05.12.2013 0 Kommentare

“Schweiß, Blut und Tränen”: Luna Rise aus Enns hat sich dem Melodic Rock verschrieben.

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Petra Ortner mit Sänger Chris Divine. Foto: privat

Mondsüchtig. Luna Rise aus Enns haben sich ganz dem Melodic Rock mit Einflüssen von eingängigem (Hard-)Rock, Progressive und düsterem Doom/Gothic Rock verschrieben. Mit ihrem Album „Smoking Kills But Love Can Break A Heart“ können sie sowohl bei Fans als auch bei Musikkritikern punkten. Das momag traf Sänger Chris Divine in Amstetten zum Gespräch.

Chris, erzähl doch mal wie ihr auf euren Bandnamen gekommen seid.

Nach einer Probesession war gerade Vollmond und alle dachten über den Namen nach. Der Mond passt gut zu unserer Musik, weil sie diese helle und dunkle Seite hat. Nacht – dunkel, der Mond scheint hell, daraus kann man was machen. Der Begriff Sunrise ist ja ziemlich beliebt, aber „Moon“ ist schon ein ziemlich abgedroschenes Wort. Da kam uns das lateinische „Luna“ in den Sinn. Das hat auch ein wenig von dieser Mystik, die auch in unserer Musik steckt.

Du hast erst nur Gitarre gespielt, jetzt singst du. Wie war der Umstieg zum Frontman?

Das war witzig. Ich habe der Band ein paar halbfertige Songs vorgesungen und erklärt, wie ich mir das Ganze vorstelle. Irgendwer meinte dann: „Lassen wir‘s doch so. Sei du der Sänger.“ Ich hab‘ dann auch kurzzeitig Gesangsunterricht genommen und viel geübt.

Wie entstehen die Songs?

Die Texte sind hauptsächlich mein Verbrechen (lachen). Bei der Musik kommt etwa die Hälfte von mir und die andere Hälfte vom Gitarristen Luke. Das sind meist „Song-Skelette“, an denen lange herumgefeilt wird.

Musikalisch erinnert ihr mich an H.I.M.

In unserer Band kennen nur zwei oder drei die Sachen, die H.I.M. machen. Die anderen sind da ganz jungfräulich, aber natürlich sind H.I.M. auch eine Inspiration. Wenn man mit so einer Band verglichen wird, ist das natürlich auch eine Ehre. Es gibt aber unzählige Inspirationen. Von Black Sabbath bis Johnny Cash sag ich jetzt mal grob…

Und welche ist da deine Lieblings-Band?

Momentan vor allem Steel Panther und die Winery Dogs, diese neue Supergroup mit Mike Portnoy, Richie Kotzen und Billy Sheehan.

Im April habt ihr euer aktuelles Werk veröffentlicht. Wie lange wurde daran gearbeitet?

Wir haben selbst produziert, aufgenommen und gemixt. Dementsprechend steckt da sehr viel Schweiß, Blut und Tränen drin (lachen). Ein paar Tracks haben wir schon einmal Ende 2011, Anfang 2012 herausgebracht, die normale Edition quasi. Nachdem wir eine gewisse Bekanntheit erlangt haben, kamen ein paar Bonus-Tracks für die Neuauflage des Albums hinzu. Vorher kannten wir auch noch nicht unseren neuen Manager Tom Proll. Auf der neuen CD ist auch ein Daten-Teil mit Videos und Bildern. So wird die Wartezeit auf das nächste Werk ein wenig verkürzt.

Wie habt ihr Tom kennengelernt?

Er hat unser Musikvideo von „Dead Alley“ gesehen und unser Gitarrist Luke war bei ihm Gitarren-Schüler. Es hat sich herausgestellt, dass er rund fünf Minuten von mir entfernt wohnt (lachen). Wir haben uns vorher nicht gekannt, aber es war dann naheliegend, dass wir zusammenarbeiten.

Euer Album hat von der Musik-Presse einige sehr gute Kritiken bekommen. Gab es auch böse?

Ich kann mich an nichts erinnern, über das ich mich geärgert hätte.

Wie leicht oder schwer wird eine Melodic Rock-Band in Österreich wahrgenommen?

Auf Ö3 zum Beispiel jetzt mal gar nicht. (lachen) Aber ich denke, dass wir schon eine Nische getroffen haben. Ich kenne nicht viele Bands in Österreich, die machen was wir machen. Marrok aus Steyr haben ein ähnliches Konzept. Die kommen aber mehr aus der Metal-Schiene und unsere Basis ist Rock und Hardrock. Also 80s, Bon Jovi und so was.

Wer hat mit euch das Video gemacht?

Ich habe in Hagenberg Medientechnik und Design studiert. Das war 2011, als ich die Band gerade gegründet habe. Im Rahmen des Studiums war es naheliegend, ein Musikvideo zu machen. Das Video war eigentlich die Initialzündung für das ganze Projekt. Wir haben das Video gedreht, bevor wir zum ersten Mal live gespielt haben. Ich weiß nicht ob man das merkt, ich hoffe nicht (lachen).

Ich finde es echt gut gelungen.

Danke. Das Konzept hab‘ ich mit einem Studienkollegen ausgearbeitet. Wir wollten eine typische Romeo und Julia-Geschichte haben. Am Ende ist das Ganze besser und professioneller geworden, als ich erwartet hätte.

Wem fiel der Albumtitel „Smoking Kills But Love Can Break A Heart“ ein?

Den Spruch hab‘ ich irgendwo mal aufgeschnappt und in einem Song als Textzeile eingebaut. Es steht ja auf fast jeder Zigarettenpackung „Rauchen kann tödlich sein“ und nachdem wir ein großes Liebes-Thema in unserer Musik haben sagen wir: „Wie viele Leute sind aufgrund der Liebe schon zugrunde gegangen? Die kann mindestens genauso tödlich sein.“ Sage ich jetzt mal überspitzt. (lachen)

Was sind eure nächsten Ziele?

Jetzt steht eine Albumproduktion an, wir nehmen laufend Demos auf, schreiben Songs. Wir versuchen, einen Deal bei ATS Records zu bekommen. Dort sind zum Beispiel auch Alkbottle. Ich finde es super, dass ich nicht wieder alles selber mache, sondern dass wir ein Top-Studio und Top-Leute dabei haben werden. Da kann ich mich dann komplett auf die Musik, die Songs konzentrieren. Wenn wir das Album fertig haben, wollen wir es natürlich entsprechend viel Live präsentieren. An Terminen wird jetzt schon fleißig geplant.

web | www.lunarisemusic.com
www.facebook.com/lunarise

Interview: Petra Ortner

Rubrik:: Kultur, Mostviertel

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