11.01.2022

Katastrophale Coronapolitik

[von viktor filzwieser]

Offener Brief. Als Ybbstaler Bürger und seit Jahrzehnten erfolgreicher Unternehmer in der Region Ybbstal/Ennstal möchte ich meine Stimme gegen die katastrophale Corona-Politik unserer Regierung erheben. Alle Aussagen zum Stand 17.11.2021.

 

Meine Familie hat gemeinsam, als unser Lebenswerk, in unserer Region einen erfolgreichen Industriebetrieb mit zirka 100 Mitarbeitern und auch ein Sport-Gesundheitszentrum mit modernsten Trainings-, Therapie- und auch Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen aufgebaut. Dieses wird jährlich von tausenden Bewohnern unserer Region für Aktivitäten zur Gesundheitsvorsorge, für verordnete Therapien als auch für Rehabilitationsmaßnahmen nach Operationen genutzt.

Diese Einrichtung wurde nach einer langen Totalschließung nun wieder für Ungeimpfte geschlossen. Vor allem durch die katastrophale und planlose Corona-Politik unserer Bundesregierung ist nun diese Gesundheitseinrichtung für die Bevölkerung der Region sehr negativ betroffen und es stellt sich für uns ernsthaft die Sinnfrage für dieses Engagement.

 

Panikmache mit Zahlenspielerei

Uns Österreichern wird sowohl von Politikern als auch von Medien am laufenden Band eingehämmert, dass wir eines der besten Gesundheitssysteme der Welt haben. Dies stimmt sicher für den Großteil der Ärzte, die Spitäler und sonstige Gesundheitseinrichtungen, aber keinesfalls für die politischen Rahmenbedingungen, unter denen gearbeitet werden muss, und vor allem nicht für das chaotische und völlig planlose Corona-Management unserer Politiker. Dies wird vor allem untermauert, wirft man einen Blick auf den derzeitigen Vergleich bei den Inzidenzzahlen europäischer Länder:

 

7-Tages-Inzidenz, Stand 15.11.2021:

Österreich:      894

Deutschland:  303

Schweiz:          251

Norwegen:      215

Frankreich:     105

Portugal:         97

Italien:            86

Schweden:      52

Spanien:          46

 

Bei diesem in allen Ländern laufend veröffentlichten Zahlenvergleich schneidet Österreich sehr, sehr schlecht ab und hat – wie man in der Sportsprache sagt – die katastrophale „rote Laterne“! Hat es die Bevölkerung Österreichs verdient, so dargestellt zu werden?

 

Wie entstehen diese katastrophalen Inzidenzzahlen?

Leider wird nicht berücksichtigt, dass wir durch unsere Teststrategie ein Vielfaches an Tests im Vergleich zu anderen Ländern durchführen. Bei einer zwischen 1 und 2 Prozent schwankenden Positiv-Rate innerhalb der Gesamtbevölkerung ergeben sich bei sehr hoher Testanzahl auch sehr viele tägliche neue „Fälle“. So wurden zum Beispiel an einem österreichischen Weltrekordtag am 10.11.2021 hierzulande über 700.000 Menschen (!!!) getestet, daraus resultierten 13.000 neue Fälle. Die Positivrate von 1,85 % liegt zwar immer noch klar in der üblichen Bandbreite, für unsere Politiker und auch Medien ist diese Zahl aber – ohne Bezug zur Anzahl der Tests – der Grund zum Ausruf der landesweiten Katastrophe!

 

Wir sind Test-Weltmeister

Zur gleichen Zeit wurden in Amerika bei 330 Mio. Einwohnern 1,3 Mio. Tests pro Tag durchgeführt. Unterm Strich eine weltmeisterliche Leistung Österreichs – halb so viele Tests wie ganz Amerika!

Im gesamten Zeitverlauf von der ersten bis nun zur vierten Corona-Welle wurde die im Prinzip gleichbleibende Positivrate mit einer Bandbreite zwischen 0,5 und 2 % gar nicht besonders beachtet, da sich daraus bei einigen wenigen Tausend Tests pro Tag auch keine wesentlichen täglichen Fallzahlen ergeben haben. Ein Beispiel: 50.000 Tests pro Tag und 2% positiv ergibt 1.000 neue Fälle. Über sieben Tage mit etwa dieser Testanzahl ergibt eine 7-Tage-Inzidenz von 79.

