19.07.2016 0 Kommentare

Niederösterreichs Kaffeehäuser verlangen eine bürokratische Ruhepause

Zurzeit gibt es in Niederösterreich 787 Kaffeehäuser, 962 Kaffeerestaurants, 99 Kaffeekonditoreien sowie 67 Espressobetriebe, Stehkaffeeschenken und Buffet-Espressi. Zusammen beschäftigen sie 2.447 Mitarbeiter und bilden davon 56 Lehrlinge aus. Im Vorjahr sind noch 2.478 Mitarbeiter beschäftigt und davon 121 Lehrlinge ausgebildet worden. „Diese Entwicklung stimmt mich alles andere als froh“, berichtet Markus Madar, Branchensprecher der Niederösterreichischen Kaffeehäuser dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Da müssen wir rasch entgegenwirken.“

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Foto: colourbox.de

Madar appelliert daher an seine Kollegenschaft, mehr Lehrlinge selber auszubilden. „Es bringt uns nichts, dieser Talfahrt noch länger zuzusehen. Wir müssen handeln.“ Deshalb geht der Branchensprecher auch mit gutem Beispiel voran. In seinen sechs Betrieben bildet er derzeit acht Lehrlinge aus. „Es ist immer ein großer Vorteil, wenn man sich sein Fachpersonal von morgen selber ausbilden kann. Zudem gibt es Förderungen dafür. Wir müssen die jungen Leute noch mehr als in der Vergangenheit motivieren, bei uns arbeiten zu wollen. Ich habe mit der Ausbildung von Lehrlingen immer nur die besten Erfahrungen gemacht.“

Auch die enorm gesunkene Zahl an Beschäftigen in der Branche stimmen Madar nachdenklich. „Hier gilt es ebenfalls nicht länger zuzuwarten, weil wir gute Mitarbeiter dringend brauchen. Denn im Gegensatz zum Vorjahr, das für unsere Branche eher verhalten war, verspüren wir heuer einen deutlichen Aufwärtstrend. Das Kaffeehaus feiert eine Renaissance.“ Man merke dies eindeutig an der Gästefrequenz. Neben jungen Leuten, die das Kaffeehaus zum Lernen aufsuchen, kommen auch wieder viele Geschäftsleute, die ihre Termine in diese angenehme Atmosphäre verlegen. Markus Madar führt dies nicht zuletzt auf die in den letzten Jahren gestiegene Qualität der Angebote in den Kaffeehäusern zurück. „Seit 2010 fand offensichtlich eine natürliche Auslese der Betriebe statt. Jene, die verblieben sind, können sich mit hochwertigen Produkten behaupten, wie etwa Kaffee aus Kleinröstereien zu beziehen oder wieder mehr auf Melange und Einspänner als auf Cappuccino und Café Latte zu setzen. Dies wird von den Gästen sehr goutiert.“

Mit einem klaren Appell wendet sich Markus Madar an die Politik: „Es wäre im Interesse aller, wenn puncto neuer Gesetze und Verordnungen für die Gastronomie nun eine Phase der Ruhe einsetzen würde. Ständige Änderungen führen nämlich zu einer Verunsicherung bei den Betrieben, den Beschäftigen und auch bei den Gästen. Die Ruhephase würde der Branche gut tun.“

info | gastwirtnoe.at

wirtschaftspressedienst.at (dsh)

Rubrik:: Panorama

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