25.06.2014 0 Kommentare

Geschichte des Kollmitzberges muss neu geschrieben werden: Kirtag älter als gedacht.

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Die Wallfahrtskirche Kollmitzberg. Foto: Marktgemeinde Ardagger

Kollmitzberg | Beim Vortrag über die Wallfahrtsgeschichte zur hl. Ottilie auf den Kollmitzberg wartete am Dienstag, dem 17. Juni, Regionshistoriker Prof. Dr. Heimo Cerny mit gleich zwei kleinen geschichtlichen Sensationen auf.

Bisher unbekannte Schriftstücke aus dem Archiv des Schlosses Seisenegg belegen eine Erwähnung des Kollmitzberger Kirtags bereits im Jahr 1516. Heuer im Jahr 2014 ist es somit nicht der 432., sondern bereits der 498. Kirtag am Panoramaberg. Das würde eine Vorverlegung des 500. Kirtagsjubiläum um 66 Jahre bedeuten. Aus der Rotte Innerzaun vermeldete Cerny zudem den Fund eines neolithischen Steinbeils. Dies weise auf eine über 5000 jährige Besiedelungsgeschichte in diesem Ortsteil hin.

Zum Hauptthema des Abends – der Wallfahrt auf den Kollmitzberg – führte Cerny aus, dass diese so richtig um 1588 begonnen hätte. Ausgegangen sei dies damals von einer Rekatholisierung nach der Reformation. Die Gründung einer sogenannten Rosenkranzbruderschaft am Kollmitzberg – betrieben von den Priestern in Stift Ardagger – sei in diese Zeit gefallen. Die Ottilienkirche am Kollmitzberg selbst sei schon noch viel früher um 1260 erfolgt.

Nachdem die Ottilienkirche am Kollmitzberg vom nahen Stift Ardagger aus betreut worden war, gab es lange keinen eigenen Pfarrhof. Erst mit größerer Intensität wurde 1748 ein Pfarrhof, damals in einem Bauernhaus, gestiftet. Das war die Zeit der intensivsten Wallfahrt. Tausende Pilger waren laut Cerny zu den Spitzenzeiten unterwegs. Übernachtet hätten sie in den umliegenden Bauernhöfen und sogar direkt in der Kirche, was auch zu Konflikten mit der “Amtskirche” geführt hat.

Info | www.ardagger.gv.at

 

Rubrik:: Mostviertel

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