 

Wir brauchen nichts tun

Wir haben Corona im Griff! So wie kurz vor der großen Welle im November 2020, wurden auch bei der jetzigen Welle viel zu spät wirksame und gezielte Maßnahmen gesetzt. Die Testanzahl zu erhöhen ist an und für sich richtig. Nur darf man dann auch nicht überrascht sein, wenn dadurch stark steigende Fallzahlen festgestellt werden.

Wo aber blieben – außer viel zu testen und den Glauben an die Wirksamkeit der Impfung zu fördern – die Maßnahmen zur Verhinderung des derzeitigen Fälle-Hochs? Bereits Anfang September zeichnete sich ein Wiederanstieg der Positivrate von 1% in Richtung 2% ab. Aber das war ja noch nicht tragisch: 1,5% Positivrate und hier schon 200.000 bis 300.000 Tests pro Tag ergaben ja nur 3.000 bis 4.500 neue Fälle pro Tag – und vor allem haben wir ja noch die so wirksame Impfung!

Als dann doch Panik aufkommt und wir die Testanzahl auf den Rekordwert von 700.000 pro Tag erhöhen, haben wir plötzlich die Katastrophe mit 13.000 Fällen pro Tag! Positivrate: 1,85%.

 

Schuldzuweisung und Spaltung

Die zu spät festgestellten steigenden Fallzahlen führen zur Suche nach Schuldigen – die nicht Geimpften – und zur Spaltung der Gesellschaft; zu Panikmaßnahmen und Wegsperren von „nicht Geimpften“.

Zwangsmaßnahmen zur Erhöhung der Impfrate werden gesetzt, obwohl bereits bekannt ist, dass die Impfung nur einen bedingten Schutz gegen die Krankheit und auch die weitere Übertragungsmöglichkeit bietet! Auch liegt die Impfrate in Österreich keineswegs gravierend hinter in Bezug auf die Fallzahlen „besseren“ Ländern.

 

Enorme wirtschaftliche Schäden

Die Medien trommeln die Katastrophen-Fallzahlen jeden Tag durchs Land, aber auch ins Ausland. Von Nachbarländern wird Österreich also wieder als Risikogebiet eingestuft. Es kommt zu neuerlicher Schließung von Betrieben und ganzer Branchen. Die Bevölkerung wird tagtäglich mit dramatischen Bildern aus Intensivstationen verunsichert. Es wird der Eindruck erweckt, dass jeder, der auch nur einen Schnupfen hat, an Corona sterben wird. Die Tatsache, dass Corona für den Großteil der Infizierten eine Krankheit ohne dramatischen Verlauf darstellt und nur für bestimmte Menschen – meist mit entsprechenden Vorerkrankungen – gefährlich ist, wird kaum erwähnt.

 

Heruntergespartes Gesundheitssystem

Die Überlastung der Intensivstationen muss verhindert werden – koste es was es wolle! Dies ist das von Politikern und Experten hinausposaunte Hauptziel. Das ist richtig und wichtig, aber was wird konkret dafür getan? Nach nun fast zwei Jahren arbeitet das ohnedies bereits vorher heruntergesparte Personal in 12-Stunden-Schichten, unter schwersten Bedingungen. Von wesentlichen finanziellen Anreizen für diese Mehrbelastung ist wenig bekannt. Krankenhaus- und Pflegepersonal ist gezwungen, durch Demonstrationen auf diesen Missstand hinzuweisen. Es gelingt nicht, in einem Zeitraum von nahezu zwei Jahren die Bettenkapazität plus Personal um einige Hundert zu erhöhen! In einem reichen Land wie Österreich mit nahezu 9 Mio. Einwohnern sollte man – bei vorausschauender Politik – so etwas erwarten können.

