08.06.2016 0 Kommentare

Menschlichkeit

ontainerdorf am Gelände des Landesklinikums Mauer

ontainerdorf am Gelände des Landesklinikums Mauer   Foto: Artis Franz Jansky-Winkel

Eine thailändische Kleinbauerngenossenschaft unterstützt die Flüchtlingshilfe in Österreich, unter anderem auch im Mostviertel, mit sechs Tonnen Bio-Reis.

von artis franz jansky-winkel

Fairer Handel ist Kern des Unternehmens. Mit ihren Handelspartnerschaften setzt sich die EZA für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung ein. Ökologische Produktionsweisen werden gefördert, Marktzugänge für Kleinbauernorganisationen und Handwerker geschaffen, Transparenz in den Herstellungs- und Handelsbedingungen gewährleistet und Informations- und Bildungsarbeit zum Fairen Handel wird betrieben.
Herr Vitoon Panyakul, Mitbegründer der thailändischen Kleinbauerngenossenschaft Green Net war zum Jubiläum in Salzburg eingeladen und wurde dabei Zeuge des Flüchtlingsgeschehens in Österreich. Betroffen von der Tatsache, dass tausende Menschen vor Krieg und höchster Not fliehen und in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern Zuflucht suchen, setzte er eine bemerkenswerte Initiative.

Thailand hilft Österreich

Green Net stellte sechs Tonnen biofairen Hom Mali Duftreis für die Versorgung von Schutzsuchenden in Österreich kostenlos zur Verfügung. Dabei zählt der Nordosten Thailands zu einem ziemlich armen Gebiet der Welt.
Es bestätigt sich immer wieder: Arm ist nicht derjenige, der wenig hat, sondern der, der mit dem, was er hat, nicht zufrieden ist. Auch in der aktuellen Flüchtlingshilfe in Österreich ist festzustellen, dass weniger betuchte Menschen gerne und immer wieder bereit sind, zu helfen.

Thailand zu Gast im Containerdorf am Gelände des Landesklinikums Mauer Foto: Artis Franz-Jansky-Winkel

Thailand zu Gast im Containerdorf am Gelände des Landesklinikums Mauer
Foto: Artis Franz Jansky-Winkel

Globalität bedeutet Zusammenarbeiten

Der gespendete Reis wird von Weltläden in Österreich und von EZA Fairer Handel in Kooperation mit lokalen Flüchtlingsinitiativen eingesetzt. „Im Fairen Handel Tätige müssen zusammenarbeiten, um diesen verzweifelten Menschen zu helfen und globale Ungerechtigkeiten zu bekämpfen,“ betont Panyakul.
Auch der Weltladen Amstetten beteiligt sich aktiv. „Der Duftreis wird den in unserer Gemeinde untergebrachten Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Er schmeckt nicht nur köstlich, sondern ist auch ein Zeichen lebendiger internationaler Solidarität,“ freuen sich Maria Irauschek und Ernst Gassner vom Weltladen Amstetten. Gassner ist auch Vorsitzender der ARGE Weltläden Österreich und betont, dass viele Weltläden in unserem Land an der Reis-Aktion teilnehmen. „Wir brauchen keine Grenzzäune und keinen Festungsbau, sondern politische Akteure, die sich uneingeschränkt für die Einhaltung der Menschenrechte weltweit und die Bekämpfung von Flucht­ursachen stark machen“, meinen sie. Laut Angaben des UNHCR (Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen) leben heute 86 Prozent der Flüchtlinge in sogenannten Entwicklungsländern. Nur ein Bruchteil kommt nach Europa.

Das Containerdorf in Mauer bei Amstetten

Am Gelände des Landesklinikums Mauer leben 90 schutzsuchende Menschen, erzählt Kitti Kiss, die Bereichsleiterin, die auch für Flüchtlingsunterbringungen außerhalb des Mostviertels verantwortlich ist. 45 Erwachsene in Familien leben in Mauer. Für sie stehen drei Betreuer zur Verfügung. Für die 45 jugendlichen UMF (unbegleitete männliche Flüchtlinge) arbeiten 12 Begleiter und Begleiterinnen. Diese müssen sowohl Elternersatz sein, als auch für die umfangreiche pädagogische Versorgung zur Verfügung stehen, von täglich angebotenen Deutschkursen bis zum bunten Freizeitprogramm. Ziel ist immer, rasch Integration und Ausbildung zu gewährleisten. Die Jugendlichen kochen für sich selbst. Laut Kiss ist das Containerdorf in der Umgebung bestens bekannt und läuft ohne Probleme recht rund, nicht zuletzt durch das Netz von rund 50 ehrenamtlichen Helfern.

web | greennetproject.org, weltlaeden.at

Rubrik:: Mostviertel

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