13.05.2013 0 Kommentare

Gar nicht so schüchtern

Foto: www.peter-plate.de

RosenstolzGründer Peter Plate hat Anfang 2013 seine CD mit dem Titel „Schüchtern ist mein Glück“ veröffentlicht. Das momag plauderte mit dem Musiker darüber am Telefon.

Wann stand für dich fest, Musikbusiness professionell zu betreiben?

Der Übergang war – glücklicherweise – fließend. Ich habe mit sechs Jahren begonnen, Akkordeon zu lernen und mit 13 fing ich an, meine ersten Songs zu schreiben. Wie andere ein Tagebuch schreiben, habe ich Lieder geschrieben. Und seither nicht mehr aufgehört.

Du hast als Musiker, Texter, Komponist und Produzent in den letzten Jahrzehnten große Erfolge gefeiert. Neben dem Erfolgsprojekt „Rosenstolz“ hast du auch für andere Künstler Songs geschrieben. Was waren deine persönlichen Highlights?

Schwer zu sagen. Highlights waren immer, wenn es richtig Spaß gemacht hat. Der Spaß am Tun, am Schreiben. Es gibt nichts Schöneres. Es ist sicher das Großartigste, auf der Bühne zu stehen, einen Song darzubieten und das Publikum hat Freude daran und geht richtig mit.

Wann hast du beschlossen, dein Album „Schüchtern ist mein Glück“ zu machen?

Ich hatte schon immer den Traum, ein Soloalbum zu machen und immer die Ausrede: „Ich hab‘ ja keine Zeit“. Letztes Jahr hatte ich aber auf einmal Zeit und als ich dann wirklich davor stand, hatte ich schon Angst vor der eigenen Courage. Dafür wollte ich dann unbedingt Ulf Sommer gewinnen, da wir schon über 20 Jahre zusammen Songs schreiben und früher auch ein Paar waren, dafür musste ich ihn erst begeistern.

Mit dabei war auch Daniel Faust.

Ihn habe ich 2003 in Hamburg kennengelernt, bei der Arbeit an einem „Rosenstolz“-Album. Von da an waren wir dicke Freunde. Es war einfach von Anfang an klar, dass wir an meinem Album gemeinsam arbeiten – Daniel, Ulf und ich.

Wie war das Songwriting?

Uns war hier besonders wichtig, dass wir Spaß haben und mal rauskommen aus der Maschinerie des Studios. Wir haben gesagt: „Ok. Mieten wir uns so ein kleines Haus neben einem Wald auf Mallorca.“ Wir nahmen nur die Keyboards mit. So haben wir wie früher nur mit „Klavier“ und Gitarre die Songs geschrieben.

Also so richtig gejammed?

Ja genau. Es ist das tollste, wenn ein Song auch dann funktioniert, wenn man ihn einfach auf einer akustischen Gitarre abends am Lagerfeuer spielt. Dann ist es ein guter Song.

Manche Texte auf „Schüchtern ist mein Glück“ kommen mir ziemlich traurig vor.

Für mich ist es melancholisch, die Grundstimmung ist aber durchaus positiv. Ulf und ich reflektieren auf dem Album unsere 20 Jahre lange Beziehung und gleichzeitig haben wir uns beide neu verliebt, glücklicherweise. Es sind somit auch positive Liebeslieder drauf. Es handelt sozusagen von der alten und der neuen Liebe. Da bleibt natürlich Melancholie nicht aus.

In welcher Stimmung schreibst du die besten Songs und die besten Texte?

Dafür gibt es kein Rezept. Jemand hat mal gesagt: „10 Prozent ist Talent und 90 Prozent ist Leid“ und das stimmt leider auch. Was ich damit sagen möchte ist, dass man dranbleiben muss. Bevor man ein gutes Lied schreibt, muss man erst mal drei schlechte schreiben, um dann zum wahren Kern vorzudringen.

Gibt es sowas wie einen „perfekten“ Song?

Für mich ist zum Beispiel „Viva La Vida“ von Coldplay ein perfekter Song. Als ich den zum ersten Mal gehört habe, war ich wie elektrisiert. Das Tolle an der Musik ist ja, dass es Geschmackssache ist. Was für den einen perfekt ist, ist für den anderen ganz fürchterlich und umgekehrt. Insofern gibt es den perfekten Song nicht.

Du hast mit allen „Rosenstolz“-Alben Gold- und Platin-Status erreicht und zahlreiche Preise erhalten. Welche Ziele gibt es noch?

Jetzt kommt es mir vor allem auf den Spaß an. Darum mache ich Musik. Das war aber auch mit Rosenstolz nicht anders. Es war nicht unser Ziel, besonders erfolgreich zu werden. Wir hatten damals angefangen – wir waren ja noch ganz jung – ganz einfach, weil wir Freude daran hatten, Musik zu machen und uns auf die Bühne zu stellen. Und daran hat sich für mich überhaupt nichts geändert.

Wird es auch eine Tournee mit dem Album geben?

Ich fange erst einmal klein an, weil ich Lust habe, Club-Konzerte zu spielen. Eine ausgedehnte Tournee wird das nicht.

Warum Club-Konzerte?

Die ersten Jahre mit Rosenstolz haben wir auch immer in kleinen Clubs gespielt und das war einfach ganz intensiv. Weil du das Publikum auch im Auge hast und alles überschaubar ist. Es ist freier im Ablauf. Bei großen Konzerten musst du vorher alles programmieren und alles ist genau geplant. Bei Club-Konzerten ist sehr viel Spielraum für Improvisation. Das reizt mich sehr.

Interview: Petra Ortner

WEBLINK: Rosenstolz, Peter Plate

Rubrik:: Kultur

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