30.09.2016 0 Kommentare

Wirtschaft 2050 zum Abschluss mit Topreferent

Foto: Privat

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Nach den erfolgreichen Vorträgen von Gertrude Tumpel-Gugerell und Sina Trinkwalder wird der Berliner Autor und Journalist Fabian Scheidler am 3. Oktober im Kristallsaal, den diesjährigen Vortragsreigen von Wirtschaft 2050 beenden.

Der 48-jährige ist seit dem Erscheinen seiner jüngsten Publikation „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ ein im gesamten deutschen Sprachraum gefragter Referent. Das großartige an diesem Werk: Es verbindet politische, wirtschaftliche und kulturhistorische Zugänge bei seinem Blick auf die Menschheitsgeschichte. Diese Zusammenschau bietet ein sehr präzises Bild über die Wurzeln des Kapitalismus und die Rolle, die Europa bei seiner Entwicklung spielte. Der herrschaftskritische Zugang hält der westlichen Welt, die sich selbst gern als Geburtsort des Humanismus und der Menschenrechte feiert, den Spiegel vor und stellt lange tradierte Denkmuster infrage. So sei die Entstehung des militarisierten modernen Staates eine Grundbedingung zur Entwicklung des Kapitalismus gewesen. Auch die ideologische Komponente zur Herrschaftsstabilisierung der momentanen Eliten – insbesondere durch die Institution Schule – rückt Scheidler in den Fokus. Außerdem stoße die „Megamaschine“ gegenwärtig sowohl an ökonomische als auch ökologische Grenzen. Scheidler meint damit z.B. das Streben nach Wirtschaftswachstum, das auch unter dem Deckmantel von green growth kein Ende der vielen Krisen im Gesellschafts- und Ökosystem bringen kann. Darüber hinaus bietet Scheidler aber auch eine Vielzahl an Möglichkeiten an, die jedem einzelnen offenstehen, um den Ausstieg aus der zerstörenden Megamaschine möglichst friedlich mitzugestalten. Er nennt eine Vielzahl von schon stattfindenden Widerstandskämpfen gegen das System, wozu er auch den momentan medial sehr präsenten Kampf gegen TTIP sieht, das er als „Staatsstreich der Konzerne“ bezeichnet. Er fordert in seinem Werk eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die sich am Gemeinwohl und nicht am Profit Einzelner orientiert und damit eine radikale Umkehr zum gegenwärtigen System darstellt.
„Fabian Scheidler für ‚Wirtschaft 2050‘ gewonnen zu haben, ist fantastisch. Seine Zugänge bieten völlig neue Horizonte und Erkenntnisse. Wir möchten alle einladen und bitten, diesem Vortrag beizuwohnen – es wird sich lohnen!“, so Vereinsobmann Raphael Kößl. Die Hoflieferanten werden wieder für ein köstliches Buffet sorgen

anmeldung | wirtschaft2050.at,  3.9., 19 Uhr

Rubrik:: Mostviertel

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