09.10.2014 0 Kommentare

Raus aus der Komfort-Zone: der Amstettner Rapper Royal im momag-Interview.

momag42-1-webRoyal | Ein wirklich feines Debüt-Album hat der Amstettner Rapper im Spätsommer veröffentlicht. Das momag traf den sympathischen Künstler und seinen Kollegen Gilbert „Guru“ Weilharter im Café Zum Kuckuck in Amstetten, um über den nicht ganz einfachen Weg zur fertigen Platte zu plaudern.

Du hast vor Kurzem dein Debüt-Album veröffentlicht. Wann hast du zu rappen begonnen?

Royal: 2005, mit 15. Bei einer Hunderterpackung Rohlingen war eine Demo-Version einer Musikproduktions-Software dabei. Damit habe ich ein wenig zu spielen begonnen. Hab‘ mir noch ein Headset dazu besorgt und begonnen, Texte zu schreiben. Zuerst in der Schule, dort hatte ich nichts Besseres zu tun (lacht).

Gibt es noch Aufnahmen deiner ersten Versuche?

Royal: Ja, gibt es. Sie tauchen immer wieder auf. Ich dachte ich hätte alles vernichtet, aber sie kommen immer wieder irgendwo daher.

Mit wem hast du bisher zusammengearbeitet?

Royal: Ich war früher viel in Wien unterwegs und habe dort mit einigen Leuten hobbymäßig was gemeinsam gemacht. Wir hatten auch einige Gigs, da war ich 17. Wir haben zum Beispiel im Reigen gespielt oder im alten Planet Music.

Die HipHop- und Rap-Szene im Mostviertel ist ziemlich klein.

Royal: Das ist ein Thema, mit dem ich mich wenig befasse. In der Zeit als ich am Album gearbeitet habe, habe ich mich absichtlich von Deutschrap distanziert, um keine fremden Einflüsse zu bekommen und dann Textzeilen wiederzufinden, die ich vielleicht ohne es zu wollen kopiert habe. Was speziell die Mostviertler Musikszene betrifft: ich kenne zum Beispiel „Mundpropaganda“ oder die Mostbeatz.

Du meinst die Mostheadz.

Royal: Richtig. Es gibt Beide. Aber die Mostheadz sind Rapper. Wie du siehst, befasse ich mich sehr wenig damit (lacht). Wir sind sehr eingedeckt mit unseren eigenen Sachen und ich selbst bin in der Szene sehr wenig unterwegs, muss ich zugeben.

Gilbert: Wir sind genretechnisch auch nicht unbedingt anerkannt bei den anderen.

Royal: Wir machen ja nicht straighten HipHop, sondern Kommerzscheiß (lacht). Wenn man‘s ganz salopp sagen will.

Gilbert: Für mich ist es das, was mir gefällt, aber man kann es auch „Kommerzscheiß“ nennen. So wird unsere Musik von manchen betitelt. Ein neues Genre (lacht).

Wann hast du den Entschluss gefasst, ein Album zu machen?

Royal: Ich mache jetzt seit neun Jahren Musik, habe aber vor dem Album so gut wie gar nichts released. Vielleicht mal irgendwo in einem Forum, wo ich dann versucht habe, alles wieder fein säuberlich zu entfernen (lacht). Ich war immer sehr unzufrieden mit meinen Ergebnissen und hatte immer gewisse Vorstellungen, die ich so oder so nicht erfüllen konnte. Für mich gab es schon immer ganz oder gar nicht. Ich habe jahrelang in derselben Firma gearbeitet und so Dinge. Da die Musik auch immer weiter in den Hintergrund gerutscht ist, wollte ich eine Veränderung. Ich habe wieder ein wenig zu schreiben begonnen, meinen Arbeitsplatz gekündigt und bin ab ins kalte Wasser. Dann kam der Punkt an dem ich dachte: „Jetzt ist es Zeit für ein Album. Setzen wir alles auf eine Karte. Ich will nicht mehr länger warten. Ich werde niemals ganz zufrieden sein. Jetzt ziehen wir das Ding einfach mal durch.“

Daher wohl auch der Album-Name „Exit“?

Royal: Exakt. Es geht um das Türen schließen und Türen öffnen. Mit dem Track „Exit“ auf dem Album war es schnell klar, dass es auch so heißen wird. Es sind Party-Tracks darauf, einmal geht es ein wenig melancholischer zu, aber am Ende verbindet alle Tracks das Thema „Raus aus der Komfort-Zone“. Das ist die Grundaussage.

Im Track „Rappertyp“ sagst du, du kannst nicht singen, obwohl du da ganz toll singst, finde ich.

Royal: Zu Rap sagen Leute immer wieder: „Was willst du damit? Das ist ja keine Musik.“ Das ist im Prinzip in diesem Song gemeint. Wobei ich sagen muss, ich habe extrem lange gebraucht, das so hinzubekommen (lacht).

Was ist dein nächstes großes Ziel?

Royal: Platz Eins. International. (lacht) Auf jeden Fall jetzt einmal Fuß fassen. Die Mauern, die im Musikgeschäft herrschen, auf unsere Art zu überwinden, ohne uns zu verbiegen. Wir wissen, wir werden noch gegen viele Mauern laufen. Es ist nicht einfach, aber wir haben es uns so ausgesucht. Es geht um die Überzeugung, dass man alles schaffen kann, was man will. Wenn sich die richtigen Leute finden und alles geben, dann muss unterm Strich etwas herauskommen.

interview | petra ortner

web | www.exitmusic.at
www.facebook.com/exitmusic.royal

 

Rubrik:: Kultur

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