im Mostviertel eine neue Heimat gefunden haben, und mit Mostviertler, die ihre Heimat verlassen haben; mit Fluchtursachen auf der einen Seite, und mit den Gründen fürs Bleiben auf der anderen. Auch Fragen des interkulturellen Austauschs und historische Ereignisse werden aufgegriffen.

Veranstaltungen des Festivals

Multimediales Waidhofen Foto: Uli Kühn

Multimediales Waidhofen
Foto: Uli Kühn

Uli Kühn | Kulturamt der Stadt Waidhofen/Ybbs: „LICHTECHT. Multimediales Waidhofen“
Anlässlich der Eröffnung des Viertelfestival NÖ wird das Rothschildschloss in Waidhofen/Ybbs unter der künstlerischen Leitung des Medienkünstlers Uli Kühn zum Schauplatz eines fulminanten Multimediaspektakels: mit elektroakustischen Uraufführungen, interaktiver Fassaden-Lightshow und atemberaubendem Feuerwerk.
Auf dem Programm stehen eine Musikperformance von und mit Robert Nagy, ein Remix der niederösterreichischen Landeshymne von Lissi Rettenwander und ein Surroundkonzert mit Licht von Uli Kühn und Thomas Wagensommerer im Innenhof des Rothschildschlosses. Es folgen eine interaktive Fassadenbespielung von Uli Kühn beim Schlosshotel und unmittelbar danach ein Feuerwerk, das sich über der Innenstadt entfaltet und für das Uli Kühn ebenso wie für das Surroundkonzert und die Fassadenbespielung eine eigene Komposition erarbeitete.
Programm: Mi, 4. Mai, 19:30 Uhr: Eröffnung Viertelfestival NÖ, 20:30 Uhr: Beginn mit Surroundkonzert, ca. 21 Uhr: Fassadenbespielung, ca 21:30 Uhr: Musikfeuerwerk
Eintritt frei
Schlossweg 2, 3340 Waidhofen/Ybbs,
mit Thomas Wagensommerer, Jakob Wiesmayer, Lilly Panholzer, Uli Kühn, Robert Mathy, Lissi Rettenwander u.a.
Projektleitung: Uli Kühn
Veranstalter: Viertelfestival NÖ & Kulturamt der Stadt Waidhofen/Ybbs
info | Tourismusbüro Waidhofen/Ybbs, 07442 511255, analogs.at, viertelfestival-noe.at/lichtecht

Hubert Guger, Joseph Hofmarcher | Das Kukucks-Team: „Kukucks-Nest. Eine Baumhaus-Installation“
Das „Kukucks-Team“ will Kunst- und Architekturschaffende, Gastronomen, Handwerker und Kreative dazu anregen, ein „Kukucks-Ei auszubrüten“ und dafür ein passendes Nest zu bauen. Das erste Kukucks-Nest ist eine Baumhausinstallation in Scheibbs. Eine alte Linde am Neustifthammer bietet dafür die geeignete Basis. Besucher und Interessierte haben die Möglichkeit, bei verschiedenen „Nestbau“-Workshops selbst aktiv werden. Das fertige Baumhaus kann besichtigt und erklettert werden. Mit dem Projekt soll auf die Schönheit Landschaft und die Vielfalt der kulturellen Angebote im Mostviertel aufmerksam gemacht werden.
Programm: Do, 5. Mai 10 Uhr: „Los geht´s“ – Auftaktveranstaltung mit Freibier und Würste; ab Fr, 6. Mai: wochentags gemeinsames Werken an der Baumhaus-Installation (bei passender Witterung) Termine für Workshops zum sicheren Arbeiten und Klettern am Baum über Kukucks-Nest@guger.at und Facebook (Kukucks-Nest); Sa, 11. Juni 10 Uhr: „Da Juchaza oder Die Gleichenfeier“; 11 Uhr: Freigabe des Baumhauses für Besucher
Eintritt: Getränke, Jause, Kuchen und sonstige freie Spenden
Am Neustifthammer 4, 3270 Scheibbs, eine ca. zweihundert Jahre alte Linde beim Kunsthaus Am Neustifthammer
mit Das „Kukucks“-Team und Freunden
Projektleitung: Hubert Guger, Joseph Hofmarcher
Veranstalter: Das „Kukucks“-Team
info | Hubert Guger 0664 1343601, viertelfestival-noe.at/kukucks-nest

