10.03.2014 0 Kommentare

Produktionsabwanderung: Niederösterreichs Filmindustrie braucht eigenes Filmstudio.

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Foto: Sebastian Staendecke [ideas-ahead.de] / pixelio.de

| Filmstudios gibt es in Österreich zwar einige, aber weil ihnen die erforderliche Größe und Ausstattung fehlt, kann man sie für die Produktion von Werbefilmen kaum nutzen. Die Fachvertretung der Film- und Musikindustrie setzt sich für ein eigenes Filmstudio in Niederösterreich ein, um die Produktionsabwanderung zu verhindern.

Wie Franz Stanzl, Vorsitzender der Fachvertretung der Film- und Musikindustrie in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, müssen Werbefilmer derzeit in Studios nach Tschechien, Slowakei und Ungarn ausweichen, um geeignete Produktionsbedingunen für Werbefilme vorzufinden. “Das ist im Grunde kontraproduktiv”, meint er, “weil hier sehr viel Geld verloren geht.” Um diese Produktionsabwanderung zu verhindern, wäre es daher wirtschaftlich sinnvoll, ein dementsprechendes Studio in Niederösterreich zu installieren. In Niederösterreich seien dafür nicht nur die entsprechende Infrastruktur, sondern auch die benötigten Naturkulissen und Experten vorhanden.

Die Errichtungskosten eines solchen Filmstudios beziffert Stanzl mit 50 Millionen Euro. Dieses Geld soll über Investoren sowie von Bund und Land aufgebracht werden. “Ein modernes, funktionales Studio muss eine Mindestgröße von 2.000 Quadratmetern inklusive aller Nebenräume und einer dementsprechenden Infrastruktur aufweisen”, sagt der Vertreter der Film- und Musikindustrie. Um den angehenden Filmemachern schon von Anbeginn Praxiserfahrung zu vermitteln, plädiert er für einen Standort in der Nähe von Ausbildungsstätten, wie etwa Krems oder St. Pölten.

“Revitalisierungen nicht zufriedenstellend”

Obwohl auch die Adaption eines bereits vorhandenen Gebäudes denkbar wäre, spricht sich Franz Stanzl klar für einen Neubau aus. “Revitalisierungen erfolgen nämlich oft nicht wirklich zufriedenstellend, so dass es viel sinnvoller ist, gleich neu zu bauen”, betont er. Schon in der Planungsphase könne man dann Filmemacher und Experten einbinden, die sich tagtäglich mit der Materie befassen und auch genau wissen, was man benötigt, um effizient arbeiten zu können. Ein reiner Prestigebau wäre kontraproduktiv.

In  Niederösterreich gibt es derzeit 500 Videoproduzenten. Österreichweit setzt die heimische Filmindustrie mit ca. 7.000 Beschäftigten pro Jahr rund 850 Millionen Euro um. “Wir sprechen hier von einer enormen Summe, und es ist schade, dass wir uns in Österreich einige Millionen pro Jahr entgehen lassen, nur weil wir der boomenden Filmindustrie nicht die Infrastruktur zur Verfügung stellen, die sie für ihre professionelle Arbeit braucht”, sagt Stanzl. Zudem würde ein modernes Studio in Niederösterreich den Spieß umdrehen und neue internationale Produktionen nach Österreich bringen. (dsh)

Info | wko.at/noe/fito

www.wirtschaftspressedienst.com

Rubrik:: Panorama

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