10.02.2016 0 Kommentare

Etwas exotisch: Santiano kommen am Wacken genauso gut an wie bei Helene Fischer-Fans.

Die „Giganten des Shanty-Rock“ verbinden internationale Volkslieder, Popmusik, Rock’n’Roll und Irish Folk. Das momag sprach mit einem gut gelaunten Peter Sage (Geige/Gesang), der unter anderem schon mit Marius Müller-Westernhagen oder Mike Oldfield arbeitete.

Santiano 1_c_Christian Barz, Electrola

„Als wir mit Santiano begonnen haben, hätte ich nie damit gerechnet, irgendwann einmal zwei Echos Zuhause stehen zu haben.“

Wie kam es zur Bandgründung?

Das ist eine relativ kurze Geschichte. Wir waren mit anderen Künstlern auf einer Party bei unserem jetzigen Produzenten Hartmut Krech. Zufällig kam bei ihm gerade zu der Zeit auch eine neue Produktion rein. Wir haben auf der Party ordentlich gefeiert und gemeinsam gesungen. Hartmut passte das, was wir machten, genau rein für sein neues Projekt. Und so ist Santiano entstanden, angelehnt an den Song Shanty Santiano.

Du spielst Geige, Mandoline, Akkordeon, Percussions und noch einiges mehr. Woher kommt das breit gefächerte Interesse?

Begonnen habe ich damit mit neun Jahren. Musik war eine „Parallelbeschäftigung“, sie begleitet mich mein ganzes Leben. Ich habe immer im Musikgeschäft gearbeitet, entweder als Techniker oder als Musiker. Mit Neun habe ich die Geige erlernt, dann kam die Gitarre dazu, auf die folgte natürlich die Mandoline. Mit Vierzig habe ich dann noch mit dem Akkordeon angefangen. Da lag mal eines irgendwo herum und ich wollte sehen, ob ich damit klarkomme. Auf unserer ersten CD habe ich fast jeden Akkordeon-Part gespielt. Mein Hauptinstrument ist aber die Geige.

Voriges Jahr wurde die CD „Von Liebe, Tod und Freiheit“ veröffentlicht und ging gleich auf Platz Eins der deutschen Charts. Wie die Vorgänger-Alben. Habt ihr ein besonderes Erfolgsrezept?

Nun, das Rezept ist wie es ist. Der Erfolg stellt sich normalerweise immer später oder gar nicht ein (lacht). Wir sind gespannt, wie es weitergeht, wie unsere Musik ankommt. Man weiß nie, ob man das richtige Rezept gefunden hat. Aber scheinbar hatten wir bisher Erfolg mit unserem.

Wie wählt ihr eure Songs aus, wer schreibt die Lieder?

Es gibt ein paar Lieder von Björn und mir, doch das Meiste kommt von unserem Produzenten. Er hat einen riesigen Pool an Songwritern. Von diesen kommen Lieder, die wir ausprobieren und dann sehen wir, welche passen und welche nicht.

Was ich besonders spannend finde: ihr habt bereits auf dem Wacken Open Air gespielt und auch als Vorgruppe für Helene Fischer.
Ja, das macht uns etwas exotisch (lacht). Ich glaube, dass das bisher noch niemand geschafft hat. Das zeigt aber, dass unsere Musik ein breites Publikum erreicht. Die Musik kommt an.

Wie alt ist das Publikum bei euren Konzerten im Durchschnitt?

Ich würde sagen das geht von acht bis achtzig. Man sieht nicht so viele Achtzigjährige beim Wacken Festival (lacht), dafür aber bei Helene Fischer. Das ist eher unser Publikum. Und man sieht nicht so viele Achtjährige bei Helene Fischer. Aber wir kommen da und dort gut an. Unsere Konzerte sind überall gleich, wir ändern nichts für Helene (lacht). Es macht überall sehr viel Spaß.

Ihr seid im Februar wieder auf Tour. Was findest du am Tourleben besonders schön und was nervt dich?

Björn und ich sind seit langer Zeit mit dem Wasser und dem Segeln „befreundet“ und freuen uns schon auf die Zeit, in der wir wieder „lossegeln“ können. Ich kenne das Tourneeleben fast mein ganzes Leben lang, also seit meiner Ausbildung. Ich weiß nicht, wie es die anderen angehen, aber mich nervt dabei gar nichts mehr. Außer vielleicht, dass ich keine Zeit für mein Boot habe.

Ihr habt schon zahlreiche Preise erhalten.

Ich habe mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Natürlich sind Preise eine Ehre. Als wir mit Santiano begonnen haben, hätte ich nie damit gerechnet, irgendwann einmal zwei Echos Zuhause stehen zu haben. Das ist ja unglaublich. Absolut unglaublich! Ich weiß nicht, ob die Preise wichtig sind. Es ist eine Ehre. Es ist bei mir nicht so, dass sie ausgestellt sind, um den Leuten zu imponieren. Sie können schon wichtig sein, für andere Leute. So ein Preis hat zum Beispiel Einfluss auf den Verkauf unserer Alben (lacht). Ein wenig so wie bei Oscar-Gewinnern, wo bei jedem Film dabeisteht: „Der Oscar-Preisträger bla, bla, bla“.

 

Foto: Christian Barz

Fotos: Christian Barz

zur Band

Santiano erhielten zwei Mal in Folge den „Echo“ und einen Diamond Award für ihre beiden ersten Alben und erreichten fünffach-Platin. Auch ihr aktuelles Album „Von Liebe, Tod und Freiheit“ stieg in den deutschen Verkaufscharts sofort auf Platz Eins auf.

web | santiano-music.de

 

interview | petra ortner

Rubrik:: Kultur, Mostviertel

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