15.07.2015 0 Kommentare

Alles nur geträumt? Die Mostibären sprechen über neues Produkt “Laut und Lässig”.

Jung, lässig und aus dem Herzen des Mostviertels kommend spielen sie seit fast zwanzig Jahren schon Volksmusik vom Feinsten. Bandleader und Akkordeonist Hannes Gruber lud das momag zu sich nach Hause ein.

"Sogar in der Waidhofner Diskothek Hammerwerk werden Lieder von uns gespielt." Foto: Andrea Pichler

“Nach drei Jahren konnte mir mein Lehrer keine wirklichen Meilensteine mehr zeigen und in der Folge habe ich mir sowieso vieles selbst angeeignet.”
Foto: Andrea Pichler

Wann hast du deine Liebe zur Musik entdeckt?

Ich komme aus einer musikalischen Familie, da habe ich meine Liebe zu meinem Instrument und der Musik bereits mit zirka dreieinhalb Jahren entdeckt. Ich war immer wieder mal zum Schuhplattln beim örtlichen Verein mit. Und da war einer, der die Steirische gespielt hat. Da ich irgendwie nie auf dem richtigen Platz im Kreis, sondern immer vor dem Ziehharmonikaspieler stand und auf die Knöpfe gezeigt habe, hat dieser irgendwann gemeint: „Mit dem Burschen müssen wir was tun, der möchte das lernen.“ Daraufhin habe ich mein erstes Instrument bekommen und war der erste Schüler dieses Musikers, der mittlerweile um die einhundert Schüler hatte.

Studierst du auch andere Musiker und holst dir von denen Tipps?

Auf jeden Fall. Nach drei Jahren konnte mir mein Lehrer keine wirklichen Meilensteine mehr zeigen und in der Folge habe ich mir sowieso vieles selbst angeeignet. Bands, die mir damals sehr gut gefallen haben, habe ich studiert. Ich habe nie Noten lesen gelernt, habe aber ein gutes Gehör und kann relativ leicht etwas wiedergeben, das ich irgendwo gehört habe.

"Nach drei Jahren konnte mir mein Lehrer keine wirklichen Meilensteine mehr zeigen und in der Folge habe ich mir sowieso vieles selbst angeeignet." Fotos: Helmut Hirner

Fotos: Helmut Hirner

Wann kam bei dir der Wunsch auf, eine Band zu gründen?

Mein Schulfreund, der Christian Stockreiter, hat schon früher mit mir auf kleineren Feiern gespielt. Viel beim Mostviertlerwirt Ott in Seitenstetten. Irgendwann 1995 oder 1996 war Herbert Zeitelhofer beim Ott, hat eine Gitarre aus seinem Auto geholt und mit uns mitgespielt. Schnell haben wir festgestellt, dass das geil war und wir beschlossen, mehr daraus zu machen. Herbert war damals um die 30, wir so 15, 16 Jahre alt. Er hatte Geld und kaufte unseren Bus, hat Boxen vorfinanziert und so konnten wir losstarten.

Wie viele Auftritte habt ihr im Schnitt?

Das hat sich auf rund 40 bis 50 pro Jahr eingependelt. Inklusive um die zehn Gastauftritte im Fernsehen oder auch Radio-Interviews. Wir sind ja alle berufstätig und ordentlich eingespannt. Da ist es ganz gut, wenn man die Fünfziger-Grenze nicht übersteigt, weil das sonst irgendwann anstrengend werden würde. Familien haben wir ja auch.

Gibt es Veranstaltungen, zu denen ihr immer wieder gerne kommt?

". Ich habe noch nie jemandem einen Auftritt streitig gemacht, indem ich zum Veranstalter gegangen bin und einfach weniger Gage verlangt hätte oder so. Sowas gibt es aber auch in der Szene, denke ich."

“Einmal habe ich ein Lied geträumt und am nächsten Tag gleich auf meiner „Quetschn“ gespielt.”