wechselstrom ― Christoph Theiler & Renate Pittroff: „Rotationskörper. Groove der Kulturen“
Die Glocke ist der bekannteste Rotationskörper. Ihr Klang setzt sich aus mehreren Teiltönen und einem Schlagton zusammen. Während die Teiltöne physikalisch messbar sind, ist der Schlagton ein rein virtueller Ton, der die subjektiv empfundene Tonhöhe bewirkt. Im Projekt „Rotationskörper“ wird diese physikalische Besonderheit von Glocken mit ihrer weltweiten Verbreitung verknüpft: Der virtuelle Schlagton Mostviertler Kirchenglocken wird durch eine Improvisation auf außereuropäischen Glocken und Schlaginstrumenten, z.B. auf javanischen Gongs, chinesischen und türkischen Becken, Glocken aus Mali und tibetanischen Klangschalen, kontrapunktiert. Das Instrumentarium umfasst einen Querschnitt durch die Kulturen der Welt und symbolisiert die Möglichkeiten harmonischen Zusammenlebens. Alle Performances werden aufgezeichnet, zu einer Gesamtkomposition remixt und gegen Ende des Festivals im und am Klangturm St.Pölten präsentiert.
Programm: Do, 5. Mai, Stift Göttweig; So, 15. Mai, Stift Seitenstetten; Mo, 16. Mai, Basilika Sonntagberg; Do, 26. Mai, Stift Herzogenburg; Mi 29. Juni, Stift Melk; Sa, 2. und So, 3. Juli, Pfarrkirche Scheibbs; Sa, 9. und So, 10. Juli, Pfarrkirche Lunz am See; Sa, 16. Juli, Klosterkirche Waidhofen/Ybbs; So, 17. Juli, Pfarrkirche Waidhofen/Ybbs; Di, 26. bis Fr, 29. Juli, St. Pölten, Kulturbezirk 2: Präsentation der Glockenkomposition „Rotationskörper“ im und am Klangturm. Die Performances finden auf dem jeweiligen Kirchvorplatz bzw. in Glockenturmnähe während des Glockengeläuts statt, Uhrzeiten auf wechsel-strom.net
Eintritt frei
mit wechselstrom – Christoph Theiler & Renate Pittroff
Projektleitung: Christoph Theiler, Renate Pittroff
Veranstalter: Christoph Theiler
info | Christoph Theiler 0676 3098066, wechsel-strom.net, viertelfestival-noe.at/rotationskoerper

Wilfried König, Lisbeth Löffler: „Nußdorf im Porträt. Gesichter und Geschichten aus Nußdorf“
Der Maler Wilfried König porträtiert Nußdorfer Bürger auf einer 40mal40 Zentimeter großen Leinwand in Öl, während sie jeweils ihre Geschichten erzählen. Auf diese Weise verknüpft König die Geschichte des Ortes mit den Einzelschicksalen der Bewohner. Drei bis maximal fünf Stunden nimmt er sich jeweils für eine Porträtsitzung Zeit. Diese finden öffentlich zugänglich im Atelier des Künstlers statt. Ziel ist, die Menschen möglichst ganzheitlich zu erfassen. Jede Sitzung bzw. jedes Gespräch wird filmisch dokumentiert. Die Porträts werden im Rahmen einer Ausstellung in Nußdorf gezeigt.
Programm: Do, 5. Mai bis So, 7. August: Täglich wird ein Nußdorfer Bürger, während er seine Geschichte erzählt, in Öl porträtiert. Beginn: entweder um 15 oder 17 Uhr; die jeweilige Beginnzeit ist auf der Webseite art-koenig.com ersichtlich.
Eintritt frei
Ort: Atelier Wilfried König, Bäckergasse 8, 3134 Nußdorf ob der Traisen
Projektleitung: Wilfried König, Lisbeth Löffler
Veranstalter: Wilfried König
info | Lisbeth Löffler 0699 18200549, art-koenig.com, viertelfestival-noe.at/nussdorf-importraet

