26.11.2018 0 Kommentare

Wohin geht die Reise der Sommerfrische

Über die Folgen des Klimawandels und die daraus wieder auflebende Sommerfrische sprachen ExpertInnen bei der elften Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz. Am Messegelände in Wieselburg trafen sich dazu 80 Gäste vor allem aus den Bereichen Natur und Tourismus und widmeten sich dem Thema „Sommerfrische – quo vadis?“.

(v. l.): Mag. Hermann Sonntag (Naturpark Karwendel), Mag. Markus Redl, MAS MPA (GF NÖ Bergbahnen), Andrea Adler-König (adler-Marketing), Mag. Jasmine Bachmann (GF Verein Naturparke NÖ, Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu)), Mag. Franz Maier (Leiter Bereich Natur & Ressourcen, eNu), DI Dr. Alexandra Jiricka-Pürrer (Universität für Bodenkultur (BOKU), Dr. Michael Hofstätter (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)), Mag. Andreas Purt (GF Mostviertel Tourismus). Foto: eNu

Wie sich das Klima im Alpenraum verändert hat, erklärte Michael Hofstätter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Er verwies auf die Extremereignisse und sprach über die Auswirkungen des Klimawandels in Niederösterreich. „Das Klima im Alpenraum unterliegt seit jeher natürlichen Schwankungen. Diese werden stark durch zufällige Ereignisse und Abläufe im Klimasystem verursacht. Nach 1850 aber greift der Mensch systematisch und stark in dieses Gleichgewicht ein. Als Folge zeigen sich immer öfter Veränderungen des globalen Klimas und besonders deutlich des vor Ort erlebbaren Wetters.“ Als Folge des globalen Klimawandels prognostiziert Hofstätter einen Temperaturanstieg in Niederösterreich um 2,3 bis 4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Alexandra Jiricka-Pürrer von der Universität für Bodenkultur ist Landschaftsplanerin und seit 2006 am Institut für Landschaftsentwicklung, Naturschutz- und Erholungsplanung in Forschung und Lehre tätig. Im Hinblick auf den vergangenen Rekordsommer meinte sie: „Es ist fraglich, wie die StädterInnen mit der Hitzebelastung in den nächsten Jahren umgehen. Die Studie REFRESH hat beforscht, ob es ein Potential für die neue Form der Sommerfrische gibt und wenn ja, was StädterInnen in den Wien-nahen Destinationen an Angeboten suchen. Wichtig ist auch zu wissen, wie sie in die Gebiete anreisen, um Verkehrsüberlastungen vorzubeugen und die Nutzung klimafreundlicher Verkehrsmittel fördern zu können.“

Am Beispiel des größten Naturparks Österreichs, dem Naturpark Karwendel, stellte Geschäftsführer Hermann Sonntag die Frage, welchen Beitrag ein großes Schutzgebiet für den Sommertourismus spielen kann und soll. Basierend auf den regionalen Rahmenbedingungen und Trends, sowie anhand konkreter Projekte werden verschiedene allgemeine Grundsätze abgeleitet und zur Diskussion gestellt. Aus dem Bereich Marketing brachte Andrea Adler-König (adler-Marketing) ihre Expertise ein. Sie referierte zu den Fragestellungen: Was will der Gast, was sind Naturpark-Gastgeber, wie kann Naturpark in Kombination mit Tourismus funktionieren und was sind die Herausforderungen?

Bei der Podiumsdiskussion waren sich Mag. Franz Maier (Leiter Bereich Natur & Ressourcen der Energie- und Umweltagentur) und Mag. Markus Redl, MAS MPA (Geschäftsführer NÖ Bergbahnen) einig, dass in Zukunft dem Thema sanfte Mobilität größeres Augenmerk geschenkt werden muss. In größeren Städten verfügen mehr als 40 Prozent der Haushalte über kein Auto mehr. Angebote für eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Tourismusdestinationen werden daher immer wichtiger. Angeregt diskutiert wurde die Frage, ob angesichts des Klimawandels weiterhin öffentliche Mittel in den Ausbau der Skigebiete investiert werden sollen.

Die Podiumsdiskussion ließ einige Chancen und Ansatzpunkte für naturorientierten Tourismus erkennen: So zeige in Niederösterreich die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass die Sommersaison auch für die Bergbahnen immer wichtiger werde und – bei steigender Tendenz – in den Sommermonaten oft schon die selbe Auslastung wie im Winter erreicht werde.
Wandertourismus und alle Spielarten der Outdoor-Sportarten würden boomen. Sommerfrische könne zu einem erfolgreichen Zukunftskonzept werden, wenn auf Glaubwürdigkeit,
Serviceorientierung und Professionalisierung gesetzt werde. Die Weiterentwicklung und bessere Vermarktung der Naturvermittlungsangebote wurde als gemeinsame Herausforderung für Naturparke und Tourismus bezeichnet. Insgesamt fand das Sommerfrische-Konzept sowohl bei den DiskutantInnen als auch bei den Konferenz-TeilnehmerInnen großen Anklang.

web | www.enu.at

Rubrik:: Mostviertel

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