21.08.2014 0 Kommentare

Junge Habichtskäuze erobern Wald: 32 Jungtiere werden in die Freiheit entlassen.

junge Habichtskäuze

Im Bild (v.l.): Hermine Hackl, Ulli Sima, Stephan Pernkopf und Richard Zink. Foto: Daniel Zupanc

St. Pölten | Seit Jahrzehnten galt der Habichtskauz in Österreich als ausgestorben. Nun erobern die Käuze dank der Umsetzung eines Wiederansiedelungsprojektes ihre Lebensräume in Niederösterreich zurück. 

Der Habichtskauz galt in Österreich lange als ausgestorben. Dank der Umsetzung eines Wiederansiedelungsprojektes unter der Leitung des Ornithologen Richard Zink von der Vetmeduni Vienna erobern die Käuze  ihre Lebensräume in Niederösterreich nun wieder zurück. Dieser Tage starteten 32 junge Käuze in ihr neues Leben in den Freilassungsgebieten Biosphärenpark Wienerwald und rund ums Wildnisgebiet Dürrenstein. „Der Frühling 2014 brachte eine sehr gute Bilanz für das Wiederansiedlungsprojekt. Dieses Jahr wurden in Niederösterreich 18 Jungvögel erfolgreich im Freiland ausgebrütet und aufgezogen. Das sind gut 90 Prozent aller Habichtskauz-Bruten in Österreich. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung naturnaher Wälder und Schutzgebiete in unserem Naturland Niederösterreich“, freut sich Naturschutz-Landesrat Stephan Pernkopf. Das vom Land Niederösterreich geförderte Projekt hat den Aufbau einer sich selbst erhaltenden Habichtskauz Population und einen Lückenschluss zwischen den Vorkommen der Eulen südlich und nördlich Österreichs zum Ziel. Seit 2009 werden dafür junge Käuze in die Freiheit entlassen.

Biosphärenpark Direktorin Hermine Hackl betont: „Damit der Habichtskauz langfristig wieder Fuß fassen kann, ist nicht nur eine laufende Erfolgskontrolle des Projektes wesentlich. Auch die Information an die Bevölkerung spielt eine maßgebliche Rolle.“ Neben zahlreichen Vorträgen und Infoständen auf Veranstaltungen gibt es nun auch ein Kinderbuch, das die spannende Geschichte der Habichtskäuze erzählt. „Es ist uns ein Anliegen, möglichst umfassend über das Wiederansiedlungsprojekt zu informieren. Die Einbindung der Kinder ist unser primäres Ziel, denn sie sind es, die als nächste Generation von Biodiversität im Lebensraum Wald und damit von unseren Bemühungen profitieren sollen“, erklärt Richard Zink  die Beweggründe für das Entstehen des Kinderbuches.

Kinderbuch beschreibt das Leben der Tiere

„Das Buch ‚Annas Weg in die Freiheit‘ erzählt die Geschichte der Habichtskauzdame Anna, von ihrer Geburt im Zoo bis zum ersten Jahr in den Weiten der Wälder. Theresa Walter & Richard Zink ist es gelungen im Kinderbuch das Leben der Tiere so zu beschreiben, wie es die jungen Käuze, die derzeit auf ihre Freilassung vorbereitet werden, auch tatsächlich erleben“, berichtet Pernkopf. Die Freilassung der jungen Habichtskäuze erfolgt nach einer langjährig erprobten Methode: Die Jungtiere übersiedeln mit Elterntieren in Volieren an die Freilassungsstandorte. Im Spätsommer werden die Käfige unterteilt: während die Jungtiere aus einer Hälfte in ihre neue Heimat fliegen dürfen – bleiben die Elterntiere noch einige Zeit in der Voliere, um die Ortstreue der Jungen zu festigen.

Rubrik:: Mostviertel

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