29.01.2017 0 Kommentare

„Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt”

Amstetten | AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser lud am 25. Jänner in die AK-Bezirksstelle Amstetten zum dritten Regionaldialog „Meine Region“.

Markus Wieser (AK-Präsident), Harald Vetter (AMS-Bezirksstellenleiter Amstetten), Helmut Schagerl (Bürgermeister St. Georgen/Reith), Josef Wallenberger (Regionalberater) und Christian Haberle (Betriebsservice- und FunktionärInnenausbildung AK Niederösterreich) Foto: Mario Scheichel / AK Niederösterreich

Markus Wieser (AK-Präsident), Harald Vetter (AMS-Bezirksstellenleiter Amstetten), Helmut Schagerl (Bürgermeister St. Georgen/Reith), Josef Wallenberger (Regionalberater) und Christian Haberle (Betriebsservice- und FunktionärInnenausbildung AK Niederösterreich)
Foto: Mario Scheichel / AK Niederösterreich

„Wir wollen wissen, wo der Schuh drückt und wie die Herausforderungen in den Regionen gesehen werden“, so Wieser. Zahlreiche Gemeinderäte, Landtagsabgeordnete, eine große Zahl von Betriebsräten und Bürgern beteiligten sich an der Diskussion über Probleme und Entwicklungschancen des Mostviertels. Die Herausforderungen im Mostviertel liegen vor allem im Ausbau der Infrastruktur sowie der Kinderbetreuung. Dazu kommt die generelle Thematik der Digitalisierung in der Arbeitswelt sowie die künftige Finanzierung des Sozialstaats.

Mostviertel durch Nord-Süd-Gefälle gekennzeichnet

Starke Wachstumsgebiete sind im Mostviertel vor allem an der Westachse zu beobachten. Die wichtigsten Arbeitsplatzzentren liegen entlang der Autobahn A1 bzw. der Westbahnstrecke sowie entlang der Donau. Vor allem für Einwohner im Bezirk Amstetten ist Oberösterreich ein sehr wichtiger Arbeitsstandort. Von ca. 42.000 im Bezirk lebenden unselbstständig Beschäftigten arbeiteten im November 2016 fast 12.000 in Oberösterreich.

Mostviertel bietet beste Arbeitsmarktsituation in Niederösterreich

Die Arbeitslosenquoten in den einzelnen Bezirken schwankten im November 2016 zwischen 4,1 Prozent in Scheibbs und 5,5 Prozent in Amstetten. In Niederösterreich lag die Quote bei 8,7 Prozent, in Österreich bei 9 Prozent. „Es geht darum, die hohe Beschäftigungsquote weiter auszubauen. Und es braucht eine faire Verteilung der Arbeit“, betonte Wieser. Auch bei den Lehrstellen ist das Mostviertel Vorreiter in Ostösterreich. Auf durchschnittlich 129 offene Lehrstellen kamen 116 Lehrstellensuchende sowie 205 Jugendliche in einer überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahme. Jungen Menschen müsse man weiter Perspektiven geben. „Die Ausbildung von qualifizierten Fachkräften ist hier von besonderer Bedeutung“, betonte Präsident Wieser.

Hohe Einkommen, niedrige Grundstückspreise – aber schlechte Kinderbetreuung

Grundstückspreise und Einfamilienhäuser sind im Niederösterreich-Vergleich im Mostviertel niedrig. Die Mieten liegen im Mittelfeld. Aufgrund der Branchenstruktur mit vielen Industriebetrieben sowie der niedrigen Arbeitslosigkeit verfügen die Arbeitnehmer im Mostviertel über die höchsten Einkommen im Land. In Amstetten verdienen Arbeitnehmer mit einem Medianeinkommen von 2.261 Euro am meisten im Niederösterreich-Vergleich (Im Vergleich Medianeinkommen Gesamt-Niederösterreich: 2.053 Euro). Während die Einkommens- und Arbeitsmarktsituation gut ist, gibt es bei der Kinderbetreuung der unter 6-Jährigen Aufholbedarf: Nur knappe 7 Prozent der Kinder im Mostviertel werden in Kinderbetreuungseinrichtungen betreut, die eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf erlauben – im Vergleich dazu liegt der niederösterreichische Durchschnittswert bei ca. einem Viertel aller Kinder.

info | noe.arbeiterkammer.at

Rubrik:: Mostviertel

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