Rainer Vogler: „Fliehen, Verirren, Verweilen. Ein offenes Landschaftskunstprojekt“
„Fliehen, Verirren, Verweilen“ ist ein Landschaftskunstprojekt, das sich aus drei ineinanderlaufenden keltischen Doppelspiralen mit 18 Meter Durchmesser zusammensetzt und unter Mithilfe von Trockensteinmauer-Spezialisten der Weinbauschule Krems und der Gartenbauschule Langenlois sowie interessierten Einwohnern an 16 Tagen aus Naturstein in Trockenbauweise unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit geschaffen wird. Ein Baum, ein Steinmonolith und eine Wasserschale sind die Zentren der drei Spiralen. Eingearbeitet sind ein historischer Mühlstein und Steingravuren. Freiwillige Mitarbeiter sind herzlich willkommen.
Programm: Fr 6., Sa 7., Mo 16., Di 17., Fr 27., Sa 28. Mai; Fr 3., Sa 4., Fr 10., Sa 11., Fr 24., Sa 25. Juni jeweils 9-17 Uhr: offene Projekttage; Ersatztermine: Fr 8., Sa 9., Fr 15. Und Sa 16. Juli, Beginn jeweils 9 Uhr; Sa 25. Juni: abends Sonnwendfeier; So, 7. August 10 Uhr: Eröffnungsfeier
Eintritt frei, Anmeldung zu Projekttagen unter rainer.vogler@wbs-krems.at
3441 Judenau, Wienerwaldstraße zwischen Tullnfluss und Florianipark (Koordinaten 48.285927, 16.010434), Bezirk Tulln
mit ARGE Trockenstein; Johann Datzberger, Mario Fordinal, Theresia Haider, Kurt Lenitz, Helmut Schieder, Rainer Vogler, Hermann Wirrer und der Dorferneuerungsverein Judenau
Projektleitung & Veranstalter: Rainer Vogler
info | 43-676-59 57 626 (Rainer Vogler), viertelfestival-noe.at/fliehen-verirren-verweilen

Gerald Prüller: „Die Kraft zu fliehen. Flucht ― einst und jetzt“
In seinem Dokumentarfilm „Die Kraft zu fliehen“ behandelt der Mostviertler Filmemacher Gerald Prüller anhand von Gesprächen mit Menschen aus dem Mostviertel das Thema „Flucht“.
Dabei kommen einerseits Personen zu Wort, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg flüchten mussten ― sei es als Soldat auf einem der Kriegsschauplätze oder als Frau vor den russischen Besatzern direkt „vor der Haustür“, in der Region. Andererseits erzählen Menschen, die heute aus den verschiedensten Krisenherden des Planeten auf der Flucht sind und hier einen einstweiligen Ort der Ruhe und Sicherheit gefunden haben, von ihren Erlebnissen.
Beide Zeitebenen werden miteinander in Beziehung gesetzt, um zu zeigen, dass auch im Mostviertel einst viele Menschen die Kraft zu fliehen aufbringen mussten und dieses Thema heute noch traurige Aktualität hat. Mit dem Film soll zum Nachdenken über Fluchtursachen angeregt werden.
Programm: Sa, 7. Mai bis Sa, 30. Juli: Präsentation des Dokumentarfilms im Rittersaal bzw. Ritterkeller. Der Film kann jeweils an den Wochenenden während der Öffnungszeiten der Burgarena angesehen werden.
Eintritt: freiwillige Spende
Ort: Burgarena Reinsberg, Reinsberg 1, 3264 Reinsberg,
Projektleitung & Veranstalter: Gerald Prüller
info | Gerald Prüller 0676 6209291, cleanhillstudios.com, www.viertelfestival-noe.at/diekraft-zu-fliehen

Roland Wegerer | Neubruck Immobilien: „Experimentelles Wandern. Expedition beim Töpperschloss“
Inspiriert von der anhaltenden Beliebtheit des Wanderns entwickelt der Künstler Roland Wegerer mit seinem Projekt „Experimentelles Wandern“ einen Wanderparcours im und rund um den Park des Töpperschlosses ― des ehemaligen Herrenhauses des Industriellen Andreas Töpper ― in Neubruck bei Scheibbs, um Wanderern ein Naturerlebnis der besonderen Art zu bieten. Experimentelles Wandern sorgt spielerisch für die Entdeckung überraschender Ausblicke und Sichtachsen, unbekannter Orte und neuer Bewegungsmuster. Auf diese Weise werden neue Qualitäten des begangenen Ortes und auch der eigenen Wahrnehmung sicht- und spürbar.
Der „experimentelle“ Wanderweg wird am 7. Mai eröffnet und erstmals mit dem Künstler begangen. Anschließend ist der Weg bis 7. August täglich frei zugänglich. Start ist direkt vor dem Eingang zum Töpperschloss. Die Gehzeit beträgt etwa eine Stunde.
Programm: Sa, 7. Mai 14 Uhr: Eröffnung und gemeinsame Begehung mit dem Künstler; Start: direkt vor dem Töpperschloss; Gehzeit: ca. 1 Stunde.
Eintritt frei
Töpperschloss, Neubruck 2, 3283 Scheibbs,
Projektleitung: Roland Wegerer
Veranstalter: Roland Wegerer, Neubruck Immobilien GmbH
info | Roland Wegerer 0676 3930314, rolandwegerer.com, viertelfestival-noe.at/experimentelleswandern

