18.01.2016 0 Kommentare

Üben für den Ernstfall: Schneeschuhwanderer am Königsberg bei Hollenstein abgängig.

Fünf Schneeschuhwanderer am Königsberg verirrt! So lautete die Übungsannahme für die Bergrettung im Gebiet NÖ West. Analysiert man die schweren Bergunfälle der vergangenen Jahre in den Alpen, ist ein derartiges oder ähnliches Szenario nicht auszuschließen. Eine harte aber nicht unrealistische Prüfung für Bergretter und Ausrüstung.

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Bergretter der Ortsstelle Hollenstein waren auf Grud des “Heimvorteils” die Ersten am Einsatzort. Foto: Österreichischer Bergrettungsdienst

Mehr als ein Drittel der 186 aktiven Bergretter des Gebietes NÖ-West nahmen an der Winter-Gebietsübung 2016 des Österreichischen Bergrettungsdienstes NÖ/Wien teil. Übungsannahme waren fünf Schneeschuhgeher – eine boomende Wintersportart – die am Königsberg bei Hollenstein/Ybbs im Bereich Kitzhütte 1266 m Daucheralm-Turnhöhe 1435 m als abgängig gemeldet. Schneefall, -10 °C, starker Wind in der Kamm- und Gipfellage und Lawinenwarnstufe 3 waren die realen Umfeldbedingungen. Kurz nach 13 Uhr gab es Gebietsalarm an die sechs Ortsstellen der Bergrettung in Hollenstein, Göstling, Lunz, Lackenhof, Waidhofen/Ybbs und Amstetten. Diese trafen in der Folge in der Einsatzzentrale im Rotkreuzhaus Hollenstein bei Einsatzleiter Johann Haslinger ein und wurden in Gruppen eingeteilt. Mannschaften und Material wurden so weit als möglich mit den geländegängigen Bergrettungsfahrzeugen über Hochschlag bis auf ca. 1000 m Seehöhe gebracht. Dann begann der anstrengende Anstieg auf den Königsberg und die Suche nach den Vermissten.

Suchhunde überlegen

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass bei der Personensuche die Lawinen-Suchhunde allen anderen Mittel überlegen sind. Drei Personen konnten relativ rasch gefunden werden, die hereinbrechende Dämmerung erschwerte in der Folge die weitere Suche und Bergung der aufgefunden unterkühlten und zum Teil auch schwerverletzten Personen. Als Nachschubbasis und Wärmestube wurde die Kitzhütte, vom „Halter-Ehepaar“ Schauer im Dienst der Sache geöffnet. Letztlich konnten auch die beiden anderen Personen gefunden, versorgt und ins Tal gebracht werden und gegen 20 Uhr trafen die 64 aktiven Bergretter, der siebenköpfige Einsatzstab, die Übungsleitung unter Bernhard Pumhösl, Martin Löbersorg, Peter Reikerstorfer und Andreas Etzler und mehr als zehn Übungsbeobachter zur Abschlussbesprechung im Gasthaus Großbach ein. Die Manöverkritik bestand primär aus viel Lob, zum Ausdruck gebracht von Gebietseinsatzleiter Werner Fohringer, Landeseinsatzleiter Martin Gurdet, Gebietsleiter Rainer Prager und Landesleiter Ludwig Wimmer. Erkenntnisse aus dieser Großübung werden natürlich noch in den nächsten Wochen evaluiert und aufgearbeitet. Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer, die die Übung sowohl in der Zentrale aber auch vor Ort mitgemacht hat, dankte in ganz besonderer Weise den Bergrettern für ihren Einsatz bei dieser Übung und bei den realen Einsätzen.

info | www.oebrd.at

Rubrik:: Mostviertel

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