Von notwendigen Sondermaßnahmen wie einem Versuch, erst vor kurzem in Pension gegangenem medizinischen Personal einen befristeten Wiedereinstieg schmackhaft zu machen, hört man erst seit wenigen Tagen. Ein Sondereinsatz von medizinischem Personal des Bundesheeres zur Unterstützung der überlasteten Krankenhauskräfte zur Krisenbewältigung müsste denkbar sein. Selbst nach Aussage eines Leiters einer Intensivstation wird festgestellt, dass die meisten dramatischen Entwicklungen bei dieser Krankheit durch frühe ärztliche Betreuung und Medikation zu verhindern wären. Doch derzeit werden Infizierte in Hausquarantäne ohne ärztliche Betreuung geschickt.

Auch stellt sich die Frage, wie und wo 13.000 Fälle an einem Tag entstehen können. In welchen Clustern, bei welchen Festen, bei welchen Großveranstaltungen? In welchen Familienverbänden mit in Quarantäne ohne Betreuung abgeschobenen Infektionsträgern? In welchen Firmen, in welchen Schulen liegen die Hauptgefahren? Welche Gefahr für eine Infektion geht von Geimpften aus, die sich sicher fühlen und nicht getestet werden?

 

Mein Appell an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in unserer Region Ybbstal und Ennstal:

Erheben auch Sie Ihr Wort gegen die katastrophale Corona-Politik unserer Regierung, mit nun schon dem zweiten Bundeskanzler und zweiten Gesundheitsminister innerhalb von nur zwei Jahren! Gehen Sie auf die unzähligen über diese Politik der Spaltung und Schuldzuweisung frustrierten Bürger Ihrer Gemeinde zu und hören Sie sich deren spezielle Sorgen, aber sicher auch Vorschläge zur Problemlösung an.

Das Corona-Problem ist sicher nicht „von oben“ per Diktat, sondern nur gemeinsam mit der gesamten Bevölkerung lösbar. Erheben Sie Ihr Wort für unsere Demokratie und Meinungsfreiheit! Es stimmt mich traurig, wenn man lesen muss, dass selbst Ärzte ihre persönliche Meinung zur Problemlösung nicht mehr äußern können, da sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen, wenn sie beim Thema Corona nicht „linientreu“ sind.

Es ist mit einer Demokratie nicht vereinbar, dass Menschen zu einer Impfung gezwungen werden sollen, von der sie aus verschiedensten Gründen nicht überzeugt sind. Solange wichtige mögliche Maßnahmen zur gezielten Problemlösung nicht ausgeschöpft sind, darf es keine diktatorisch von oben verordneten allgemeinen Schließungs- und Aussperrmaßnahmen, Ausgehverbot und dergleichen geben.

Erheben Sie vor allem Ihr Wort gegen die völlig falsche Darstellung der Pandemiesituation in Österreich durch die Regierungs-Werbemaschinerie, mit all ihren katastrophalen Negativauswirkungen auf unser Land und die gesamte Bevölkerung. Österreich hat die von unseren Politikern inszenierte Negativdarstellung unseres Landes nicht verdient! Damit löst man keinesfalls Probleme, sondern verstärkt sie nur – zum Schaden unseres Landes!

 

ZUR PERSON

Viktor Filzwieser, geboren 1944, lebt in Waidhofen a/d Ybbs und absolvierte hier auch die HTL. Er ist erfolgreicher Unternehmer und Pensionist und befindet sich teilweise noch im „Unruhestand“ ;-). Er verfügt über jahrzehntelange Berufspraxis in Industriebetrieben im In- und Ausland und gründete 1988 „Industrietechnik Filzwieser“ in Gaflenz, wo er nach wie vor Mit-Eigentümer ist. Der Familienbetrieb beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und liefert seine Produkte weltweit an namhafte Industrieunternehmen. 2015 errichtete Viktor Filzwieser das Sport- und Gesundheitszentrum „Tamaya“ in Gaflenz als Gesundheits-, Sport- und Wohlfühloase für die Bewohner der Region Ybbstal-Ennstal. Das Angebot reicht von Physiotherapie, Massagen, dem Rückentherapiezentrum, Spezialbehandlungen, Reha-Training, Sport- und Fitnessprogrammen über Ernährungsberatung bis hin zu Seminaren. Auch in seiner Freizeit ist Filzwieser sehr aktiv: er reist und wandert gerne, ist begeisterter Rad- und Schifahrer und übt sich darüber hinaus im Sammeln und Schleifen von Mineralien.

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