07.11.2014 0 Kommentare

Männergesundheit: Landesrat Wilfing fordert dazu auf, sich Schnurrbart wachsen zu lassen.

movember 2

Im Bild (v.l.): Landesrat Mag. Karl Wilfing, Prim. Dr. Eckart Breinl, Leiter der Abteilung Urologie und Andrologie am Universitätsklinikum St. Pölten und Frenk Schinkels. Foto: NLK Johann Pfeiffer

St. Pölten | Männer sterben im Durchschnitt um 5,3 Jahre früher als Frauen. Regelmäßige Untersuchungen können helfen, gefährliche Krankheiten wie etwa das Prostatakarzinom rechtzeitig zu erkennen. Darauf möchte die Aktion Movember hinweisen.

Gemeinsam mit Aktions-Testimonial Frenkie Schinkels fordern die NÖ Landes- und Universitätskliniken auf Initiative von Landesrat Karl Wilfing Männer dazu auf, sich im Movember einen Schnurrbart wachsen zu lassen, um so auf amüsante Weise auf das Thema Männergesundheit aufmerksam zu machen. „Viel zu lange schon hat die Urologie mit Vorurteilen zu kämpfen, viel zu wichtig ist sie jedoch für die Gesundheit von Mann und Frau. Grund genug, sie einmal vor den Vorhang zu holen. Denn mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der zweiten Lebenshälfte können gefährliche Krankheiten wie etwa das Prostatakarzinom, als die häufigste Krebserkrankung beim Mann, rechtzeitig erkannt und somit geheilt werden. Leider werden diese Erkrankungen oftmals als Tabuthema behandelt. Jährlich sterben jedoch rund 1.100 Männer in Österreich an Prostatakrebs – rund 230 davon in Niederösterreich. Mit ‚Movember‘ wollen wir daher ganz bewusst auf Gesundheitsvorsorge für Männer aufmerksam machen. Wenn rechtzeitig vorgesorgt wird, sind natürlich auch die Kosten für das Gesundheitssystem und die Folgekosten für die Landeskliniken geringer“, betont Landesrat Wilfing.

“Männer gehen nur im Notfall zum Arzt”

Paradoxerweise fühlen sich Männer trotzdem gesünder als Frauen. Männer gehen meist erst sehr spät zum Arzt. Nur ein gutes Viertel nimmt regelmäßige Vorsorge­untersuchungen wahr und 22 Prozent der Männer kommen überhaupt nur ‚im äußersten Notfall‘ in die Ordinationen. Dabei geht es nicht nur um die Prostatagesundheit, sondern auch andere urologische Organe werden dabei untersucht. Denn in der Krebshäufigkeit des Mannes nehmen das Blasenkarzinom und der Nierentumor die Stellen vier und fünf ein.

„In Österreich erleiden außerdem etwa 270 Männer jährlich einen Hodentumor. Dies ist der häufigste organische Tumor des Mannes zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Nachdem diese Geschwulst von Keimzellen ausgeht und daher in der Regel rasch wächst, würde in diesem Fall eine jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Urologen eine frühzeitige Diagnose oft nicht ermöglichen. Ich empfehle daher die regelmäßige Selbstabtastung von Burschen und Männern ab der Pubertät bis etwa zum 55. Lebensjahr. Wenn dabei eine Veränderung, z.B. ein harter Knoten oder eine Größenzunahme bemerkt wird, sollte unbedingt ein Urologe aufgesucht werden. Üblicherweise entwickelt sich ein bösartiger Tumor des Hodens primär ohne Symptome. Dank der modernen Behandlungsmöglichkeiten hat heutzutage der Hodentumor hinsichtlich Heilungschance eine exzellente gute Prognose“, erklärt Prim. Dr. Eckart Breinl, Leiter der Abteilung Urologie und Andrologie am Universitätsklinikum St. Pölten.

Die Vorsorgeuntersuchung ist in Österreich kostenlos

„Jeder ab 18 Jahren kann dieses in Österreich kostenlose Service nützen. Dennoch nehmen viele Menschen das Angebot nicht wahr: Laut Statistiken gehen nur ein Viertel aller Männer und jede zweite Frau zur Vorsorgeuntersuchung. Mit der Aktion Movember, die wir auch flächendeckend in unseren Landeskliniken plakatieren, wollen wir mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass auch Männer zur Vorsorgeuntersuchung gehen“, ergänzt Wilfing.

Frenkie Schinkels, Sportdirektor des SKN St. Pölten, ist Testimonial für die NÖ Initiative. „Respekt und Fairplay am eigenen Körper – geht zur Vorsorgeuntersuchung“, appeliert Schinkels, der sich nun für die Aktion einen Schnurrbart wachsen lässt.

Die österreichische Urologie ist eine der führenden in Europa. Beispielweise beim Hodenkrebs: Starb vor 30 Jahren noch jeder zweite Erkrankte daran, sind es heute unter fünf Prozent Sterberate über alle Stadien hinweg.

info | www.mauer.lknoe.at

Rubrik:: Panorama

Kommentar verfassen

Zur Gewährleistung eines respektvollen Umgangs behält sich das Redaktionsteam vor, Kommentare gegebenenfalls zu entfernen.