Wilfried Leitner, Heiner Brachner | Kunst-Initiative Amstetten (KIAM): „weggehen > ankommen > wo bleiben? Begegnung und Dialog“
Inspiriert von der Tatsache, dass in Amstetten Menschen aus über 70 Nationen von China über Aserbaidschan bis Mauritius leben, organisierten Wilfried Leitner und die Kunst-Initiative Amstetten unter dem Titel „weggehen > ankommen > wo bleiben“ eine interkulturelle Veranstaltungsreihe, in deren Zentrum eine Kunst-Ausstellung und 19 Kunstinstallationen in Amstettens Innenstadt stehen.
Auf der Grundlage von Begegnungen zwischen Künstlern und Zugewanderten schaffen erstere Porträts in unterschiedlichsten Medien und Ausdrucksformen. Diese werden in der Rathausgalerie sowie auf 19 vom Künstler Heiner Brachner gestalteten Metalldisplays im Zentrum der Stadt präsentiert. Bei einem gemeinsamen Abschlussfest übergeben die Künstler als Zeichen der Wertschätzung die Porträts jenen Menschen, die ihrer Kunst ein Gesicht gegeben haben.
Programm: Mi, 11. Mai 19 Uhr, Rathaussaal, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten: Eröffnung der Ausstellung in der Rathausgalerie, Vorstellung der Displays im öffentlichen Raum, Schulprojekt der HLW Amstetten. Fr, 5. August 18 Uhr, Missionswiese der Pfarre St. Stephan, Kirchenstraße 16, 3300 Amstetten: Abschluss der Ausstellung mit Kulinarik und Übergabe der Bilder
Eintritt frei
mit Mitglieder der Kunst-Initiative-Amstetten, Künstler aus OÖ, NÖ, Tirol, Wien, Türkei und Syrien, Schüler der HLW Amstetten
Projektleitung: Wilfried Leitner, Heiner Brachner
Veranstalter: Kunst-Initiative-Amstetten
info |  Wilfried Leitner 0676 65 32880, kiam.co.at, viertelfestival-noe.at/weggehen-ankommen-wobleiben

Heidi Tschank: „DAS GEHEIMNIS DER WELT. Expanded Fields“
Mit ihrer Landschaftsinstallation „Das Geheimnis der Welt“ thematisiert die Künstlerin Heidi Tschank die geheimnisvolle Regenerationskraft der Natur. Die Landschaft ist dort, wo sie der Mensch gestaltet, von Linien als grafisches System überzogen. Diese Linien, die dem Ordnen und Vermessen des Raumes dienen, erfahren in Tschanks „Erdarbeit“ eine künstlerische Interpretation. Durch das Entfernen der Grasnarbe in einer Wiese und das Aufdecken der darunter liegenden Erdschichten entstehen neue Linien, die sich zu einem Ornament von metaphorischer Bedeutung zusammensetzen. Auf diese Weise wird die Natur vorübergehend einem neuen Formwillen unterworfen. Das Kunstwerk unterliegt aufgrund von Wachstumsprozessen der ständigen Veränderung, bis sich die Natur den Raum wieder vollständig zurückgeholt hat.
Programm: Do, 12. Mai 10 Uhr: Eröffnung durch den Bürgermeister (oder Vertretung), Begehung der Installation, Erklärung, Gespräche und Diskussionen mit dem Publikum und der Künstlerin. So, 31. Juli 11 Uhr: neue Begehung der Installation, um festzustellen, wie sich die Installation bzw. die Wiese während der letzten zwei Monate verändert hat. Abschließend feiern wir bei Brot und Wein.
Eintritt frei
Ort: Schillerpark, 3340 Waidhofen/Ybbs
mit Heidi Tschank, Gerald Etzler (Musik/Gitarre)
Projektleitung & Veranstalter: Heidi Tschank
info | Heidi Tschank 0664 1031286, members.aon.at/tschank, viertelfestival-noe.at/dasgeheimnis-derwelt

