26.11.2018 0 Kommentare

Slomo – Ohne dich

Es gibt Menschen, die keine Ausdauer haben, die bereits nach der ersten Kritik, Niederlage in die Knie gehen, ihren Traum für immer Traum sein lassen. Und es gibt Slomo.

Der Wiener ließ sich bislang nicht beirren, nicht von seinem großen Ziel, Popstar zu werden, abhalten. Auch als ihm beim Casting zu „Die große Chance“ eine Jurorin nahegelegt hat, mit der Musik aufzuhören, weil das nichts für ihn wäre, blieb er stur und glaubte weiter an sich. Zu Recht. Denn der in Kroatien geborene, in Wien aufgewachsene Sänger beweist mit Songs wie „100.000“, welches geschickte Händchen er für eingängige Melodien hat. Dahinter steckt aber nicht nur Talent, sondern auch harte Arbeit. Beinahe täglich sitzt er in seinem Homestudio und arbeitet an seinen Songs. Die Melodien, Ideen, Arrangements, Texte – das alles denkt er sich selbst aus. Es ist Slomos Baby, an dessen Entstehungsprozess kein anderer beteiligt war.

In den vergangenen drei Jahren ist so eine Menge Musik entstanden, die nun darauf wartet, entdeckt zu werden. Denn was hilft es, wenn man lässige Popsongs schreibt, wenn diese nicht gehört werden? Richtig. Relativ wenig. Und dieses Nichtgehörtwerden ist für Künstler ein Alptraum. „Für mich war es sehr frustrierend, so lange Musik zu machen, ohne dass sie Gehör findet. Ich habe es immer auch via Castingshows probiert.“ Aber das hat alles nicht so geklappt, wie es sich der 25-jährige vorgestellt hat.

Nun hat sich das Blatt gewendet: Denn einige seiner in den vergangenen drei Jahren entstandenen Songs wurden nun produziert. Der erste Song heißt „100.000“. Es ist eine Art Liebeserklärung „damit ich meiner besseren Hälfte beweise, dass ich bei ihr bleib“, so der 25-Jährige, der seine Idee zu diesem astreinen und Ohrwurm-tauglichen Popsong in Eigenregie im Homestudio zusammenzimmerte und gemeinsam mit dem Produzenten Vlado Dzihan in dessen Studio den finalen Lack aufbrachte.

1220

Gesungen wird auf Deutsch, weil es für Slomo jene Sprache ist, in der er fühlt und denkt, in der er sich, seine Emotionen am besten ausdrücken kann. „Ich setze mich sehr gerne mit der deutschen Sprache auseinander.“ Seine kroatischen Wurzeln haben keinen Einfluss auf seine Musik. „Ich fühle mich als Wiener – oder noch konkreter: als Donaustädter. Ich kann jeden Falco-Text auswendig, aber spontan einen kroatischen Sänger könnte ich nicht nennen. Kroatien ist schon leiwand im Sommer, aber es geht halt nichts über das ranzige Gänsehäufel! Es hat eben Charakter“, lacht Slomo.

Wien bildet dann auch für seine Texte und Videos die perfekte Kulisse. Erste Songs wie „Mein Block“ und „Ich liebe mein Wien“ sind Liebeserklärung an 1220 und an die Donaumetropole. Hier habe er alles was er will, „keinen Stress nur chillen“. Ansonsten dreht sich in seinen Texten aber viel um die Liebe und deren Schattenseiten, die das Leben ja gratis mitliefert. In seinen Texten nimmt er das Wort Liebe nie in den Mund. Es sei ihm zu kitschig, zu banal. „Bei den Texten war es mir wichtig, dass es nie zu schmalzig wird.“ Das Wort Liebe kommt deshalb auch nicht vor. Stattdessen lässt er sich Metaphern einfallen, wie im Song „100.000″. Er kann aber auch direkter, wie er beispielsweise in „Ohne Dich“ zeigt. Kein um den heißen Brei herumreden. Keine malerischen Bilder. Hier sitzt jedes Wort. „Die Texte müssen authentisch sein. Als ob ich mit Freunden in der Runde sitze und einfach erzähle. Da sagt man eben klipp und klar: Du bist der Grund, warum ich nicht schlafen kann!“

Zufällig gewählt sind die Wörter aber nicht. Der Sänger setzt sich intensiv mit der Spreche auseinander. „Ich wäge jedes Wort ab, das ich verwende.“ Slomo verarbeitet in seinen Songs Erlebtes, Gefühle, seine Gedanken: Es sind oftmals Erinnerungen an schöne, aber auch an traurige Momente. „Der Text muss ins Herz gehen, es sollen sich auch andere davon angesprochen fühlen.“  Im Fokus steht dabei stets der Refrain: Er muss schnell im Kopf sein. Sitzt er nach wenigen Minuten nicht, bleibt er nicht im Ohr, ist er nicht gut.

Musik zu machen, Popsongs zu schreiben, habe für Slomo oberste Priorität. „Es ist mein Plan A. Danach kommt lange nichts.“ Diese Leidenschaft für Musik wurde ihm aber nicht in die Wiege gelegt: Einen musikalischen Background habe er nicht. „Ich kann keine Instrumente spielen. Ich würde gerne Klavier spielen können, aber ich habe gar keine Lust dafür zuerst die alten Klassiker zu lernen.“ Auch Noten kann er nicht lesen. Slomo spielt einfach nach Gefühl.

„Mir ist auch bewusst, dass ich keine Mariah Carey bin“, scherzt er über seine stimmliche Bandbreite. „Ich kenne meine Grenzen, weiß, was ich draufhabe und was nicht, deshalb ist es auch gut, dass ich meine Songs selber schreibe und somit ganz genau weiß, wo meine Grenzen sind, ich weiß, was ich stimmlich nicht hinbekomme.“ 

Kontrast

Perfektion wird ohnehin überschätzt. Denn was bringt es, wenn jemand großartig singen und tanzen kann, es aber am nötigen Herzblut scheitert. Fehler sind im Pop also gerne erwünscht – denn sie machen die Musik erst menschlich.  Am nötigen Herzblut mangelt es Slomo auf jeden Fall nicht. Auch mit dem nötigen Entertainer-Gen ist er gesegnet, was man vor allem bei seinen Live-Auftritten merkt.

Auf der Bühne darf aber auch die Fliege nicht fehlen. „Sie gehört einfach zu mir, zu meinem Outfit auf der Bühne.“ Das schwarze Mascherl, kombiniert mit einem weißen Hemd, ist sein Markenzeichen und stehe auch für „den Kontrast, der in meiner Musik vorkommt“. Zu aktuell gerade angesagten Hip-Hop-Beats US-amerikanischer Prägung kombiniert er nämlich gefühlvolle Texte oder Klavier-Sounds mit Raps. „Ich spiele gerne mit Kontrasten, mit Schwarz-Weiß-Ästhetik.“ Er gibt optisch also den adrett angezogenen Entertainer, den charmanten Bar-Sänger mit weißem Hemd und Mascherl, aber musikalisch macht er dann nicht auf Frank Sinatra oder Robbie Williams.

Slomo denkt gerne in größeren Dimensionen: „Ich will nicht Indie bleiben, sondern kommerziell erfolgreich sein. Ziel ist es natürlich, irgendwann die Stadthalle auszuverkaufen. Nur wer große Ziele hat, kann Großes erreichen.“

videos | Ohne Dich: https://www.youtube.com/watch?v=4eqDo8C7-SY
100.000: https://www.youtube.com/watch?v=luUlEWIqXgo

Rubrik:: Musiktipps

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