15.07.2015 0 Kommentare

Meister des Romans: Thomas Mann schrieb hunderttausend Seiten – Jetzt gibt es neue CDs.

Foto: Library Of Congress

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Zwei runde Zahlen geben dem Literaturinteressenten heuer Anlass, sich Thomas Mann zuzuwenden: das 140. Geburts- und das 60. Todesjahr.

von Robert Voglhuber

Werk und Familie

Als Sohn einer Lübecker Kaufmanns- und Senatorenfamilie wurde er am 6. Juni 1875 geboren. Ohne Abitur und abgeschlossene Ausbildung arbeitete er als Redakteur beim „Simplicissimus“, bevor ihm der Roman „Buddenbrooks“ (1901) und die Erzählung „Tonio Kröger“ (1903) ein Leben als Schriftsteller ermöglichten und ihn schon in jungen Jahren berühmt werden ließen. 1929 erhielt Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur, vier Jahre später musste er aus dem nationalsozialistischen Deutschland emigrieren. Er nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1952 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er am 12. August 1955 in Kilchberg bei Zürich starb.
Thomas Mann ist ein Meister der literarischen Königsdisziplin, des Romans. Mit dem „Zauberberg“ ist eigentlich sein Weltruhm verankert. Die Übersetzung „The Magic Mountain“ machte Mann zu einem amerikanischen Bestsellerautor, der Roman trägt ihm den Nobelpreis ein, obwohl in der Verleihungsurkunde ausdrücklich nur die „Buddenbrooks“ genannt werden.

Thomas Mann im O-Ton

Anlässlich der runden Jahre sind mitunter im Hörverlag zwei CD Editionen erschienen. Ein 17 CD-Lesungen-Feature und eine 6 CD-Feature mit und über Thomas Manns Kinder. Die 17 CDs dauern 17 Stunden und sind echte Raritäten. Thomas Mann ist mit Auszügen seiner Werke im Originalton zu hören. Vieles ist zum Teil bisher unveröffentlicht. „Die Bekenntnisse des Hochstapler Felix Krull“, „Tonio Kröger“ und „Joseph und seine Brüder“ vermitteln einen repräsentativen Querschnitt seines Schaffens. Zudem sind Rundfunkvorträge an die deutschen Hörer, sein ganz persönliches Wunschkonzert und der Vortrag anlässlich seines 75. Geburtstags auf weitere Silberlinge gebannt.

Eine bewegende Familiengeschichte

In der 6 CD-Edition „Die Kinder der Manns“ werden ausführlich die unterschiedlichen Charaktere, Talente und Eigenheiten der sechs Nachkommen zum Teil in deren O-Ton gefeatured. Erika Mann lernen wir als begabte Komödiantin, selbstbewusste Individualistin und streitbare Moralistin kennen. Klaus Mann, begnadeter Schriftsteller, muss sich immer ein wenig auffällig benehmen, um im „Schatten des väterlichen Ruhms“ nicht übersehen zu werden. 1949 nahm er sich in Frankreich das Leben.
Golo Mann war Historiker. Tausendseitige Werke entstanden. „Die Deutsche Geschichte des 19. Und 20. Jahrhunderts“ zählt zu den besten dieses Genres. Monika Mann schrieb „verwegene kleine Aufsätze“ und unzählige Gedichte. Sie lebte auf Capri mit einem einfachen Fischer. Die Insel nannte sie ihr irdisches Paradies.
Elisabeth Mann war ausgebildete Konzertpianistin, Verfasserin von Novellen und einziges weibliches Gründungsmitglied des Club of Rome. Schließlich Michael Mann. Zunächst war ihm eine Musikerlaufbahn beschieden. Nach dem Tod des Vaters schlug er eine zweite Karriere als Germanist an der University of California in Berkeley ein. Auf der letzten CD ist mitunter ein Vortrag über moderne Musik zu hören.
„Die Kinder der Manns“ dokumentiert eine außergewöhnliche Familiengeschichte und präsentiert zugleich ein Panorama des 20. Jahrhunderts in sechs spannenden und informativen Features mit vielen Originaltönen und den Stimmen von Rufus Beck, Gert Heidenreich, Sophie von Kessel und vielen anderen.

Die große Originalton-Edition | 17 CDs, 17 h, €47,99, ISBN 9783844517408, Der Hörverlag
Die Kinder der Manns | 6 CDs, 6h, €22,99, ISBN 9783844518191

Rubrik:: Kultur

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