12.07.2014 0 Kommentare

Schwache Konjunktur: Arbeitsmarktlage im Bezirk Amstetten bleibt weiterhin angespannt.

624703_web_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.de

Foto: Petra Bork / pixelio.de

Amstetten | Trotz vergleichsweise niedrigster Arbeitslosenquoten, bleibt die Arbeitslosigkeit im Bezirk Amstetten ein Problem. Sie ist im Moment um 10 % höher als im Vorjahr.

„Obwohl wir im NÖ-Vergleich im Mostviertel noch immer die niedrigsten Arbeitslosenquoten haben, ist in Summe die Konjunktur nach wie vor zu schwach, um unter den derzeitigen Bedingungen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu bewirken. Im 1. Halbjahr waren heuer durchschnittlich pro Monat um 244 Personen oder um 10,6% mehr arbeitslos als vor einem Jahr“, teilt der Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten Harald Vetter dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Insgesamt sind im 1. Halbjahr 2014 im Monatsschnitt 2.545 Personen, 1.055 Frauen und 1.490 Männer, im Bezirk arbeitslos gewesen. Während bei den Jugendlichen die Arbeitslosigkeit kaum angestiegen ist, sind Personen über 55 Jahre (+24,8%) und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (+37,1 %) überproportional stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen gewesen. Das gedämpfte Wirtschaftswachstum hatte zur Folge, dass dem AMS Amstetten im 1. Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent weniger freie Stellen gemeldet wurden. „Ende Juni hingegen zeigte sich doch ein Lichtblick, da wieder mehr Personal von den Betrieben gesucht wurde als vor einem Jahr“, so AMS-Chef Vetter. Monatlich waren beim AMS 371 offene Stellen gemeldet.

AMS-Schulungen helfen

Trotz schwacher Konjunktur konnte das AMS Amstetten jedoch sehr gute Erfolge erzielen. Rund 1.900 freie Stellen konnten mit einer passenden Arbeitskraft besetzt werden. 2.713 arbeitslosen Amstettnern ist im 1. Halbjahr mit direkter oder indirekter Unterstützung der AMS-Berater der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelungen. „Fast 80 Prozent der arbeitsuchenden Kunden haben bei einer Kundenbefragung eines Marktforschungsinstitutes im 1. Halbjahr angegeben, dass sie mit der Betreuung durch das AMS Amstetten durchaus zufrieden sind. Und 45 Prozent aller Teilnehmer an einer AMS-Schulung konnten innerhalb von drei Monaten nach Kursende einen Job finden“, berichtet Harald Vetter.

Zur weiteren Entwicklung im 2. Halbjahr 2014 meint er, dass sich zwar die Nachfrage nach Arbeitskräften beschleunige, die Lage aber angespannt bleiben werde. Die Wirtschaftsforscher erwarten ein beschleunigtes Beschäftigungswachstum erst für 2015. Auch heuer werde im 2. Halbjahr 2014 die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen.

„Unser Ziel für das 2. Halbjahr wird sein, die erfreuliche Steigerung bei den offenen Stellen mit Ende Juni für die Vermittlung unserer Arbeitsuchenden zu nützen. Gleichzeitig wollen wir über die vielen guten Kontakte zu den Betrieben, auch für die Problemgruppen der älteren und gesundheitlich eingeschränkten Personen freie Stellen akquirieren bzw. Förderprogramme für diese Zielgruppen anbieten, um einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken“, erklärt der AMS Chef. (dsh)

Info | www.ams.at/noe

Rubrik:: Panorama

Kommentar verfassen

Zur Gewährleistung eines respektvollen Umgangs behält sich das Redaktionsteam vor, Kommentare gegebenenfalls zu entfernen.