Wir sind überall gerne dabei. Hier in der Heimat haben wir uns schon ganz gut etabliert. Die Leute kennen unsere Lieder und singen mit. Sogar in der Waidhofner Diskothek Hammerwerk werden Lieder von uns gespielt. „Alles Ok“ hat so seinen Weg gemacht. Damit hat von uns keiner gerechnet. Schon darum ist eine neue CD längst überfällig. Ich habe seit gut einem Jahr einen 25 Stunden-Job, daher kann ich mich nun mehr mit der Musik beschäftigen. Die Zeit nutze ich, um mich beim Komponieren und Texten noch mehr reinzuknien. Nicht nur für die Mostibären, es ist das Interesse auch über die österreichischen Grenzen hinaus gewachsen.

Wie sieht es da mit dem Konkurrenzkampf aus?

Man bekriegt sich nicht persönlich, aber die Anzahl der Feste ist nun mal begrenzt. Ich habe noch nie jemandem einen Auftritt streitig gemacht, indem ich zum Veranstalter gegangen bin und einfach weniger Gage verlangt hätte oder so. Sowas gibt es aber auch in der Szene, denke ich.

Wie lange dauert es, bis du ein Lied geschrieben hast?

Wenn ich lange brauche, drei Minuten (lacht). Und da ist er auch schon fertig arrangiert. Nein, also es gibt Zeiten, da setzt man sich hin und es läuft. Meistens habe ich Ideen in Augenblicken, in denen ich gar nicht damit rechne. Zum Glück hat man heutzutage ein Handy, auf dem man Ideen sammeln kann. Besonders viel fällt mir ein, wenn ich eintönige Arbeit zu machen habe und darin versinke. Da habe ich oft mein Handy in der Hand und rede zwei, drei Zeilen drauf. Irgendwann habe ich dann meine fünfzehn, zwanzig Audiospuren, oft nur wenige Sekunden lang, die ich nehme und zusammenfüge. Manchmal habe ich dazu gleich wieder eine neue Idee und so entwickelt sich dann alles. Einmal habe ich ein Lied, den „Ferienboarischen“, geträumt und am nächsten Tag gleich auf meiner Quetschn gespielt. Oft vergisst man ja, was man geträumt hat.

"Einmal habe ich ein Lied geträumt und am nächsten Tag gleich auf meiner „Quetschn“ gespielt." Foto: Helmut Hirner

“Ich würde mich mittlerweile auch vor 20.000 Leuten hinstellen und moderieren und spielen.”

Es soll jetzt bald eine neue CD von den Mostibären geben.

Genau (lacht). Sie wird „Laut und lässig“ heißen. Das aktuelle Album ist aus 2009. Viele Leute warten schon auf die neue CD, was ja nicht schlecht ist (lacht). Rauskommen wird sie voraussichtlich im Herbst. Ganz genau kann ich es noch nicht sagen und ich trau‘ mich auch nicht mehr, ein Datum zu nennen.

Hast du vor Auftritten Lampenfieber?

Es gibt schon Anspannung vor gewissen Auftritten. Wir hatten mal einen für mich persönlich wichtigen Auftritt in Seitenstetten. Vor heimischem Publikum, erstmals mit neuem Mitmusiker. Und da waren die Leute schon gespannt, was da jetzt kommt und wer der Neue ist. Außerdem haben wir da nach den Zellberg Buam gespielt, die ja bei uns keine Unbekannten sind. Da wollte ich den Tirolern schon zeigen, dass sie nicht die Einzigen sind. Man sagt ja immer wieder, dass man vor heimischem Publikum nichts wert sei, aber so ist das nicht. Wenn alles – vor allem die Stimmung – passt, dann läuft es auch super. Inzwischen weiß ich, wie ich die Leute „fangen“ kann. Ich würde mich mittlerweile auch vor 20.000 Leuten hinstellen und moderieren und spielen. Wenn ich meine Band hinter mir habe.

interview | petra ortner

web | mostibaeren.at

Rubrik:: Kultur, Mostviertel

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