Christian Falk, Susanne Falk: „LICHT ― DEIN BEGLEITER. Leuchtende Gassen“
Unter dem Titel „LICHT ― DEIN BEGLEITER“ kreiert der Lichtdesigner Christian Falk für zwei enge, nur zu Fuß begehbare Gassen der Pöchlarner Innenstadt eine faszinierende Lichtinszenierung, welche die beiden Wege im wahrsten Sinne des Wortes in ein völlig neues Licht rückt. Licht sei, so Falk, ein wesentliches Element unserer Welt, ohne das es kein Leben gäbe.
Entlang der Fußwege werden Scheinwerfer mit RGB-Farbmischsystem montiert, mit dem eine farbkomponierte Grundstimmung erzeugt wird. Sensoren registrieren die Bewegung von Fußgängern und aktivieren bzw. beeinflussen das Licht- und Farbspiel. Je nach Umsetzung entsteht der Eindruck, dass das Licht mit der Person mitwandert oder sich dabei farblich verändert. Die Scheinwerfer benutzen moderne LED-Technik und sind somit stromsparend und langlebig. Die Installation wird nach dem „Viertelfestival NÖ“ weiter bestehen und jeweils nach Sonnenuntergang aktiv sein.
Programm: Do, 12. Mai, 18 Uhr: feierliche Eröffnung der Lichtinstallation, regionale Spezialitäten am Pöchlarner Schmankerlmarkt am Kirchplatz; Do, 12. Mai bis So, 7. August: Die Lichtinstallation ist täglich ab Sonnenuntergang aktiv. Sa 25. Juni 21 Uhr: Pöchlarner Sonnwendfeier mit der Lichtinstallation als Programmpunkt.
Eintritt frei
Ort: Stadtzentrum Pöchlarn, Kirchplatz 3-5, 3380 Pöchlarn
mit Christian Falk – Lichtdesign
Projektleitung: Christian Falk, Susanne Falk
Veranstalter: Christian Falk
info | Christian Falk 0676 9390382, wiewerk.at, viertelfestival-noe.at/licht-dein-begleiter

Ping Frederiks, Atanas Kolev: „255.758.006 km bis Utopia. Mars-Auswanderer gesucht“
„255.758.006 km bis Utopia“ ist eine skulpturale, begehbare Installation von Atanas Kolev, mit der die Möglichkeit der Übersiedlung der Menschheit von der Erde auf den Mars thematisiert wird. Ausgangspunkt ist die weltweite Migrationsbewegung und die Annahme, dass der Druck der Migration eines der zentralen Themen dieses Jahrhunderts zu werden scheint. Die Bewegung der Menschen unterliegt der Fliehkraft, auf der Suche nach einem Traum, einer Utopie.
Die Installation steht auf einer drehbaren Plattform und besteht aus einer Kugel in Form der Erde, verformt durch die Beschleunigung der Zentrifugalkraft. Das Kugelobjekt mit vier Metern Durchmesser ist aufgebaut aus Meridianen und deren Parallelen aus Beton und Eisendraht und teilweise verkleidet mit Edelstahlblech. Die Besucher können in seinem Inneren durch ein Fernrohr hindurch den Planeten Mars betrachten.
Programm: Do, 12. Mai 17 Uhr: Eröffnung der Installation
Eintritt frei
Ort: Donaugelände, 3380 Pöchlarn
Projektleitung: Ping Frederiks, Atanas Kolev
Veranstalter: Ping Frederiks
info | Ping Frederiks 0676 4629840, ping-atanas.com, viertelfestival-noe.at/kmbisutopia

