10.06.2014 0 Kommentare

Sonntagberg überstrahlt Grenzen und Zeiten: Basilika wird restauriert.

DSC_0394-2Sonntagberg | Schon Anfang des 16. Jahrhunderts war der Sonntagberg ein beliebter Pilgerort. Um für viele weitere hundert Jahre geistiges und kulturelles Zentrum zu sein, wird jetzt saniert.

Das Gefühl kennen wohl viele hier: Wenn man von einer Reise kommt und den Sonntagberg erblickt, stellt sich sofort das Gefühl von Heimat ein. Der Sonntagberg wacht seit vielen hundert Jahren über die Menschen der Region. Aber es nagt der Zahn der Zeit an der Basilika zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit.

Laut Legende schlief einst ein Hirte beim Viehhüten ein. Nach dem Aufwachen stellte er fest, dass seine Tiere verschwunden waren und machte sich auf die Suche. In seiner Not rief er die Heiligste Dreifaltigkeit an – Gottvater, Sohn und den Heiligen Geist. Kurze Zeit später fand er seine Herde wieder, aber auch einen Laib Brot auf einem Felsen, mit dem er sich stärken konnte. Als er seine Geschichte im Kloster Seitenstetten erzählte, gelobten die Mönche die Errichtung einer Kapelle.

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Erst wurde Kapelle errichtet

Abt Benedikt I. ließ auf dem 700 Meter hohen Sonntagberg diese Kapelle errichten, 1477 ist diese erstmals urkundlich als Dreifaltigkeitskapelle belegt. Schon kurz nach ihrer Errichtung begannen Pilger auf den Sonntagberg zu kommen. Die erste urkundlich belegte Wallfahrt wurde im Jahre 1504 begangen. Abt Benedikt Abelzhauser hegte den Wunsch nach einer Kirche und so dauerte es von 1787 bis 1717 einen barocken Kirchenbau errichten, der Platz für 3000 Pilger bieten sollte. Jakob Prandtauer konzipierte das Werk. Während einer Festwoche 1757, bei der das berühmte und anziehende Gnadenbild, gestiftet von Abt Kaspar Plautz 1614, auf den neuen Hochaltar übertragen wurde, wurden 30.000 Kommunionen ausgeteilt.

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Zu heutiger Zeit werden pro Jahr rund 30.000 Pilger gezählt. Aufgrund der besonderen Lage setzt der Basilika aber vor allem die Witterung zu. Aber auch Fresken, Altäre und Kunstwerke sind sanierungsbedürftig. Es soll außerdem ein Pilgerhaus errichtet werden, im historischen Gebäude Neuhaus. Auch der Türkenbrunnen soll revitalisiert werden. Ebenso wird die Schatzkammer erneuert und für die Bevölkerung geöffnet. Sie birgt Schätze unterschiedlicher Art; Votivgaben, Kunstschätze der letzten Jahrhunderte und andere historisch interessante Kleinode. Zehn Jahre wird für die Sanierung anberaumt, rund 7 Millionen Euro investiert.

Verein Basilika Sonntagberg

Zur Unterstützung wurde ein Verein gegründet. „Ein Ziel des Vereins ist, dass jeder etwas beitragen kann zu unserem naturhistorisches Juwel“, erklärte Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka bei einer Präsentation des Großprojektes für Meinungsträger der Region. Dieses Großprojekt bedarf vieler Herzen, Köpfe und Hände, unterstrich auch Abt Petrus Pilsinger. Dies zu organisieren, ist die Hauptaufgabe des Vereins.

Jeder kann Mitglied werden, diese werden aktiv über Anliegen, Hintergrund und Fortschritt der Sanierung informiert, einmal im Jahr soll es eine Veranstaltung geben. Eine Möglichkeit sich finanziell zu beteiligen, ist beispielsweise eine Patenschaft für ein zu restaurierendes Objekt zu übernehmen.

Verein | Verein Basilika Sonntagberg, 3332, Sonntagberg 1, www.sonntagberg.com, verein_basilika_sonntagberg@gmx.at

Partner und Förderer | Benediktinerstift Seitenstetten, Pfarre Sonntagberg, Land Niederösterreich, Bundesdenkmalamt, Diözese St. Pölten

Veranstaltungen 2014 | 50 Jahre Erhebung der Sonntagberger Kirche zur „Basilica Minor“ und 400 Jahre Gnadenbild, Film- und Buchpräsentation 3.6., 18.30h, Basilika Sonntagberg

Fotos: Julia Büringer

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Rubrik:: Mostviertel

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