27.02.2015 0 Kommentare

Haupttodesursache Herzkrankheit: Das Risiko der vermeintlichen „Männerkrankheit“.

Martin Gassner, Leiter des Service-Center Scheibbs mit Informationsbroschüre - erhältlich in der GKK Scheibbs

Martin Gassner, Leiter des Service-Center Scheibbs mit Informationsbroschüre – erhältlich in der GKK Scheibbs

Die niederösterreichische Bevölkerung weiß viel zu wenig über Herz-Kreislauferkrankungen, ihre Ursachen und Risiken. Das ergab eine Studie der medizinischen Universität Wien und der NÖ Gebietskrankenkasse. Die koronare Herzkrankheit ist die Haupttodesursache in den Industrieländern. 2013 verstarben in Niederösterreich 47,8 Prozent der Frauen und 36,9 Prozent der Männer an einer Herz-Kreislauferkrankung. „Hauptziele dieser Studie waren, die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich des Vorsorgeverhaltens und des Wissens über die Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit zu ermitteln“, erklärte NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek. „Jetzt soll für Niederösterreich ein Maßnahmenpaket entwickelt werden“, kündigte er an.

Herz-Kreislauferkrankungen sind keine klassischen „Männerkrankheiten“, es sterben mehr Frauen als Männer daran. „Beide Geschlechter bewerten ihr Risiko falsch, Frauen schätzen es sogar signifikant niedriger ein als Männer“, erklärte Dr. Jeanette Strametz-Juranek, Primaria des Rehabilitationszentrums für Herz-Kreislauferkrankungen in Bad Tatzmannsdorf. Über 40-Jährige erkennen zwar mehr Risikofaktoren als unter 40-Jährige, doch beide Altersgruppen bewerten ihr Risiko falsch. Die Studie zeigt auch regionale Unterschiede auf: Frauen in ländlichen Regionen schätzen ihr Risiko viel geringer ein als Frauen in der Stadt.

Herzinfarkt: Männer und Frauen haben unterschiedliche Symptome

Die koronare Herzkrankheit wird durch verschiedene Faktoren wie Diabetes Mellitus Typ 2, arterieller Hypertonie, Übergewicht, erhöhte Lipide, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, verminderte körperliche Aktivität und positive Familienanamnese verursacht. Männer und Frauen weisen außerdem unterschiedliche Symptome bei einem Herzinfarkt auf. „Als Hauptbarriere zur Herzgesundheit wurde eindeutig die fehlende Selbstwahrnehmung als Risikopatient ermittelt“, erläuterte Strametz-Juranek. Die weiteren Barrieren sind Schwierigkeiten, den Lebensstil zu ändern, zu wenig Zeit, Unwissenheit, wie Prävention betrieben werden soll, und zu wenig Aufklärung durch die Medizin.

Das Risiko, in Wien, Niederösterreich oder dem Burgenland an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems zu sterben, ist weitaus höher als etwa in Tirol oder Vorarlberg. „Zum ersten Mal ist es nun möglich, mit der Hilfe von genauen, statistisch erhobenen Daten auf geschlechtsspezifische Unterschiede einzugehen. Frauen und Männer sollen über ihr Risiko Bescheid wissen“, sagte Pazourek zum Auftakt der großen Aufklärungskampagne mit einer Info-Broschüre und vielen Veranstaltungen im ganzen Land. Die neue Informationsbroschüre „Gesund sein! Gesund bleiben! Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen“ beinhaltet neben wertvoller Information auch einen persönlichen Risikotest.

info

Broschüre – Herz-Kreislauferkrankungen

Broschüre – Gesundheitsförderung und Prävention 2015

Rubrik:: Panorama

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