20.07.2014 0 Kommentare

Mit der nötigen Schärfe: Die “Neobrenndirndln” lassen seit 2008 kein Auge trocken.

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Die Neobrenndirndln stellen im September ihr neues Programm “Primetime” vor. Foto: nordost.at

Neobrenndirndln | Die Mostviertler Musikkabarettgruppe lässt in ihren Auftritten seit 2008 kein Auge trocken. Gekonnt vermengen die Dirndln dabei Stile wie Jazz, Rock, Volksmusik, Austropop, Klezmer oder Operette zu einem unterhaltsamen Ganzen. Im September stellen sie ihr neues Programm „Primetime“ im Landesmuseum vor. Das momag traf Monika Wippl, eine der fünf Neobrenndirndln, in der Konditorei Reschinsky in Wieselburg.

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Monika Wippl beim momag-Interview. Fotos: Jürgen Resch

Du hast schon sehr früh begonnen, Musik zu machen.

Mit 15, 16 Jahren. Das hat aber mit den Neobrenndirndln nichts zu tun. Die sind erst spät gekommen. Ich komme aus einem musikalischen Elternhaus. Mein Vater war schon immer ein Musikant und so war das schließlich auch mein Weg.

Wie ist das Interesse für Musikkabarett gekommen?

Wir haben eine sehr lustige Kollegin dabei, die eine „Rampensau“ ist. Sie kann wirklich alle Leute unterhalten. Wenn wir irgendwo zusammensitzen, ist sie der Mittelpunkt. Bei irgendeinem Geburtstag hatten wir aus einer Laune heraus einen kleinen Auftritt, nichts Besonderes. Die Leute fragten uns anschließend: „Geh, macht doch auch was bei meinem Geburtstag“, oder: „Könnt ihr das dort auch machen?“, oder: „Kann man euch buchen?“ Und so fragte der Kulturverein in Wieselburg, ob wir auch ein abendfüllendes Programm spielen. Das konnten wir damals noch nicht (lacht). 2008, 2009 gab es dann den ersten abendfüllenden Auftritt.

Wie entsteht so ein Programm?

Das erste ist im Tun entstanden. Wir haben Dinge ausprobiert und hofften, dass auch andere das lustig finden werden (lacht). Das zweite war schon ein wenig mehr vorbereitet. Eine hat sich ein wenig was zur Musik überlegt, ein wenig vor-arrangiert, um dann nicht mehr allzu viel Zeit beim Proben dafür zu brauchen. Das, was manchmal einfach gesagt gehört mit der nötigen Schärfe, haben wir in unserem Programm. Manche sagen, wir seien „ganz schön tief“ (lacht), aber das macht uns nichts. Wir sind auf keinen Fall so eine Emanzen-Gruppe, aber wir sagen das, was wir uns denken und zwar so, wie es aus uns rauskommt. Da wird dann nicht darauf geschaut, ob man das so sagen darf oder so (lacht).

Welche Themen kommen nicht ins Programm?

Wir sind nicht politisch und wir wollen niemanden persönlich angreifen. Es soll sich keine Gruppe von Menschen von uns beleidigt fühlen.

IMG_7532webMusikalisch seid ihr sehr vielfältig.

Weil wir nicht anders können (lacht). Aus der Not eine Tugend machen. Wir beherrschen unsere Instrumente nur bis zu einem gewissen Grad und darum versuchen wir, möglichst vielseitig zu sein.

Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?

Eine von uns schlug vor: „Wir ziehen einen Neoprenanzug an und sind die Neopren-Dirndln.“ Dieses Wortspiel hat uns gut gefallen, es passt auch zu uns, weil wir was Neues machen, auch in Verbindung mit Traditionellem. Wir haben auch Volksmusik drinnen und wir sagen, wofür wir „brennen“. So hat sich unser Name dann ergeben.

Welcher Auftritt war bisher euer bester und welcher ging so richtig schief?

Du fragst mich Sachen! Das hab‘ ich sicher schon verdrängt (lacht). Den besten Auftritt gibt es nicht. Es gibt Publikum, das von Anfang an dabei ist und es gibt Publikum, das ein wenig „müde“ ist. Es gab einmal vor einigen Jahren einen Gig in Purgstall, da gab es Standing Ovations. Da sind alle aufgesprungen. Das war ein sehr geiles Gefühl.

IMG_7610webWelches Ziel wollen die Neobrenndirndln erreichen?

Gar keines (lacht). Wir wollen nur machen, was uns am Herzen liegt oder was uns Spaß macht. Wenn das jemand anderem gefällt, ist das super. Nachdem wir das alle nebenberuflich machen, besteht bei uns kein Druck. Es wird ein drittes Programm geben, doch das steckt noch in den Kinderschuhen.


Gibt es Vorbilder in Sachen Musikkabarett?

Eine von uns steht ganz besonders auf Mnozil Brass, aber das ist etwas ganz anderes. Es ist nicht so, dass wir uns von jemandem was abschauen. Wir wollen nichts kopieren. Wir hatten vor einiger Zeit einen sehr tollen Titel für das dritte Programm und dann habe ich im Internet gesucht und bemerkt, dass es den Titel schon gibt, als Album von einer Band. Also haben wir’s gelassen.

interview | Petra Ortner

web | www.neobrenndirndln.at
www.facebook.com/neobrenndirndln

termin | 18.9., 19.30h
St.Pölten, Landesmuseum

Rubrik:: Kultur

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