Sigrid Friedmann, Ulrich Kaufmann | Waidhofen/Ybbs: „Planet Mostviertel. Interaktives Raumerlebnis“
Mit ihrer innovativen Projektionsskulptur „Planet Mostviertel“ wollen die Lichtdesigner Sigrid Friedmann und Ulrich Kaufmann für die bewusste Gestaltung des Lebensraums Mostviertel sensibilisieren: Aus zweidimensional gestalteten Bildern entsteht ein dreidimensionaler Himmelskörper ― der „Planet Mostviertel“, eine mediale, interaktive Rauminstallation.
Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind eingeladen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, um diesen zu erweitern, zu verändern oder neu zu gestalten. Sie werden angeregt, sich auf spielerische Weise mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen und ihren Vorstellungen Raum zu geben.
Programm: Fr, 13. Mai 10 Uhr: Präsentation der Rauminstallation in Anwesenheit der Künstler; Fr, 13. Mai bis Fr, 27. Mai jeweils 10-17 Uhr: Zugang zur interaktiven Projektionsskulptur.
Eintritt: Besichtigung im Rahmen des allgemeinen Ausstellungsbesuches mit den dort üblichen Eintrittspreisen; alleinige Besichtigung der Installation von Mo bis Fr bei freiem Eintritt möglich.
Ort: Schloss Rothschild, Schlossweg 2, 3340 Waidhofen/Ybbs
Projektleitung: Sigrid Friedmann, Ulrich Kaufmann
Veranstalter: Sigrid Friedmann
info | Tourismusbüro Waidhofen/Ybbs 07442 511 255, www.5e-waidhofen.at, www.viertelfestival-noe.at/planetmostviertel

Barbara Schoder, Ingrid Mayerhofer | Café zum Kuckuck: „Zum Kuckuck mit Dir! Kultur im Café“
In einem Gemeinschaftsprojekt zeigen die im Café „Zum Kuckuck“ ansässigen Vereine „C.u.l.t.“, „Kulturhof“, „Südfilmfest“ und einige Künstler unterschiedliche Perspektiven zum Festivalmotto „Fliehkraft“. Auf dem interaktiven Kulturprogramm stehen eine Ausstellung, zwei Open-Air-Filmabende, zwei Theateraktionen mit Publikumsbeteiligung, hochkarätiger Jazz und traditionelle Volksmusik im neuen Gewand. Im Juni und Juli wird im Gastgarten philosophiert und gebruncht.
Das Café Zum Kuckuck gilt in Amstetten und Umgebung als Kultur-Treffpunkt und Szene-Hot-Spot, wo sich Künstler und andere engagierte Menschen in weltoffener Atmosphäre austauschen und vernetzen.
Programm: Sa, 14. Mai 19 Uhr: Ausstellungseröffnung; 20 Uhr: Konzert „Wladigeroff Brothers“; in der Pause Theateraktion „Speed-dating“; Sa, 28. Mai 10-13 Uhr: Bio-regional-global-fairer Brunch, Weltladen & Verein Netzwerk; Ausstellung „So essen Sie“; Di, 14. Juni 21 Uhr: „Das brandneue Testament“ – Open-Air-Kino; davor Theateraktion „Ketten-Wort-Karussell”; Mi, 15. Juni 21 Uhr: „Can‘t be silent“ – Open-Air-Kino; Sa, 16. Juli 19 Uhr: Philosophisches Café – „Anderswo und hier“; Sa, 23. Juli 19 Uhr: Lange Nacht der Küken – Musik, Kurzfilme, Lesung der Gruppe „Beau Cube“; Sa, 6. August 20 Uhr: Konzert „MoreMostMusic“; Finissage
Eintritt: Konzerte 12 €, Kino 7 € (Café Zum Kuckuck, 07472 61456, kuckuck@eclipso.at)
Ort: Café Zum Kuckuck, Linzerstraße 1, 3300 Amstetten
mit Vereine C.u.l.t., Kulturhof, Südfilmfest, Julia Schoder, Helmut Küblböck, Beau Cube, Die SPINNEN!
Projektleitung: Barbara Schoder, Ingrid Mayerhofer
Veranstalter: Café Zum Kuckuck
info | Barbara Schoder 0650 6914579, kuckuck.at, viertelfestival-noe.at/zum-kuckuck-mit-dir

