28.10.2017 0 Kommentare

Auftragsstarkes Jahr

Wie Harald Schinnerl, Landesinnungsmeister und Bundesinnungsmeister in der Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, hat seine Branche heuer ein auftragsstarkes Jahr. „Dies ist zwar erfreulich, jedoch haben wir nach wie vor mit einem sehr tiefen Preisniveau zu kämpfen. Vor allem Kollegen in den östlichen Bundesländern verspüren noch immer den Mitbewerb der Billiglohnländer“, sagt er. So hätten viele Betriebe in den letzten Jahren schließen müssen. In Niederösterreich gibt es derzeit 1.711 aktive Metalltechnikbetriebe, die 7.254 Mitarbeiter beschäftigen und davon 565 Lehrlinge ausbilden.

Foto: colourbox.de

„Fakt ist, dass die Bauzeiten aufgrund immer besserer Planungen kürzer werden, was viele Betriebe kapazitätsmäßig an ihre Grenzen bringt“, so der Innungsmeister. Handwerk benötige nun einmal seine Zeit. Zudem würden Aufträge immer kurzfristiger vergeben, was zur Folge habe, dass man kaum noch planen könne. „Was wir in zehn Wochen bauen, wissen wir heute nicht. Eine überaus schwierige Situation, vor allem für Klein- und Mittelbetriebe“, stellt Schinnerl fest.

Zukünftige Herausforderungen

Auch das BIM – Building Information Modelling, die Vernetzung von Planung und Maschine – beschere der Metalltechnikbranche eine große Veränderung und vor allem eine große Herausforderung. „Was für große international tätige Betriebe bereits gang und gäbe ist, wird bei uns in den kommenden Jahren die Betriebe vor enorme technische und finanzielle Herausforderungen stellen“, meint Schinnerl. Die Umsetzung werde für den Menschen immer komplexer. Auch die EN 1090 ÖNORM DIN Zertifizierung, die im Jahr 2010 eingeführt wurde, soll demnächst wieder geändert werden. Sie regelt den Konformitätsnachweis, die werkseigene Produktionskontrolle, die Herstellerzertifizierung und die CE-Kennzeichnung für tragende Stahl- und Aluminiumbauteile, die als Bauprodukte in Verkehr gebracht werden.

„Politik hat bürokratische und steuerliche Erleichterungen versprochen“

„Alles schön und gut“, meint Harald Schinnerl. „Auch daran wird sich die Branche gewöhnen. Nimmt man aber alles in allem, wird das System immer steifer und der Handlungsspielraum der mit der Ausführung betrauten Betriebe immer geringer. Zwar hat die Politik bürokratische und steuerliche Erleichterungen versprochen. Was wirklich passiert, wird man ja sehen, wenn nach der Nationalratswahl der politische Alltag wieder einkehrt.“

Forcierte Lehrlingsausbildung

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, forcieren die Metalltechnikbetriebe ihre Lehrlingsausbildung. „Denn gut ausgebildete Facharbeiter haben Seltenheitswert. Es ist so gut wie unmöglich“, sagt Schinnerl, „vom freien Markt fachlich kompetente Metallbauer zu bekommen. Deshalb wird die eigene Lehrlingsausbildung für jeden einzelnen Betrieb immer wichtiger – letztlich geht es darum, konkurrenzfähig zu bleiben.“

NÖ Wirtschaftspressedienst, wirtschaftspressedienst.com (dsh), wko.at/noe/metalltechniker.at

Rubrik:: Panorama

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