06.08.2018 0 Kommentare

It’s JAZZ-Time

Und was für eine. Von 16. bis 18. August verwandelt sich der barocke Innenhof des Stadtmuseums wieder zum gediegenen Rahmen für das schon traditionelle Jazz im Hof Festival.

Foto: Sasha Osaka

Wie gewohnt wird tagtäglich sozusagen ein Doppel geboten, stehen doch jeweils zwei Formationen am Start, oder wie am 16. August überhaupt eine Dame solo – aber was für ein Energiebündel: Jelena Popržan, die bereits in verschiedenen Formationen als einfallsreiche Arrangeurin, expressive Stimmkünstlerin und Entertainerin mit komödiantischem Talent und politischem Engagement für Furore sorgte, wird diesmal solo zu bestaunen sein. Eine Revue aus Neuer & Alter Musik, World, Singer-Songwriting, Kabarett, Neues Wienerlied, Folk, Jazz – kurz Popržan pur –  wird einen fulminanten Start von Jazz im Hof gewährleisten.

Auch der „Nachfolger“ am Eröffnungstag, Reigla, ist ein Meister seines Faches, genauer am E-Bass, den er schon u. a. für Größen wie Victor Wooten, Cindy Blackman, Don Alias, Andy Sheppard, David Gilmore, Victor Lewis, Bobby Previte „zupfte“. Als genialer Instrumentalist wurde er von US-Musikern als „letzter schwarzer Weißer“ bezeichnet und „Reigla“ gerufen, da „Riegler“ für sie ein Zungenbrecher war. So entstand sein bis heute gängiger Nickname. Im Programm „Tschüss mit E!“ spannt er einen Bogen vom transponierten Mundartgstanzl bis zur Beziehungsballade. Begleitet wird er von Drummer Christian Ziegelwanger, Pianist Martin Wöss, Christoph Helm und Miriam Kulmer.

Am 17. August entert dann Clemens Hofer’s TrioBoot die Bühne und holt die Besucher aus der „Comfort Zone“, wie sein aktuelles Album heißt – oder bringt er sie hinein? Feststeht, dass der geniale Posaunist Clemens Hofer mit seinem Trio einen sehr eigenständigen Jazzsound kreiert hat, der auf mitreißende Art eine große Liebe sowohl für weite Melodiebögen als auch für alle möglichen freien Formen des Jazz erkennen lässt.

Im zweiten Teil wird sich zu dem Trio dann ein Special Guest gesellen – ein hochkarätiges Konzert ist also vorprogrammiert!

Und auch der Finaltag am 18. August steht ganz im Zeichen großer Trios. Den Beginn wird Trio PPP machen, wobei es mit Special Guest Bojan Z am Klavier dann auch zum Quartett mutieren wird, eigentlich aber zwei berühmte Duos vereint.

Michel Portal/Vincent Peirani und Vincent Peirani/Emile Parisien. Michel Portal, unvergleichlicher Saxofonist, Klarinettist und Bandoneonspieler, feiert seinen 82. Geburtstag und eine unglaubliche Karriere. Der Meister der Improvisation und Abenteurer zwischen Jazz, Klassik und Filmmusik hat immer die Verbindung zur jungen Generation gepflegt. Für dieses Ausnahme-Trio hat er sich Akkordeonspieler Vincent Peirani und dem Saxofonisten Emile Parisien an Bord geholt.

Den Abschluss des Festivals bildet schließlich das  Nenad Vasilic Trio. Zuletzt hat Bassist Nenad Vasilic mit „The Art Of The Balkan Bass“ klargestellt, dass die ungeraden Takte alter Folklore sich für modernen Jazz bestens eignen. Mit Bojan Z und Perkussionisten Jarrod Cagwin hat er nun ein Trio gegründet, das es in sich hat. Zu den fluffigen Rhodes von Bojan Z, die bis in die 1970er-Kiste greifen, und den freien Grooves aus Cagwins Arsenal switcht Vasilic vom runden Kontrabass zu fetten Knödelgrooves am E-Bass, schlüpft in ungewohnte Funkmuster und rockt auch mit schon mal eine alte Deep-Purple-Nummer.

Die Konzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr im Karmeliterhof, Prandtauerstraße 2. Bei Schlechtwetter wird im „Freiraum“ gejazzt. Der Festivalpass kostet 50 Euro im Vorverkauf, Einzeltickets gibt es zudem in der Buchhandlung Schubert, Wiener Straße 6, sowie unter www.oeticket.com!

Rubrik:: Kultur

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