Isabell Kneidinger, Gerfried Hinteregger | „Wir Haager!“: „LADEN/HÜTER. Haag revisited“
Leerstände in Ortszentren sind einerseits Zeugen der Abwanderung und der Veränderung sozialer und ökonomischer Strukturen, andererseits bieten die verwaisten Geschäftslokale Raum für kreative Ideen, die neue Anziehungspunkte generieren können, um das Leben im Ortskern zu stimulieren.
In Stadt Haag setzen Künstler und Architekten neue Impulse zur Raumnutzung und bespielen unter dem Titel „LADEN/HÜTER“ zwei Monate lang leer stehende Geschäftsflächen. Ein Lokal mutiert zur „camera obscura“ . Leere Auslagen werden zu „Screens“ umfunktioniert, die historisches Filmmaterial über die Stadt in den öffentlichen Raum ausstrahlen. In einer Ausstellung sind Objekte der Haager Bevölkerung mit persönlichen Geschichten zu sehen sowie ― als Pendants dazu ― Arbeiten der Künstler und Architekten. Um Leerstand öffentlich sichtbar zu machen, werden Grundrisse von Läden grafisch in den Außenraum gespiegelt. In diesen neuen „Räumen“ im öffentlichen Raum wird der Bevölkerung die Möglichkeit geboten, Wünsche an ihren Wohnort kundzutun.
Programm: Fr, 20. Mai 18:30 Uhr: feierliche Eröffnung und Vorstellung des Kunstprojekts „LADEN/HÜTER“; Eröffnung der Ausstellung mit Haager Objekten; erste Film-Screenings. So, 22. Mai 16 Uhr: Eröffnung der „camera obscura“. So, 17. Juli 18 Uhr: Abschlussfeier
Eintritt frei
Ort: ehemalige Geschäftslokale in 3350 Haag
mit Connie Herzog, Gerfried Hinteregger, Isabell Kneidinger, Thomas Weinberger
Projektleitung: Isabell Kneidinger, Gerfried Hinteregger
Veranstalter: Isabell Kneidinger, Stadtgemeinde Haag, Stadtmarketingverein „Wir Haager!“
info | Isabell Kneidinger 0699 15046860, ladenhueter2016@gmail.com, ladenhueter2016haag.wordpress.com, viertelfestival-noe.at/ladenhueter

Alois Lindenbauer: „WEGE bewegen MENSCHEN. Eine Steigwerkstatt“
Vor dem Hintergrund von Landflucht und ihren Folgen für die Städte sowie einer zunehmend burn-out-gefährdeten Gesellschaft versteht sich das Projekt „WEGE bewegen MENSCHEN“ des Künstlers Alois Lindenbauer als kritische Standortbestimmung, als Medium der Bewegung in Naturräumen und als Hommage an Wege und Steige als schützenswerte Kulturgüter. Lindenbauer nähert sich dem Themenkomplex mit einem umfassenden Veranstaltungsprogramm, das geführte Wanderungen ebenso wie Vorträge bzw. Info-Abende und Ausstellungen umfasst.
Programm: Fr, 20. Mai 19:30 Uhr, 3335 Weyer, Egererschloss, Marktplatz 30: Franz Sieghartsleitner, Alois und Petra Lindenbauer. Sa, 21. Mai 19:30 Uhr: Raimund Tremetsberger. So, 22. Mai 8 Uhr, 3335 Weyer, Küpfern, Hammergraben – Parkplatz: Paul Wolf. Fr, 10. Juni 19:30 Uhr, 3343 Hollenstein/Ybbs, Vereins-heim, Dornleiten 71: Geologin Maria Heinrich. Sa, 11. Juni 19:30 Uhr: David Bröderbauer, NFI. So, 12. Juni 8 Uhr, 3343 Hollenstein/Ybbs, Treffnerguthammer, Dornleiten 19: Blumenwanderung. Fr, 24. Juni 19:30 Uhr, 3293 Lunz am See, Amonhaus, Amonstraße 16, Bezirk Scheibbs: Maria Heinrich, Alois Lindenbauer. Sa, 25. Juni 19:30 Uhr, Amonhaus: Peter Kapelari, ÖAV. So, 26. Juni 8 Uhr, 3293 Lunz am See, Töpperbrücke – Parkplatz: Bergwanderung.
Eintritt: freie Spende
Projektleitung & Veranstalter: Alois Lindenbauer
info | Alois Lindenbauer 0664 9530856, viertelfestival-noe.at/wege-bewegen-menschen

