12.12.2014 0 Kommentare

“Musik ist der Grund für alles” – Vicky Halo im momag-Interview.

vicky halo

Mit vollster Konzentration waren die Aufnahmen für ihren Song “Meine Liebe” schnell im Kasten. Fotos: Helmut Hirner

Vicky Halo ist 24, lebt in Wien, ist in Waidhofen/Ybbs aufgewachsen und schrieb schon über 120 Lieder. Sie hat nach der HBLA für künstlerische Gestaltung Musikwissenschaften studiert, gewann den momag-Talentewettbewerb und nahm gerade ihren Song im professionellen Tonstudio von Andreas Prinz in Seitenstetten auf.
Im momag-Gespräch über Wünsche und Wirklichkeit.

Was hat Musik für einen Stellenwert in deinem Leben?

Sie ist der Grund für alles, was ich mache. Es geht nur um Musik, schon seit ich klein bin. Ob es das Singen ist oder das Songwriting, es ist Arbeit, Freizeit und Urlaub zugleich für mich.

In welchem Genre siehst du dich angesiedelt?

Pop. Meine Musik war im letzten Jahr ziemlich akustisch und ging deshalb auch ins Singer-Songwritertum. Der Fokus liegt auf dem Text und der Melodie, der fette Bandsound blieb bisher aus, weil es noch keine fette Band gibt. Ich bin total beeindruckt vom Tonstudio Prinz, in dem wir produziert haben. Die Zusammenarbeit war großartig und ich bin wirklich froh, dass ich euch meinen Song geschickt habe.

vicky halo

Vicky Halo ist von der professionellen Arbeit mit Andy Prinz in dessen Tonstudio begeistert.

Was ist das zentrale Thema des Songs, den du jetzt aufgenommen hast?

Der Song heißt „Meine Liebe“. Es geht darum, nach einer Enttäuschung die Kraft zu finden, weiterzugehen und für sich selbst einzutreten.

Was ist dir beim Schreiben wichtig? Was soll beim Hörer ankommen?

Ich glaube, dass sich jeder das rausnimmt, was ihm wichtig ist. Ich habe schon Intentionen, ein Gefühl, ein Erlebnis, das dahinter steht, meine Texte haben meistens autobiographischen Charakter, aber wenn sich jemand meine Musik anhört, soll er sie selbst interpretieren. Jeder hat seinen eigenen Zugang. Am Anfang war das Schreiben oft Blödelei, das fing schon mit zwölf, dreizehn an. Mein erstes ernsthaftes Lied entstand im Alter von 14. Seitdem ist Songwriting für mich ein wichtiges Ausdrucksmittel. Das Lied, das ich jetzt aufnehme, habe ich mit 16 geschrieben. Es ist das erste deutsche Lied, wo ich sage, da schreibe ich meinen Namen darunter, das ist mir wichtig. Der Song bedeutet mir sehr viel. Deshalb war es jetzt an der Zeit, ihn aus der Schublade zu holen und ihn aufzunehmen.

Wo siehst du dich in zehn Jahren, was ist ein Traum, was ist ein Muss?

Mein größter Traum ist es, als Künstlerin auf der Bühne zu stehen und so mein Geld zu verdienen. Der Schwerpunkt meiner Schulausbildung lag auf der bildenden Kunst, aber ich wusste immer schon, ich will Musik machen. Seit ich mit der Schule fertig bin, schaue ich, wie ich mich musikalisch weiterentwickeln kann. In zehn Jahren hoffe ich doch, dass das ein Fundament hat und Erfolg. Im letzten Jahr hat sich einiges geändert. Ich habe die deutsche Sprache fürs Texten entdeckt. Meine Vorbilder kommen Großteils aus Amerika und Großbritannien, deshalb habe ich hauptsächlich auf Englisch gesungen und geschrieben, aber ich habe jetzt gemerkt, dass ich mich auf Deutsch viel besser ausdrücken kann. Das Singen auf Deutsch geht mir unglaublich nahe. Sachen verarbeiten, Standpunkte vertreten, das geht so intensiver, die Grenze, das Ums-Eck-Denken fällt weg. Da fühle ich
mich ziemlich wohl gerade.

