13.04.2014 0 Kommentare

NÖ Bauwirtschaft ist trotz Flaute optimistisch.

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Foto: berggeist007 / pixelio.de

| Die äußeren Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft scheinen ideal zu sein: ein milder Winter und ein pünktlich einsetzendes Frühjahr mit warmen Temperaturen. Trotzdem hält sich die Freude darüber in der Branche in Grenzen.

“In Niederösterreich haben wir heuer um 16,6 Prozent weniger Bauaufträge als im Jahr 2013”, sagt Robert Jägersberger, Landesinnungsmeister in der NÖ Wirtschaftskammer, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Der Grund liegt auf der Hand: Die Aufträge werden im Vorfeld vergeben. Wetter spielt für die Auftraggeber keine Rolle.

Das gilt auch für das Vorjahr, in welchem der Winter bis Ende April gedauert hat. “Mit der Wetterentwicklung 2013 haben wir im Durchschnitt ein bis drei Monate verloren, wodurch kaum jemand in der Branche bis Jahresende die notwendigen Deckungsbeiträge aufholen konnte”, so Jägersberger. Die Konsequenz eines solch strengen Winters sei außerdem, dass man in kürzerer Zeit mehr leisten müsse, was erhebliche Mehrkosten durch Überstunden verursache.

Mostviertel als bisheriges Zugpferd lässt nach

Trotzdem sind die Betriebe durchwegs positiv gestimmt, wofür die Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr sorgen. Es gibt aber regionale Unterschiede. Das südliche Industrieviertel, in dem auch Jägersberger seinen Firmensitz hat, hat eine eher schlechte Prognose. Die Betriebe im Weinviertel und im Waldviertel sind mit der Auftragslage durchaus zufrieden. Das Mostviertel, bisheriges Zugpferd in Sachen Bauaufträge, lasse etwas nach, berichtet der Landesinnungsmeister.

Die überwiegend positive Entwicklung war in den letzten Jahren vor allem auf private Auftraggeber zurückzuführen, die in Immobilien zum Zweck der Absicherung baulich investiert haben. Diese Investitionen sind inzwischen überwiegend abgeschlossen. Was der Bauwirtschaft jetzt in erster Linie zu schaffen macht, ist der Rückgang öffentlicher Aufträge: “Die großen Aufträge in Niederösterreich, wie etwa die Kindergartenoffensive zur Modernisierung der Kindergärten, sind vorbei”, so Jägersberger.

Der Innungsmeister setzt daher seine große Hoffnung auf die Gewerbe- und Industriebetriebe: “Da ist in den letzten Jahren wenig passiert. Da gibt es einen Investitionsstau, der mit der prognostizierten Verbesserung der Konjunktur wieder mehr Bauinvestitionen auslösen sollte.” Dem stünden allerdings die ausländischen Baufirmen gegenüber, die gerade in Ostösterreich bereits stark spürbar im Geschäft mitmischen und den Konkurrenzdruck ohne Gewährleistungen noch verstärken könnten. (jm)

Info | www.bau-noe.at

www.wirtschaftspressedienst.com

Rubrik:: Panorama

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