Gregor Kremser, Robert Streibel | Kunstverein „raumgreifend“: „Fluchtwege. Auf den Spuren der Kremser Hasenjagd“
Am Ende des 2. Weltkriegs, Anfang April 1945, wurden rund 1.800 Häftlinge des Zuchthauses Stein, des größten Gefängnisses auf dem Gebiet der damaligen „Ostmark“, freigelassen. Unter den Insassen waren zu diesem Zeitpunkt viele RegimekritikerInnen sowie politische Gefangene aus ganz Europa. Rund 600 von ihnen wurden unmittelbar nach ihrer Freilassung von SS-, Wehrmachts- und Volkssturmmitgliedern ermordet. Die Toten sind bis heute nicht geborgen. Der Künstler Gregor Kremser und der Historiker Robert Streibel laden zur Begehung einer der Fluchtrouten, nämlich von Stein über Mautern und Furth nach Paudorf ein, um das Schicksal einiger dieser freigelassenen Häftlinge zu thematisieren.
Vor Beginn der Wanderung gibt Robert Streibel einen historischen Überblick. In Mautern stellt Karl Reder lokal­historische Bezüge zum Thema Flucht her. Exklusiv für die Wanderung wird ein bisher noch unveröffentlichter Text über die Fluchtgeschichte des freigelassenen Stein-Häftlings Nikos Mavrakis vorgetragen. Künstler des Vereins „raumgreifend“ begleiten die Wanderung mit Aktionen, Performances und Installationen. Eine historische Wanderkarte mit den Fluchtrouten sowie eine Publikation sind in Planung.
Programm: Sa, 21. Mai 9 Uhr, Krems/Stein: offenes Atelier „funk und küste“, Steiner Landstraße 14; Projektstart. 11:30 Uhr, 3512 Mautern, Schloss Mautern, Bezirk Krems-Land: Lesungen und Kurzvorträge zum Thema Flucht mit Mautern-Bezug. 13-17 Uhr: gemeinsame Wanderung von Mautern nach Paudorf (über Furth), Aktionen und Interventionen von Künstlern des Vereins „raumgreifend“ am Weg. 17 Uhr, 3508 Paudorf, Hellerhof, Hellerhofweg 7, Bezirk Krems-Land: Kunst und Geschichte zum Thema. Ausklang mit Wein und Snacks.
Eintritt frei
mit Sabine Bauer, Dalia Blauensteiner, Gabriele Ebmer, Christian Gmeiner, Friederike Grühbaum, Astrid Hofstätter, Katharina Klik, Heinz Körner, Gregor Kremser, Tanja Münichsdorfer, Ursula Oswald, Karl Reder, Jochen Sengseis, Robert Streibel
Projektleitung: Gregor Kremser, Robert Streibel
Veranstalter: raumgreifend – Verein für künstlerisch-kulturelle Interventionen im öffentlichen Raum
info | Gregor Kremser 0650 6019815, raumgreifend.org, viertelfestival-noe.at/fluchtwege

Sini Coreth: „Fliehkraft – Die Flucht in sich selbst. Aktion gegen die Einsamkeit“
In ihrem Dokumentationsprojekt „Fliehkraft“ beschäftigt sich die Künstlerin Sini Coreth mit der Einsamkeit alter, alleinstehender Menschen auf dem Land.
Diese Menschen sollen in ihrer Einsamkeit angesprochen werden, damit sie ihre Stimme wieder hören, während sie ihre gelebten Geschichten erzählen und ihre Erinnerungen durch die Sprache lebendig werden. Die Erzählungen werden als Tondokument aufgezeichnet. Mit Einverständnis der Teilnehmer werden Fotoporträts und Erinnerungsfotos für sie selbst angefertigt. In einer Ausstellung werden die Porträts der Interviewten gezeigt und die Tondokumente abgespielt.
Programm: Sa, 21. Mai 17 Uhr, Benediktinerstift Seitenstetten, Am Klosterberg 1, 3353 Seitenstetten: Videos von Interviews mit 80- bis 90-jährigen Personen. Sa, 28. Mai 17 Uhr, Zisterzienserstift Lilienfeld, Klosterrotte, 3180 Lilienfeld: Videos von Interviews mit 80- bis 90-jährigen Personen.
Eintritt frei
mit Roland de Roo
Projektleitung & Veranstalter: Sini Coreth
info | Sini Coreth 0664 5329577, viertelfestival-noe.at/fliehkraft-diefluchtinsichselbst

Rubrik:: Kultur, Mostviertel

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