Wer sind Vorbilder von dir?

Gesanglich auf jeden Fall Bruno Mars und Ed Sheeran. Natürlich auch Größen und Legenden wie Michael Jackson und Tina Turner. Man kann also nicht sagen, dass ich jemals bescheiden in Bezug auf meine Vorbilder war (lacht). Es sind immer Menschen, die mich berühren, wo ich die Persönlichkeit durchspüre, die Leidenschaft, das Herzblut und die Musikalität.

Wie erlebst du die Musikbranche bis jetzt, wie schätzt du dich selbst ein?

Ich habe schon von namhaften österreichischen Künstlern großen Zuspruch bekommen. Wie es mit der großen Industrie ist, weiß ich nicht, da habe ich auch etwas Angst muss ich sagen. Ich glaube, man braucht eine klare Vorstellung davon, was man will. Man kann nicht wo anklopfen und sagen: Mach‘ mich zum Star. Die Verantwortung abzugeben, ist, glaube ich, der größte Fehler, den man machen kann. Es gehört viel Eigeninitiative und Disziplin dazu. Natürlich gibt’s die negativen Stimmen, die mich in so manchen Nächten nicht schlafen lassen (lacht). Aber dann denke ich wieder, ich mache es, weil ich Musik liebe, weil mein ganzer Organismus schreit: Ich will das! Es ist wichtig, auf sich selbst und auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen und nicht sofort aufzugeben. Auch wenn Vieles schlechtgeredet wird: Ich versuche es auf alle Fälle. Ich hatte in den letzten Jahren das Glück, tolle Musiker kennenzulernen. Darunter war auch Stella Jones, mit der ich im letzten Jahr meine erste EP „A Lonely Fortune Teller“ veröffentlicht habe. Bis jetzt habe ich viel Zeit im Studio verbracht und nicht auf der Bühne, jetzt will ich raus.

Einer dieser Musiker ist Lukas Hillebrand. Wie kommst du eigentlich zu deinen Kontakten?

Vieles hat sich durch Workshops ergeben. Der Song, den ich damals ans momag geschickt habe, kam auch auf den Projekt-Pop-Sampler drauf. Er hat Wellen geschlagen und aufgrund dessen kam ich zu einem Songwriting-Workshop mit Lukas Hillebrand. Es ist wirklich viel Glück dabei. Ich war nicht mal für den Workshop angemeldet, aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dahinter steckt trotzdem eine gute Portion Talent, viel Arbeitseinsatz und der Wunsch, sich weiterzuentwickeln. Alles passiert Schritt für Schritt: Hätte ich keine Songs geschrieben, wäre ich nicht ins Studio gegangen. Hätte ich nicht mit Stella Jones die EP gemacht, hätte ich nichts einsenden können. Auch euch nicht (lacht). Ich gehe immer direkt auf die Leute zu, von denen ich was lernen will und hole mir Feedback, ich rede viel. Ich hab‘ unter anderem auch mit Birgit Denk gesprochen, die mir wertvolle Tipps gegeben hat, wie ich weitermachen kann. Großartige Musiker, das ist das Umfeld, in dem ich mich bewegen will, die auch mal sagen, glaube nicht jeden Blödsinn, tue es einfach. Es ist genial, wenn man die Unterstützung von außen bekommt. Tun und gehen muss man selbst.

Der Song “MEINE LIEBE” von Vicky Halo – hier zum Anhören!

 

interview | julia büringer
web | facebook.com/vickyhalomusic
web | www.prinz-records.at

Rubrik:: Kultur

Kommentar verfassen

Zur Gewährleistung eines respektvollen Umgangs behält sich das Redaktionsteam vor, Kommentare gegebenenfalls zu entfernen.