12.06.2015 0 Kommentare

Zuhause einfach abtauchen: Der eigene Gartenteich bietet die beste Gelegenheit dazu.

Zugegeben, es bedeutet einen gewissen Aufwand, sich einen Gartenteich anzulegen. Was aber in keiner Relation zu den überschaubaren Anstrengungen steht, ist der Gewinn, den man aus so einem Juwel ziehen kann. Wasser im eigenen Garten bedeutet, einen Eye-Catcher zur Verfügung zu haben, der täglich Jahreszeiten und diverse Wetterlagen widerspiegelt. Es kann passieren, dass man an Ausreißertagen im März bereits in der ersten Sonne bräunt und der Teich noch Eis trägt.

Fotos : Artis Franz-Jansky

Fotos : Artis Franz-Jansky

Ohne Chemie geht´s auch

Es empfiehlt sich, einen Naturteich anzulegen, der völlig ohne Chemie auskommt und nicht nur dem stolzen Teichbesitzer, sondern auch einer Unzahl von Tieren und sich herbei gesellenden Pflanzen einen Lebens- und Erholungsraum anbietet.
Beim Anlegen ist zuallererst darauf zu achten, wo man der neuen Wasserstelle einen Platz zuweist. Soll sie im Schatten oder Halbschatten liegen oder ist doch die pralle Sonne die ideale Stelle? Wie macht sich eine waagrechte Fläche dort?
Ist der Ort nach eingehender Beobachtung der Sonnenstände und diverser Nachbarschaften (beispielsweise Laubeintrag) zu den verschiedenen Jahreszeiten einmal festgelegt, sollte man sich überlegen, wie man die Wassermasse dem Boden gegenüber abdichtet. Folie oder Beton? Dabei sind sowohl die künftige Wassertiefe zu beachten als auch die Uferzonen, die den reinigenden Pflanzen Halt bieten sollten. Viele Gärtnereien haben sich bereits auf Gartenteiche spezialisiert und liefern nach Bedarf entweder ein Totalservice inklusive Baggerarbeiten oder einzelne Pflanzen.
Natürlich macht es Sinn, heimischer Flora den Vorzug gegenüber standortfremden Arten zu geben. Bald stellen sich ohnehin noch weitere Pflanzen ein, die einen Weg Richtung Naturteich gefunden haben. Sie kommen entweder windig geflogen oder als Reisegepäck mit diversen Tieren.

Rund um den Teich entwickelt sich ein Bio-Wellnesszentrum

Vögel genießen das gesamte Jahr über ein Bad im erquickenden Nass. Insekten und Säugetiere nehmen gerne eine neue, große Tränke an. Rund um den Teich entwickelt sich ein Bio-Wellnesszentrum. Amphibien sind bald Zuzügler im neuen Nass, rundherum verschwindet ohnehin ihr Wohnraum. Sie kommen entweder per Flugpost als Eier im Gefieder, als Bonus an Wasserpflanzen oder als erschöpfte, aber erleichterte Wanderer.
Libellen benötigen Wasser zur Eiablage. Ihre Larven betätigen sich als eifrige Räuber und sind mit tödlichen Fangmasken ausgestattet.

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Nasse Parallelwelt – Was sich alles im Wasser tummelt

Es gibt für uns Menschen eine Unzahl an Beobachtungsgelegenheiten und wir können ganz tief eintauchen in eine faszinierende, oft unbeachtete, nasse Parallelwelt. Ich war als Kind begeisterter „Tümpler“ und konnte mich schon früh mithilfe eines Mikroskops stundenlang in das Universum des Wassertropfens versenken. Heute stelle ich dieses Know-How meiner Enkeltochter, die sich auch sehr interessiert zeigt, zur Verfügung.
Einen weiteren Hochgenuss in der warmen und wohl immer wärmer werdenden Jahreszeit bietet selbstverständlich die Möglichkeit, im kühlenden Nass ein- und abzutauchen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass eine Ringelnatter noch rasch die Uferseiten wechseln muss bevor das Ungetüm Mensch sich nähert. Da schwimmen Molche um ihr Leben, fliehen Rückenschwimmer und Libellenlarven.
Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens eröffnen sich da in einer wasserklaren Botschaft: Zu leben ist großartig und genießen ist erlaubt. Ich brauche wenig zu meinem Glück.
Die Möglichkeit, Wasser immer dann zur Verfügung zu haben, wenn ich es verwenden will, gehört in meinen Glücksrucksack. Es ist auch eines der vielen Privilegien, die uns “Westweißen” als Selbstverständlichkeit allzeit bereit stehen.
Wasser im eigenen Garten bedeutet also, einen vielfältigen Glücksspender jederzeit bei der Hand zu haben und mit ihm eine aufregende und zugleich entspannte Zeit zu verbringen. Ein Gartenteich lohnt sich immer.

von Artis Franz-Jansky

Rubrik:: Panorama

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