17.06.2014 0 Kommentare

„Suchen ehrlichen Dialog zur Politik“: Unternehmer diskutierten mit Politikern.

schnäpschen

Nach dem Betriebsrundgang wurde noch eine andere Spezialität des Hauses verkostet: Der Selbstgebrannte von Freidegg (Ferschnitz). Fotos: Büringer

Ferschnitz | Firmenchef Herbert Wimberger (WimTec) lud Politiker in sein Unternehmen ein, um Probleme und Hindernisse von KMUs zu diskutieren.

Armaturen zum Laufen bringen, ganz ohne Berührung, ist das Kerngeschäft der Firma Wimtec. Der Betrieb mit über 60 Mitarbeitern am Standort Ferschnitz war am 16. Juni Schauplatz eines Zusammentreffens von Wirtschaft und Politik. Der Tag stand schier unter dem Motto „Wir müssen reden“. Unternehmer, sowie die Nationalräte Ulrike Königsberger Ludwig und Christoph Matznetter, kamen zur Betriebsbesichtigung und standen Rede und Antwort in einer anschließenden Diskussion.

Herbert Wimberger, Vorsitzender der Initiative „Wirtschaftsantrieb am Punkt“ und Veraltungsrat des Österreichischen Gewerbevereins, stellte Forderungen an die Politik. „Mit den richtigen Rahmenbedingungen können wir noch viel mehr“, ist Wimberger überzeugt. Sein Unternehmen wurde 1991 gegründet, war damals ein Drei-Mann-Betrieb und ist heute die Nummer Eins bei berührungslosen Sanitärsteuerungen. 2012 wurde ein flächendeckender Vertrieb für Deutschland aufgebaut. 2013 wurde das Unternehmen mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Auf Augenhöhe reden

„Wir wünschen uns akzeptiert zu werden, um auf Augenhöhe mit der Politik zu reden“, sagte der WimTec Geschäftsführer. In einer PowerPoint-Präsentation wurden die Forderungen von Unternehmensberater Günter Graßl, dem ehemaligen Geschäftsführer der Firma Forster zusammengefasst.

Rund 400.000 Einzelunternehmen-, sowie Klein- und Mittelunternehmen gibt es in Österreich. Diskutiert wurde etwa über Vermögenssteuern, durch die die Gesellschafter in Familienunternehmen zukünftig zur Kassa gebeten werden sollen. Matznetter warf ein: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Jeder muss einen Beitrag leisten.“ Es ging außerdem um eine Stärkung des Mittelstandes, den Abbau der Bürokratie, eine notwendige Bildungsreform und die Möglichkeiten von leichterem Kapitalzugang. Der Trend alle Auszubildenden an Universitäten zu schicken gehe in die falsche Richtung.

Mehr Klarheit

Die Unternehmer fordern klar bestmögliche Voraussetzungen für Wachstum in den österreichischen Betrieben, das langfristig österreichweites Wirtschaftswachstum bringen soll. Einig waren sich die Wirtschaftstreibenden und die Politiker, dass mehr Klarheit kommen muss. Durch viele Gespräche würden auch Annäherungen und gegenseitiges Verständnis entstehen.

Die Unternehmerinitiative „Wirtschaftsantrieb am Punkt“ (wip) hat mit der Fokusgruppe KMU des österreichischen Gewerbevereins ein Grundsatzpapier ausgearbeitet. Die wichtigsten Forderungen sind: „Vorfahrt für KMU“, entsprechend der EU-Vorgaben, Einrichtung eines Unterausschusses des Wirtschaftsausschusses im Nationalrat, Einrichtung einer eigenen Sektion im Wirtschaftsministerium, Klare und übereinstimmende Richtlinien für die Einrichtung und Abrechnung von geförderten Forschungsprojekten, keine Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuer auf Betriebsvermögen und auf den Wert von GmbH-Anteilen, Banken sollen an die Österreichische Nationalbank berichten, wie viele Kredite an KMU sie insgesamt vergeben haben und wie sich Stände im Berichtsquartal verändert haben, Anpassung an betrieblich relevante Gesetze und Verordnungen an persönliche Leistungskapazität, Beauftragung einer Studie zur Feststellung der Wachstumshindernisse und Entwicklung einer Strategie zur Beseitigung diese, Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels.

Info | www.wimtec.com
www.wip.co.at

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Rubrik:: Panorama

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