13.07.2016 0 Kommentare

Peter, Bjorn and John: Das Interview in voller Länge.

1999 in Stockholm gegründet, schaffte die Band mit der Single „Young Folks“ 2006 den internationalen Durchbruch. Im Juni 2016 veröffentlichten sie „Breakin‘ Point“, ihr siebentes Studioalbum; Musiker und Produzent Björn Yttling plauderte mit dem momag darüber.

Foto: Marcus Palmqvist

Foto: Marcus Palmqvist

Warum hat es so lange – seit 2011 – kein neues Album gegeben?

Wir haben 2012 – ziemlich bald nach „Gimme Some“ – begonnen, neue Songs zu schreiben und die erste Hälfte mit dem befreundeten Produzenten Patrick Berger in Stockholm fertiggestellt. Dann machten wir uns alleine in unserem Studio an die zweite Hälfte. Es stellte sich schnell heraus, dass wir dafür Hilfe von Produzenten wie Paul Epworth oder Greg Kurstin wollten. Diese haben schon mit Künstlern wie Paul McCartney, U2 oder Adele gearbeitet. Es war aber nicht einfach, freie Termine zu bekommen. Das brauchte alles etwas Zeit. Doch wir wollten für „Breakin‘ Point“ die besten Produzenten des Musikbusiness. Patrick Berger, Emile Haynie oder Thom Monahan sind einfach tolle Leute, vor denen wir auch großen Respekt haben.

Worin hat sich die Arbeitsweise im Vergleich zum letzten Album unterschieden?

Diesmal haben wir die Songs mithilfe von akustischen Gitarren geschrieben. Später erst haben wir an Drums, Bass und E-Gitarre gearbeitet. Letztes Mal gingen wir mit den einstudierten Songs gleich ins Studio und machten sie dort fertig. Auf diese Art hat man ein ganz bestimmtes Spielmuster. Diesmal war uns aber jeder einzelne Song wichtig, nicht nur das „große Ganze“.

Wie wichtig ist das Proben, bevor ihr ins Studio geht?

Diesmal haben wir gar nicht geprobt. Bei unserer letzten CD war es genau umgekehrt, da haben wir extrem viel und lange geprobt. Es kommt wirklich immer auf das Album an, auf den Stil und die Herangehensweise.

Welcher Song war für euch die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war, alle Songs fertigzustellen! Es ist relativ einfach, mit einem Song zu beginnen. Je länger du aber daran schreibst und je mehr dazukommt, desto öfter musst du dann entscheiden, was für den Song wichtig ist und was nicht. Dann muss man Sachen auch mal wieder streichen. Tja. (lacht)

Gibt es einen Song, den ihr live nicht spielt?

Wir haben vom neuen Album alle Songs einstudiert, sind also sehr gut vorbereitet auf unsere Tour. Es werden sich nicht alle Lieder in einer Show ausgehen, aber wir werden sicherlich jeden Song des Albums mindestens einmal spielen auf der Tournee. Mal sehen.

Du produzierst ja viel für verschiedenste Musiker. Wie weit wird „Peter Bjorn and John“ von deiner Arbeit als Produzent beeinflusst?

Ich lerne natürlich von jedem, mit dem ich arbeite. Jeder Musiker hat seinen eigenen Workflow und seine Art, an Dinge heranzugehen. Das macht die Arbeit mit anderen Musikern ganz besonders interessant. So kann ich bei Peter Bjorn and John immer wieder auch neue Arbeitsweisen vorschlagen und ausprobieren. Auf diese Weise beeinflusst uns das Produzieren definitiv.

Gibt‘s eigentlich deine Jazzband auch noch?

Die gibt es noch. Wir haben auch schon mal ein paar Sachen aufgenommen. Aber ich fand die Aufnahmen nicht gut genug, um sie zu veröffentlichen. Ich befasse mich mit der Band sehr oft, denn ich liebe den Sound der Gruppe und habe wirklich viel Spaß, da mitzuspielen.

Letzte Frage: Beatles oder Rolling Stones?

Oh, ah. Nun. Also. Ich denke, ich höre lieber die Rolling Stones. Weil sie mehr Songs als die Beatles haben (lacht). Und weil sie immer noch Songs machen.

web | peterbjornandjohn.com   facebook.com/peterbjornandjohn

interview | petra ortner

Rubrik:: Kultur

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