10.03.2014 0 Kommentare

Junge wieder bereit Betriebe zu übernehmen: Amstettner Landwirte sind jung und dynamisch.

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Foto: berggeist007 / pixelio.de

Amstetten | Junge Leute im Bezirk Amstetten sind vermehrt wieder bereit, die elterlichen Betriebe zu übernehmen. Im letzten Jahr gab es 30 Jungübernehmer.

Im Bezirk Amstetten bewirtschaften rund 2.500 Landwirtschaftsbetriebe 55.000 Hektar Acker- und Grünland. Die dominierenden Produktionszweige sind die Rinder- und Schweinehaltung sowie der Anbau von Mais und Wintergetreide. “In den letzten Jahren haben die regionalen landwirtschaftlichen Fachschulen Hohenlehen, Gießhübl und Unterleiten wesentlich dazu beitragen, dass junge Leute wieder bereit sind, die elterlichen Betriebe zu übernehmen. In den letzten sechs Jahren hatten wir jedes Jahr rund 30 Jungübernehmer”, teilt Andreas Pum, Hauptbezirksobmann des Bauernbundes im Bezirk Amstetten, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Dies zeige einmal mehr, dass die Landwirtschaft jung und dynamisch sei und dass immer mehr Betriebe auf Nachhaltigkeit und Qualität setzen. Die Bauern würden sich mehr denn je im Sektor der erneuerbaren Energien sowie in der Produktveredelung und  Nischenproduktion engagieren. “Dazu haben nicht zuletzt die Fördergelder der EU beigetragen”, sagt Pum. Aus Mitteln der EU-Regionalförderung, für die derzeit Kommissar Johannes Hahn zuständig ist, haben die österreichischen Regionen im Zeitraum 1995 bis 1999 rund 1,6 Milliarden Euro und in den Jahren 2007 bis 2013 1,3 Milliarden Euro bekommen. In der laufenden Periode 2014 bis 2020 werden es 1,5 Milliarden sein.
“Das alles ist nicht selbstverständlich”, meint Pum. “Auch wenn es Leute gibt, die von der EU nicht viel halten und behaupten, es werde Geld in Brüssel liegengelassen: Fakt ist, wir haben uns bis dato mit der nationalen Ko-Finanzierung durch Bund und Länder für jeden Euro, den wir nach Brüssel überwiesen haben, drei bis vier Euro zurückgeholt.” Dieses Geld fördere nicht zuletzt auch die Kooperationen und Zusammenschlüsse, die die Landwirte nutzen, um ihre Produkte auch weit über die Grenzen des Mostviertels hinaus  zu vermarkten. “Und das ist in einer globalisierten Welt heute wichtiger denn je”, sagt Pum.

178 Direktvermarkter und immer mehr Ab Hof-Läden

Große Akzeptanz erfährt Amstettens Bauernschaft bei den Konsumenten im Bezirk. “Mittlerweile haben wir 178 Direktvermarkter und immer mehr Ab Hof-Läden, die für ein vielfältiges Angebot an regionalen Saisonprodukten sorgen”, betont der Bauernbund-Obmann. Auch der Urlaub am Bauernhof trage zum Erfolg bei. Neben all diesen Spezialisierungen stünden aber die flächendeckende Landbewirtschaftung und Lebensmittelversorgung im Mittelpunkt der Agrarpolitik. “All dies ist nur durch das enorme Engagement unserer Landwirte und das Vertrauen der Bevölkerung möglich”, so Andreas Pum.

Kritisch merkt er an, dass es an der Zeit sei, die bäuerlichen Betriebe vom ständig steigenden bürokratischen Aufwand zu entlasten. Die Förderansuchen und deren Abwicklung seien mit einem nicht vertretbaren enormen Zeitaufwand verbunden. Auch beim Thema Klimaschutz und Wetter mit Kälte- und Dürreperioden sieht er wegen ihrer unmittelbaren Auswirkung auf die landwirtschaftlichen Erträge einen Handlungsbedarf. Hier sei es unumgänglich, “den Landwirten finanziell unter die Arme zu greifen, damit sie auch in Zukunft ihre Aufgabe als Lebensmittellieferanten und Flurschützer erfüllen können.” (dsh)

Info | www.noebauernbund.at

www.wirtschaftspressedienst.com

Rubrik:: Mostviertel

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