16.01.2018 0 Kommentare

Miteinander Zukunft gestalten

Die Stadt Waidhofen lud am 5. Jänner zum “Impuls zum Jahresauftakt”. Prominenter Gastredner war Zukunftsforscher Matthias Horx.

Bürgermeister Werner Krammer und Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx.
Foto: waidhofen.at

„Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wenn wir dieser Zukunft aber mit Optimismus und Tatkraft begegnen, wird es uns auch gelingen die Chancen, die sie uns bietet, zu nutzen und auch umzusetzen“, ist Bürgermeister Werner Krammer überzeugt. Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx war auf seine Einladung hin Gastredner beim diesjährigen Neujahrsauftakt im Plenkersaal.

Progressive vs. grantige Provinz

„Ausheimischer“ Moderator Thomas Bläumauer begrüßte die zahlreichen Gäste aus Waidhofen und der ganzen Region „in der schönsten Stadt der Welt“. Der Bürgermeister betonte in seinen Einleitungsworten die Bedeutung von Zusammenarbeit und das Denken über den Tellerrand. „Wir sind keine Einzelkämpfer sondern Teil einer wunderbaren Region, für deren Entwicklung wir miteinander vorausdenken müssen“, so Krammer. Ergebnisse bestehender Kooperationen wurden in einem gemeinsamen Film von den Bürgermeistern vorgestellt. Krammer: „Der Film zeigt die gut entwickelte Basis für Zusammenarbeit. Die Basis dafür Vertrauen. Es geht um echte, ehrliche Kooperation auf Augenhöhe, dazu ist es letztendlich auch nötig in größeren Einheiten zu denken.“
Der ganze Abend stand unter dem Motto „Miteinander Zukunft vorausdenken“. Der deutsche Zukunftsforscher referierte zum Thema „Progressive Provinz“. Seiner Definition nach ist eine progressive Provinz „eine kleine oder mittlere Stadt, Region oder Landschaft, die durch Weltoffenheit, Neugierde, Lebendigkeit, Bürgersinn, Optimismus, Bildung und Kreativität eine eigenständige Zukunftsidentität entwickelt, im Gegensatz zur grantigen Provinz.“ Er sprach eingangs über die Methoden der Zukunftsforschung, „Man kann vieles voraussagen. Das was man voraussagen kann, das will man aber oft nicht wissen“, berichtete Horx und erzählte von einem Paar, das anhand wissenschaftlicher Methoden zu 90 Prozent die Zukunft einer Ehe voraussagt. Das Verhältnis zur Zukunft sei komplex – würde man beispielsweise den Fußballweltmeister schon im Vorfeld wissen, wäre die Spannung passé.

„75 Prozent werden im Jahre 2050 in Städten leben“

Horx berichtete über den Megatrend der (Groß-)Urbanisierung, der sich stetig fortsetzt, sich anderswo aber auch schon wieder umgekehrt. „75 Prozent werden im Jahre 2050 in Städten leben“, sagt Horx. Er erklärte: „Lebendige Zukunftsforschung ist nichts anderes als verständlich zu machen worüber wir verfügen können, gestalten, wofür wir eine Verantwortung übernehmen können – und das ist eine ganz wichtige Frage, denn da geht es darum was man sich zutraut in Bezug auf die Zukunft.“ Zum Trend existiere auch immer ein Gegentrend – „nur wenn man diese Dynamik versteht, versteht man die Zukunft in ihrer vollen Komplexität“, so Horx. „Weil aus dieser Dynamik eine permanente Schleife entsteht, in der Trend und Gegentrend sich zu einer Synthese zusammenfügen.“

Befürworter des Glaskubus

Für eine positive Zukunft brauche es aber vor allem eines: Mut. Vor allem in der Standortpolitik, Architektur, Gastwirtschaft und bei Bürgerprojekten. Als gutes Beispiel hob Horx auch Waidhofen selbst hervor, das ihn beim Ankommen beeindruckte. „Ich finde ganz bemerkenswert wie hier die alte Bausubstanz mit der ikonografischen Glasarchitektur einen Klang ergibt, der verlauten lässt, dass diese Stadt nicht nur alte Gemäuer hat.“
Er nannte viele Beispiele wo Ortschaften, die schon als verlassen galten, neue Wege fanden sich zu inszenieren. „Engagement ist das beste Gut, die beste Energieform gegen das Aussterben“, betonte Horx.
Anschließend wurden Bürgermeister der Region zum Thema interviewt. Musikalisch begleitete den Abend das Ensemble des Musikschulverbands Waidhofen/Ybbstal unter der Leitung von Hermann Maderthaner. Beim Empfang mit vielen visionären Gesprächen gab es rustikal-raffinierte Brötchen der Bäuerinnen. Dazu wurde “BERG.QUELL”, das neue Stadtbier, sowie der neue “STADT.MOST” kredenzt.

Magistrat Waidhofen, waidhofen.at

Rubrik:: Mostviertel

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