10.09.2014 0 Kommentare

Gnadenlos schwungvoll: Björn Gelotte von der schwedischen Band In Flames im Interview.

BJÖRN GELOTTE - in flames-web

In Flames-Gitarrist Björn Gelotte beantwortete uns am Telefon ein paar Fragen zu seiner Band. Foto: Björn Gelotte

In Flames. Die schwedische Modern-Metal-Band hat weltweit über drei Millionen Alben verkauft und ihr Genre nicht nur neu definiert, sondern auch etabliert. Nach ihrem letzten Silberling, der mit Gold ausgezeichnet wurde, präsentieren sie diesen Herbst mit „Siren Charms“ ein weiteres sehr starkes Album. Das momag bat den Gitarristen Björn Gelotte zu einem Telefongespräch.

Was war das erste Instrument, das du erlernt hast?

Ich denke, das war die Gitarre. Schon als Kind fand ich dieses Instrument besonders cool. Ich hatte zwar nie richtigen Unterricht, aber es war richtig cool. Zwischendurch habe ich auch Schlagzeug gelernt, doch Gitarre hat mir immer mehr Spaß gemacht.

Und welche Band war die erste, in der du gespielt hast?

(lacht) Eine interessante Frage. Ich kann mich gar nicht mehr an den Namen erinnern. Ich hing damals im Jugendzentrum meiner Heimatstadt Göteborg mit meinen Freunden herum. Wir hörten damals alle Metal. Und Freunde von mir gründeten eine Band, bei der ich einstieg. Ich kann mich aber ehrlich nicht mehr an den Namen der Gruppe erinnern. Die erste Band, mit der ich etwas aufgenommen habe, hieß „Fights“. Die Musik war inspiriert von Death Metal. Hier spielte ich Schlagzeug.

Und eines Tages bist du zu In Flames gestoßen.

Ja, genau (lacht).

Verändert sich eure Arbeitsweise von Album zu Album, oder habt ihr einen eingespielten Arbeitsablauf?

Natürlich verändert sich im Laufe der Zeit ein wenig die Arbeitsweise, aber nicht sehr. Wir setzen uns zusammen, arbeiten an den Riffs und Melodien. Ich glaube, die Arbeit ist im Laufe der Zeit etwas einfacher geworden, da wir uns immer besser kennen. Die Dynamik hat sich ganz sicher verändert. Jesper und ich arbeiten sehr viel gemeinsam an den Gitarren-Parts.

Was gibt es bei euch normalerweise zuerst? Musik oder Text-Ideen?

Bei uns entsteht immer zuerst die Musik. Die Musik ist eine wichtige Inspirationsquelle für die Texte. Wir sprechen viel über die Musik und jeder ist am Schreiben der Songs beteiligt. So ist es auch für Anders Frieden, unseren Sänger, einfacher.

Auf dem neuen Album gibt es zwölf Songs. Welcher war am einfachsten und an welchem habt ihr lange arbeiten müssen?

Was ist für wen einfach, was schwer? Ich würde mal sagen „Paralyzed“ war ein Song, der schon so gut wie fertig war, als wir an der Arbeit zum neuen Album begannen. War schnell geschrieben und ganz schnell aufgenommen. „Siren Charmes“ ist eigentlich unkompliziert, aber es dauerte lange, bis wir das passende Arrangement hatten, hier war die Arbeit schon komplexer, bis wir den Song so hatten, wie wir ihn wollten.

Ihr habt heuer alle Sommer-Konzerttermine abgesagt, aber ihr werdet im Herbst eine große Tour machen, richtig?

Ja, im September, Oktober beginnt unsere Tour. Die Shows im Sommer haben wir gestrichen, da wir noch kein neues Material spielen konnten und auf das Erscheinen des neuen Albums warten wollten. Es hätte ja eigentlich schon im Mai erscheinen sollen.

Wo tretet ihr besonders gerne auf?

Das ändert sich immer wieder ein wenig. (lacht) Wir haben es immer besonders genossen, in Deutschland zu spielen. Die Fans dort gehen total ab und sind ganz besonders treu. Ich spiele auch sehr gerne in meiner Heimatstadt. Aber es gibt immer wieder einzelne andere Konzerte, die einfach großartig sind. Zum Beispiel auch in Südamerika.

Die Metal-Szene in Österreich ist nach dem Boom in den 90ern wieder geschrumpft. Wie sieht‘s in Schweden aus?

In Göteborg gab es schon immer eine große Metal-Szene. Es gibt hier so gut wie jede Woche irgendwo ein Konzert. Hier findet man schnell Publikum. Es gibt aber auch eine größere und härtere Konkurrenz, die Szene ist stark. Ich kann nicht sagen, wie sehr die Szene hier von dem Boom beeinflusst wurde, aber Metal ist hier ein fester Bestandteil der Musikszene.

Das Album erscheint als „normale“ CD und als „Special Fan Package“. War das eure Idee?

Nein, aber ich finde die Idee gut, den Fans noch etwas mehr zu geben. Also nicht nur neue Songs, sondern auch noch etwas „Besonderes“ von der Band.

Die „Special Edition“ ist also die Idee des Plattenlabels?

Ja. Die Idee ist ja nicht neu. Ich denke, die Die-Hard-Fans finden es cool, etwas mehr von der Band zu bekommen als nur ein neues Album. Man kann ja wählen, was man lieber hat.

interview | petra ortner

info | inflames.com
www.facebook.com/inflames

termin | 27.10., Wien, Gasometer

Rubrik:: Kultur

Kommentar verfassen

Zur Gewährleistung eines respektvollen Umgangs behält sich das Redaktionsteam vor, Kommentare gegebenenfalls zu entfernen.