08.05.2015 0 Kommentare

Seit 1889 in Betrieb: Der „Steyrer Schnaufer“ verkehrt bis heute zwischen Steyr und Grünburg.

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Foto: Tourismusverband Steyr am Nationalpark

Steyr | Die älteste Schmalspurbahn Österreichs fährt bereits seit 125 Jahren auf den schmalen Schienen. Es ist die Steyrer Schmalspurbahn, die auch liebevoll „Steyrer Schnaufer“ genannt wird. Früher brachte sie täglich Pendler zur Arbeit, seit 30 Jahren ist sie jedoch nur noch als Museumsbahn in Betrieb.

Anfänge

Die Forstwirtschaft war immer eine wichtige wirtschaftliche Stütze des Steyrtals. Weil jedoch der Straßentransport von Holz äußerst kostenintensiv war, musste der Transport über die Straßen erfolgen. Darum wurde die Stadt Steyr 1868 an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Zwei Jahre später erfolgte die Grüdung der Steyrtalbahn AG. Das Land Oberösterreich, die Stadt, die Sparkasse Steyr und die Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft hielten die Mehrheit der Aktien. Am 19. August 1889 wurde die Strecke Garsten-Grünburg eröffnet und nahm daraufhin den Betrieb auf. Ein Jahr später wurde sie bereits bis nach Agonitz ausgebaut.

Damals fuhr sie von Garsten über Grünburg nach Bad Hall. Die Strecke auf dem der „Steyrer Schnaufer“ verkehrte wurde immer wieder ausgebaut. Ihre volle Ausdehnung hatte sie 1909 mit 55 km erreicht, da sie bis nach Klaus an der Pyhrnbahn ausgebaut wurde.

Einige Male wurde der Betrieb der Steyrtalbahn durch Hochwasser eingeschränkt, aber diese Krisen konnten dem Schnaufer nichts anhaben.

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Foto: Tourismusverband Steyr am Nationalpark

Zeit vom 1 bis zum 2. Weltkrieg

Im 1. Weltkrieg erlebte die Bahn einen hohen Verkehrsanstieg durch den Transport von Waffen und Personen. Danach begann jedoch eine schwierige Zeit für den „Schnaufer“. Durch den Ausbau der Autobusliniennetze nach Bad Hall verlor man viele Gäste an Autobusse. Der Betrieb wurde dann 1931 von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen, da er wirtschaftlich am Ende war. Im 2. Weltkrieg wurde der Oberbau der Strecke dann so beschädigt, dass der Einsatz weiterhin nur mit kostenintensiven Dampflokomotiven möglich war. Da man die Kosten für die Bahn einsparen musste, wurde 1967 auch das verbliebene Teilstück der Flügelbahn nach Sierning eingestellt.

Ein Felssturz am 14. März 1980 warf den Betrieb der Steyrtalbahn weiter zurück. Die Strecke wurde zwar geräumt und von den Felsen befreit, aber die Verkehrssicherheit konnte nicht mehr gewährleistet werden. Somit musste der Betrieb auf der Strecke Grünburg-Klaus eingestellt werden.

Das endgültige Ende kam zwei Jahre später, denn dann wurde auch die Reststrecke Garsten–Grünburg eingestellt.

Erhaltung als Museumseisenbahn

Die ÖGEG (Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte) setzte sich für den Erhalt des „Steyrer Schnaufers“ ein und konnte den 17 Kilometer langen Abschnitt von Steyr bis Grünburg erhalten. Als Museumsbahn kann sie noch heute in Betrieb gehen. Neben der Strecke konnten auch zahlreiche originale Loks und Waggons der Steyrtalbahn (unter anderem die 298.102; Original-Steyrtalbahn-Lok „Sierning“) betriebsfähig erhalten werden. Alle Mitarbeiter leisten ihre Tätigkeit als Lokführer, Heizer, Zugführer, Schaffner aber auch bei der Strecken- und Fahrzeugerhaltung ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Saisonstart am 1. Mai

Die Bahn ist ab dem 1. Mai im Rahmen des Steinbacher Maikirtags unterwegs, ab 7. Juni 2015 fährt sie wieder regelmäßig jedes Wochenende vom Lokalbahnhof in Steyr nach Grünburg. Dabei kann man im Vorbeifahren die weltbekannte Wallfahrtskirche Christkindl oder bemerkenswerte Wald- und Aulandschaften bestaunen. Die Fahrt geht auch kurz vor Steyr noch über eine 80 Meter lange Bogenbrücke.

von Philipp Thoma

info | 0676 5368717 | info@steyrtalbahn.at

web | www.steyrtalbahn.at

Rubrik:: Panorama

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